Aufruf zu konstruktiven Protesten
-Ausgehverbot zeigt Wirkung
-Nach der Verhängung eines Ausgehverbots hat sich die Lage in der amerikanischen Stadt Cincinnati in der Nacht beruhigt. Hubschrauber und schwer bewaffnete Polizisten überwachten nach dreitägigen schweren Ausschreitungen die Einhaltung des Verbots. Nur Bewohner, die auf dem Weg zur oder von der Arbeit waren, durften sich zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr auf den Straßen sehen lassen. 20 Personen wurden nach Polizeiangaben wegen Verstoßes gegen die Sperre festgenommen.
-Gewaltsame Proteste nach Erschießung-
Bürgermeister Charles Luken hatte am Donnerstag wegen der gewaltsamen Proteste gegen die Erschießung des unbewaffneten Schwarzen Timothy Thomas durch die Polizei den Ausnahmezustand ausgerufen. Heute sollte entschieden werden, wie lange das Ausgehverbot in Kraft bleibt. Die Erschießung des 19-Jährigen hatte in der Stadt die schwersten Rassenunruhen seit der Ermordung der Bürgerrechtlers Martin Luther King 1968 ausgelöst. Während der Ausschreitungen wurden 86 Personen wegen Vandalismus, Plünderns oder anderer Delikte festgenommen.
-Bürgerrechtler forderten zu Ruhe auf-
Bürgerrechtler forderten die Bevölkerung zu Ruhe auf. Der Vorsitzende der Bürgerrechtsbewegung NAACP, Kweisi Mfume, besuchte die Stadt und rief die schwarzen Bewohner zu konstruktiven Protesten auf. Andere Redner forderten Luken zu einer Umbesetzung der Polizeispitze auf. Dagegen erklärte der Präsident der Polizeigewerkschaft, Keith Fangman, im Rundfunk, die Stadt dürfe den Forderungen nicht nachgeben und mit Terroristen nicht verhandeln.
-Gespanntes Verhältnis-
Das Verhältnis zwischen den Einwohnern schwarzer Hautfarbe und der Polizei ist in Cincinnati seit längerem gespannt. Seit November vergangenen Jahres wurden drei Schwarze von Polizisten erschossen, ein Vierter erstickte nach seiner Festnahme in Polizeigewahrsam.
-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft-
Die Staatsanwaltschaft will erste Ermittlungsergebnisse zum Tod von Thomas kommende Woche vorlegen. An der Ermittlungen beteiligen sich auch das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI.
Quelle:T-Online