Das ist beeindruckende Ermittlungsarbeit, in der Berichterstattung wurde ihr zu Recht viel Platz eingeräumt. Eine Frage blieb dabei allerdings unbeantwortet: Woher wissen die Behörden das alles so genau? In den Zeitungen stand etwas von den Mobiltelefonen, die von der Polizei sichergestellt worden seien. Aber im Gegensatz zu den detaillierten Angaben über den verschlüsselten Chat-Verkehr der Attentäter blieben die Hinweise, wie die Verschlüsselung umgangen wurde, merkwürdig vage.
Hilfe von der NSA
Ich habe jemanden gefragt, der sich mit solchen Dingen auskennt. Es sieht so aus, als ob die Informationen vom FBI stammen. Woher das FBI so genau im Bilde ist, was zwei in Deutschland lebende Flüchtlinge mit Leuten zu besprechen haben, die über saudi-arabische Nummern verfügen: Darauf erhält man ein vielsagendes Lächeln. Die Vermutung ist, dass hinter dem FBI die NSA steckt, jene Spionageeinrichtung, die bei uns als die Zentrale des Bösen gilt.
Es wäre nicht das erste Mal, dass die NSA aushilft. In den vergangenen Monaten haben die deutschen Sicherheitsbehörden mehrfach Warnungen erhalten, die sie dem umfangreichen Abhörprogramm der Amerikaner verdanken. Ginge es mit rechten Dingen zu, müssten viele Artikel zur Terrorlage einen Warnhinweis an die Leser enthalten: "Vorsicht, folgender Bericht enthält möglicherweise durch illegale Spähsoftware erlangte Informationen."