Daniel J. Goldhagen - Hitlers willige Vollstrecker

HakaNsbraten

auf Eis gelegt
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So, da ich ueber dieses Buch meine Facharbeit im Fach Geschichte schreiben werde, habe ich mir natuerlich auch das Internet zu Rate gezogen. Die Aufgabe meiner Facharbeit ist es, eine Rezension zum Buch zu schreiben und anschliessend die folgende "Historikerdebatte" in adäquater Weise darzulegen und zu beschreiben. Ich habe natuerlich auch genug Links und bin wohl auch genug mit Informationen eingedeckt, die es erstmal zu verarbeiten gilt, aber vielleicht gibt es ja auch hier Leute, die sich mit dem Buch auseinandergesetzt haben und/oder hilfreiche Links haben. Sekundaerliteratur waere natuerlich auch nicht schlecht. Speziell bei mightyKomapatient koennte ich mir gut vorstellen, dass er in diesem Gebiet bewandert ist ;) . Achja, es ist scheissegal, ob in dem Artikel "Goldhagen ist ein von Eindimensionalitaet getriebener Pfosten" oder "Goldhagen ist ein Prophet" steht.

Ich gebe mal die Sachen an, die ich bis dato gefunden habe:

Mariska Brunner
Mommsen, Hans: „Antwort auf Daniel Jonah Goldhagen: Der Antisemitismus war eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung für den Holocaust", in: Die Zeit - Archiv August 1996.
"Ein Volk von Moerdern?" von Julius H. Schoeps
Gilcher Holtey, Ingrid: „ Goldhagen Debatte: Das Buch als methodische Herausforderung", in: Die Zeit - Archiv Juni 1996.
Spiegel Archiv 21,96.
Stern - ein Volk von Antisemiten?
Buchbesprechung von Dr.Ahlheim
Hitlers willige Henker
Kollektivschuld oder nur Provokation?, von Kaeppner Joachim
Tournee ins Reich der Werte
Die ZEIT 32/1996: Daniel Jonah Goldhagen antwortet seinen Kritikern
KZ-Luegen: Antwort auf Goldhagen <- das ist z.B. ein Link, der sicher aus rechtsextremen Kreisen stammt.
Der Raecher hat Charme
Deutsche Presse und Wissenschaft gegen Daniel J. Goldhagen
Eine detailierte Zusammenfassung von den wichtigen Daten, Streitpunkten, und Folgen der Goldhagen Debatte.
Marnie Christensen zur Goldhagen Debatte
Michael Schneider: ein Historikerstreit in der Mediengesellschaft
Matthias Küntzel: Keineswegs ein spezifisch deutsches Problem? Goldhagen und das Defizit der Kritischen Theorie, S. 157, in: Die Fratze der eigenen Geschichte, Markovits, Andrei S.; Elsässer, Jürgen (Hrsg.), Berlin, 1999
hagalil.com zur Goldhagen-Debatte

Wenn euch das Thema nicht interessiert - was auch verstaendlich ist - dann bitte ich euch darum, den Thread nicht vollzuspammen. Es waere natuerlich wuenschenswert wenn eine "Diskussion" zu diesem Buch entstehen koennte, aber da glaub ich auch nicht so wirklich dran, da es wohl nicht ausreichend Leute gelesen haben werden. Danke im Voraus!

p.s. abschliessend eine dringende Bitte: Wenn ich auf dieser Seite die Links anklicke, dann werde ich auf diese Seite hier weitergeleitet. Ist das bei euch auch so? Wenn nicht, kann mir eine Person, dass dort geschriebene per pm oder email zukommen lassen? Waere echt sehr verbunden.
 

weirdlof

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das mit den links ist bei mir exakt genauso. zum rest schreib ich später evtl was.
 

HakaNsbraten

auf Eis gelegt
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Danke :cool: ... Ich schreibe der Seite bei Zeiten mal eine e-mail ob sie das "Problem" evtl. fixen koennen und/oder mir die Dateien per e-mail zukommen zu lassen.
 

weirdlof

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kenn das buch nicht, habe mir mal die zweite rezesion durchgelesen und werde es mir mal bestellen, ergo wirds mit einer fundierten meinung dazu nichts vor deiner facharbeit.
 

mighty Komapatient

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hakan, du überschätzt mich dauernd :D
ich kenne die positionen der hisorikerdebatte, aber goldhagen hab ich noch nicht gelesen.
werd mich aber in deinen links mal umschauen. und das buch wollt ich mir immer schon mal ausleihen, vielleicht mach ichs ja jetzt mal.
 

kOzz-moE

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ich habe das buch gelesen (hab n halbes jahr gebraucht :D) und muß sagen, daß es ein verdammt gutes ist! goldhagen argumentiert meisterhaft und bringt sichtweisen zu tage, die ich bspw. in der schule so nie erfahren hätte. seine grundthese des eliminatorischen antisemitismus der deutschen ist sehr interessant.

ich werde mir die links anschaun, die du reingestellt hast - ich will unbedingt sehen, wie goldhagens kritiker argumentieren.

in seinem buch "die katholische kirche und der holocaust" kannst du auch reaktionen von ihm auf seine kritiker erfahren - das buch ist auch sehr, sehr gut, bin gerade dabei es zu lesen.

es gibt außerdem noch "briefe an goldhagen", aber das habe ich mir noch nicht angeschaut.



schönes thema! :)
 

kOzz-moE

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ich hab mir den ersten link angeschaut.

"Es ist aber nicht so, daß es an der militärischen Macht Deutschlands lag, daß es zu den Verfolgungen, Vertreibungen und schließlich zur Vernichtung vieler Juden in Europa kam, sondern vielmehr so, daß es dem Wahnsinn eines einzigen Mannes und seiner höchsten „Parteibonzen" zuzuschreiben ist, daß in Europa eine neue Welle des Judenhasses emporschlug. Daß es zu so grausamen Erscheinungen kommen kann, hängt nicht von militärischer Stärke und Kraft, sondern von der Einstellung und Mentalität des einzelnen und auch jener, die tatenlos zusehen, ab"

bei diesen artikeln hatte ich den eindruck, daß die kritiker das buch nicht gelesen bzw. goldhagens argumentation verstanden haben. was die milit. stärke betrifft haben die kritiker bestimmt recht, aber daß es "zur Vernichtung vieler Juden in Europa kam" ist ganz bestimmt nicht "dem Wahnsinn eines einzigen Mannes und seiner höchsten „Parteibonzen" zuzuschreiben "!

die argumentation goldhagens besteht ja darin, daß er anhand der versch. vernicht.apparate deutlich macht, daß die beteiligten meistens einverstanden waren mit der vernichtung der juden, zu mindestens aber mit der vertreibung.

ohne diese tatkräftige beteiligung wäre es auch hitler nicht möglich gewesen die vernichtung in diesem maße durchzuführen.
 
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