Antiamerikanische Projektionen

HakaNsbraten

auf Eis gelegt
Mitglied seit
3 April 2004
Beiträge
1.773
Für diejenigen unter euch, die Lust haben was interessantes zu lesen.

Die antiamerikanischen Projektionen, welche den vermassenden Friedenstaumel massgeblich trugen, zeigen Ähnlichkeit zum regressiven (oft verkürzt genannten) Antikapitalismus. Dabei wird alles was am Kapitalismus als störend empfunden wird der USA zugeschrieben: Raffgier und Rücksichtslosigkeit («Kein Krieg für Profite»); Fremdherrschaft («USA raus aus Deutschland / Irak); Kulturlosigkeit und Widernatürlichkeit (Boykottiert McDonalds»).

Die täglich erfahrene abstrakte Herrschaft des Kapitalverhältnisses wird am moralisch attributierten «Weltpolizisten» festgemacht. Damit bekommt der Kapitalismus ein Gesicht in Form der Militärmacht USA. Es ist Wahlweise der «texanische Erdölfundi Bush», der «Gorilla aus dem weissen Haus» oder ein «ultrakonservativer Think-Tank», der das ganze Elend einer ruinierten Welt zu verantworten hat. Damit wird das «automatische Subjekt» zugunsten eines politisch handelnden Subjekts USA negiert bzw. gar nie wahrgenommen, was das eigene Elend nicht verringert, wenigstens aber an der Projektionsfläche entladbar macht.

«Das Individuum, das die feindlichen Gefühle gegen die Autoritäten der Bezugsgruppe, ursprünglich gegen die Eltern, unterdrücken musste, sieht die «schlechten» Seiten dieser Machtfiguren – ihre angebliche Unfairness, ihr Eigennutz und ihre Herrschsucht – in den Fremdgruppen» (Adorno; Studien zum autoritären Charakter, S. 50) Dem eigenen Kollektiv wird der Anschein gerechter Arbeit, Natürlichkeit und der solidarische Einsatz für das Gemeinwohl attestiert. «Wir sind das Volk» (Kein-Krieg-Zeitung) und mit diesem kann sich eins fühlen, wer sich zuhause über die dummen Amis empört, ebenso wie der, welcher sich auf der Strasse neben seiner Arbeitslosenbetreuerin die Lunge aus dem Leib brüllt.

Die so ideologisch bewaffnete Friedensbewegung war keine Protestbewegung, sondern in erster Linie ein Revival des folgenreichen Modells der konformistischen Rebellion. Eine Rebellion, die den Antikapitalismus auf dem Boden des Kapitalismus scheinbar möglich macht, indem gemeinsam mit den eigenen Mächtigen gegen die «Fremdherrschaft» aufbegehrt wird. Die Bedürfnisse nach Unterwerfung, dem Wunsch nach Angehörigkeit zu einer «In-Group» (Das Volk) und der vermeintlichen Ausübung von Macht gegen eine «Out-Group»(die USA) korrelieren stark. «Wir sind das Volk. Es ist Zeit, dass wir uns daran erinnern, was der Satz wirklich heisst. Er heisst: Wir sind der Staat, wir haben die Macht. Diese Macht gibt uns das Recht, unsere Politiker zu beauftragen, einen Krieg gegen den Irak in jeder Form abzulehnen und in keiner Form zu stützen.» (Kein-Krieg-Zeitung) «Oft arrangiert sich das Individuum, indem es sich Machtfiguren gleichstellt, so dass er beide Bedürfnisse zu befriedigen vermag, das nach Macht und das nach Unterwerfung.» (Adorno; Studien zum autoritären Charakter, S. 57)

Angesichts der offensichtlichen Affinitäten der Friedensbewegung zum sogenannt strukturellen Antisemitismus erstaunt auch die notorische Verurteilung Israels nicht. Dieses wird als mächtig aber im Hintergrund agierend, zumindest aber als grösster Kriegsgewinnler dargestellt. Die «Le monde Diplomatique» weiss den wichtigsten Grund für den Irakkrieg, nämlich «dass die USA und Israel weiterhin freie Hand für eine Intervention im gesamten Nahen Osten haben. Die Vorteile einer solchen freien Hand sind aus der Sicht Israels, der proisraelischen Lobby und von deren Vertretern in der Bush-Regierung unmittelbar einleuchtend.» Unmittelbar einleuchtend sind auch die «Thesen» des «Revolutionären Aufbaus». Dieser schreibt in seiner Zeitung, der sogenannte «Likud-Plan» sei ein mit der US-Regierung abgesprochenes Geheimprojekt: «PalästinenserInnen, derzeit arbeitslos, sollen zu Hungerlöhnen im Irak das wieder aufbauen, was derzeit zusammengebombt wird. Einmal dort, dürfte ihnen eine Rückreise in die besetzten Gebiete verwehrt sein.» In den «Marxistischen Blättern» (MB), beschwert sich Shraga Elam, dass «über die Rolle Israels und der pro-israelischen US-Lobby bei der Kriegshetze und Kriegstreiberei» viel zu wenig diskutiert werde. Vielleicht sollte er statt Jan Van Helsings «Geheimgesellschaften» mal die Publikationen der Friedensfreunde lesen.
 

MadSkillz#3

auf Eis gelegt
Mitglied seit
6 Juli 2003
Beiträge
2.710
Jan van Helsing ist das Pseudonym eines Autors, der die 3teilige Reihe "Geheimgesellschaften" geschrieben hat! Alle drei Teile sind in Deutschland aber aufgrund stark antisemitischer Propaganda verboten! In Geheimgesellschaften wird u.a. sehr viel über die Illuminaten geschrieben!
Wer mal reinlesen will wird bei kazaa fündig!

Ansonsten sind in dem text zu viele Fremdwörter, das ich jetzt vernünftig auf die Reihe bekomme, was drinsteht ;)
 

Smoking Heizung

ist hier aktiv
Mitglied seit
8 April 2004
Beiträge
126
Van helsing is ganz intressant aber über 60Prozent von seinen Büchern is kompletter
schwachsinn und meiner Meinung nach nicht zu Unrecht verboten.
Ansonsten,wir kennen deine Meinung Hakan...
 

Big Mäk

Altgedient
Mitglied seit
7 April 2000
Beiträge
5.671
Original geschrieben von HakaNsbraten
Für diejenigen unter euch, die Lust haben was interessantes zu lesen. Der Text ist im Original hier zu finden. Viel Spaß beim Lesen.


Die antiamerikanischen Projektionen, welche den vermassenden Friedenstaumel massgeblich trugen, zeigen Ähnlichkeit zum regressiven (oft verkürzt genannten) Antikapitalismus. Dabei wird alles was am Kapitalismus als störend empfunden wird der USA zugeschrieben: Raffgier und Rücksichtslosigkeit («Kein Krieg für Profite»); Fremdherrschaft («USA raus aus Deutschland / Irak); Kulturlosigkeit und Widernatürlichkeit (Boykottiert McDonalds»).


Man achte auf das Wort "zugeschoben", welches die Wertung enthält, dass eben jene Denkweise illusorisch, bzw. eine reine Projektion eines weitflächig umgreifenden Problems auf ein einzelnes Land wäre. Dies gilt es aber zu prüfen, ob sich im Antiamerikanismus wirklich eine blosse Bündelung des Antikapitalismus vollzieht, in denen die Antikapitalisten die Anteile ihrer eigenen Nationen nicht sehen wollen und aus diesem Grunde einen Sündenbock ernennen. Meiner Meinung nach widerspricht das der Philosophie vieler Kapitalismusgegner, die ihr Handeln weitestgehend gegen den IWF richten und durchaus Kritik gegenüber Institutionen wie der EZB und monopolistisch veranlagten Multikonzernen äussern. Gleichzeitig wird im Antiamerikanismus sicher eine antikapitalistische Grundhaltung vermittelt, was meist aber darauf zurück zu führen ist, dass die oben stehenden Sätze meist von der "Linken" propagiert werden. Die Linke nun ist aber dafür bekannt die modernen kapitalistischen Strukturen, bzw. dem Neo-Liberalismus nicht viel Gutes abzugewinnen. Meiner Meinung nach entstehen Phrasen wie die Oben genannten nicht aus einem Projektionsbestreben, bzw. einer Verlagerung verschiedener Problemfelder auf ein zentriertes Problemfeld, sondern viel eher aus einer Überprüfung von Motiven und Ursachen zu modernen Phänomenen, wie eben der Kulturverwahrlosung. Es findet sich kein schlüssiger Beweis dafür, dass die antiamerikanischen Aussprachen blosse Projektion antikapitalistischer Tendenzen sind, es wird viel mehr mit der These argumentiert, das Ganze in gewohnt geschickter Rethorik, die manch einen gestandenen Polemiker wie mir ein Staunen ins Gesicht zaubert. Der Autor lässt das Argument, Amerika handele im Irak kriegerisch ohne UNO-Mandat, und somit antidemokratisch, aus Bequemlichkeit aus, es passt ja auch nicht in das Argumentationskonzept ;).



Die täglich erfahrene abstrakte Herrschaft des Kapitalverhältnisses wird am moralisch attributierten «Weltpolizisten» festgemacht. Damit bekommt der Kapitalismus ein Gesicht in Form der Militärmacht USA. Es ist Wahlweise der «texanische Erdölfundi Bush», der «Gorilla aus dem weissen Haus» oder ein «ultrakonservativer Think-Tank», der das ganze Elend einer ruinierten Welt zu verantworten hat. Damit wird das «automatische Subjekt» zugunsten eines politisch handelnden Subjekts USA negiert bzw. gar nie wahrgenommen, was das eigene Elend nicht verringert, wenigstens aber an der Projektionsfläche entladbar macht.


Eine blosse Aufzählung der These, die immerwieder in neuen, schönen Sätzen verpackt wird. Das hierbei die grundlegende Prämisse nur genannt, nicht aber bewiesen wird, muss ich wohl nicht wiederholen.
Es wird dem Leser suggeriert, dass die (stark polemisierten) kritischen Äusserungen gegen die USA nichts anderes wären, als Frustrationsschmälerndes Gerede, welches das persönliche Versagen nur verbergen soll. Das es zu einer Negation, bzw. zu einer Ausblendung von Problematik kommt, wird wiederrum nur behauptet, nicht aber belegt. Die kritischen Äusserungen werden umgekehrt und als Fremdaggressionen gewertet, die ihren Ursprung im äussernden Subjekt haben, eine Überprüfung der Realität erfolgt nicht.


«Das Individuum, das die feindlichen Gefühle gegen die Autoritäten der Bezugsgruppe, ursprünglich gegen die Eltern, unterdrücken musste, sieht die «schlechten» Seiten dieser Machtfiguren – ihre angebliche Unfairness, ihr Eigennutz und ihre Herrschsucht – in den Fremdgruppen» (Adorno; Studien zum autoritären Charakter, S. 50) Dem eigenen Kollektiv wird der Anschein gerechter Arbeit, Natürlichkeit und der solidarische Einsatz für das Gemeinwohl attestiert. «Wir sind das Volk» (Kein-Krieg-Zeitung) und mit diesem kann sich eins fühlen, wer sich zuhause über die dummen Amis empört, ebenso wie der, welcher sich auf der Strasse neben seiner Arbeitslosenbetreuerin die Lunge aus dem Leib brüllt.


Das Zitat von Adorno ist aus dem Kontext gerissen, Adorno untersucht die Dynamiken von Autorität und deren Auswirkungen auf Andere (besonders dem Gegenpol). Das Zitat ist in einem psychologischen Kontext zu betrachten, die Hypothese Adornos greift nur, wenn die Unterstellung, der regressive Charakter hätte in seiner Kindheit eine Unterdrückung seiner Selbst durch die Eltern (denen man ja kein negatives Bild entgegenstellen kann in einem gewissen Alter) erlebt. Das Argument wird dann hinfällig, wenn biographisch bewiesen werden kann, dass dies nicht genügend in der eigenen Kindheit geschehen ist. Das dem eigenen Kollektiv positive Attribute wie die Oben geschrieben zugeordnet werden, ist nicht weiter verwunderlich. Wer würde einer Gemeinschaft, in die man sich begibt und die man mitgestaltet, mit negativen Attributen wie Selbstsuch, Neid und Missgunst versehen? Die letzten Sätze des Absatzes sind derart polemisch, dass der Autor gerade die Glaubwürdigkeit eines Ronald Schills für mich erreicht hat...also gar keine mehr :p. Es wird unterstellt, man nutze Amerika als Feindbild (man achte darauf, dass die sonst so sachliche Sprache des Autoren plötzlich das Wort "Amis" benutzt...eine fein plazierte Falle, die mir aber nicht entgangen ist) um seiner eigenen Gemeinschaft eine gemeinsame Grenze zu geben und diese dadurch zu schützen und zu stärken. Nun muss man sich fragen: A) Was war zu erst da? Die Grenze, oder die Gemeinschaft? B) Warum aber wird von einem so breiten Spektrum von Menschen verschiedener Bildungsklassen und sozialer Schichten gerade Amerika als dieses Feindbild gewählt? Wird diese Wahl unwillkürlich gemacht, oder gar durch Medienpropaganda bestimmt? Ist es nicht die alte Mär vom dummen Volke, dass alles frisst, was man ihm vorsetzt, die uns hier vorgegaukelt wird? Das Beispiel mit dem Arbeitslosen ist einfach nur...naja...nennen wir es: Daneben!



Die so ideologisch bewaffnete Friedensbewegung war keine Protestbewegung, sondern in erster Linie ein Revival des folgenreichen Modells der konformistischen Rebellion. Eine Rebellion, die den Antikapitalismus auf dem Boden des Kapitalismus scheinbar möglich macht, indem gemeinsam mit den eigenen Mächtigen gegen die «Fremdherrschaft» aufbegehrt wird.


Dies ist eine Unterstellung und provokante These zugleich. Wo aber bleibt die Beweislage? In den obigen Abschnitten des Textes ist sie nicht zu finden. Es wird behauptet, dass alles Übel nach Aussen projeziert wird, was widerrum nichts als eine Simplifizierung der Friedensbewegung darstellt. Warum ist es verwunderlich, dass sich die Friedensbewegung gegen Amerika richtet, wenn Amerika einen Krieg anfängt??? Meiner Meinung nach hat obiger Absatz überhaupt keinen Halt und stellt wieder nur nett verpackte Ideen vor, die im Endeffekt doch nur die Realität Fernsehgerecht wiedergeben...also in dünnen Häppchen und Bildern geschnitten...


Die Bedürfnisse nach Unterwerfung, dem Wunsch nach Angehörigkeit zu einer «In-Group» (Das Volk) und der vermeintlichen Ausübung von Macht gegen eine «Out-Group»(die USA) korrelieren stark. «Wir sind das Volk. Es ist Zeit, dass wir uns daran erinnern, was der Satz wirklich heisst. Er heisst: Wir sind der Staat, wir haben die Macht. Diese Macht gibt uns das Recht, unsere Politiker zu beauftragen, einen Krieg gegen den Irak in jeder Form abzulehnen und in keiner Form zu stützen.» (Kein-Krieg-Zeitung)


Hier werden mal wieder zwei grundlegende Thesen in einem Topf geworfen. Es geht hierbei um grundlegende Bedürfnisse des Menschen. Eine These bessagt: "Unterwerfung", die andere These besagt "Zugehörigkeit zu einer Gruppe", dass man eine Integration beider nicht ausschliessen darf, ist mir wohl bewusst, aber es ist umstritten, welches Bedürfniss wirklich zu "In-Group" Bildungen führt. Der MEnsch als soziales Wesen ist auf eine Gemeinschaft angewiesen (PRÄMISSE!). Ist es da verwunderlich, dass es zu einer Verknüpfung von Interessensidentitäten zu einer Gemeinschaft kommt? Nein. Dies hat nichts mit dem Wunsch nach Unterwerfung zu tun. Das die Kritik an Amerika nichts anderes als eine Machtausübung seien soll, in der sich die Interessensgemeinschaft (Kriegsgegner auch genannt) gegen das Kriegsführende Land stellt, ist eine Hypothese, die mich fast lachen lässt. Wieder nichts als eine infame Unterstellung, es würde nur ein Vehikel gesucht werden um Frustrationen und Aggressionen gemeinsam abzuladen. Was die "Kein-Krieg-Zeitung" schreibt ist nichts anderes als polemisierter Mist, der faktisch falsch ist und kein anderes Ziel als Volksverhetzung hat. Schön zu sehen, dass diese progressiv-linken Strömungen ihren Gegnern (in diesem Falle der Autor) immer so schön Argumente in die Hand liefern :).


gleich gehts weiter...
 

Big Mäk

Altgedient
Mitglied seit
7 April 2000
Beiträge
5.671
Oft arrangiert sich das Individuum, indem es sich Machtfiguren gleichstellt, so dass er beide Bedürfnisse zu befriedigen vermag, das nach Macht und das nach Unterwerfung.» (Adorno; Studien zum autoritären Charakter, S. 57)
[/quote][/b]

Man möge Anmerken, dass Adornos "Studien zum autoritären Charakter" eben genau dies ist: Eine Studie zu einem Charakter, sprich, einem Individuum in dem bestimmte Persönlichkeitsanteile dominierend ausgeprägt sind. Vergleiche auch "Über den nervösen Charakter" v. Alfred Adler, sowie "Grundformen der Angst" von Riemann, beides Bücher in denen Charaktere typologisiert werden, von denen wir alle Anteile in uns tragen (Bausteine menschlicher Psyche), die aber im Endeffekt nur dann auf die in den Büchern beschriebenen Denk/Verhaltensstrukturen zurückgreifen, wenn diese Anteile besonders dominant ausgeprägt sind. Es ist also fatal anzunehmen, dass jeder Mensch aus diesen Motiven sich einer Friedensbewegung anschliesst, die Forderungen an den Staat stellt. Dies mag immer Teil eines Beweggrundes sein, doch ist dieser verschwindend gering im Falle eines geistig gesunden Menschen.



Angesichts der offensichtlichen Affinitäten der Friedensbewegung zum sogenannt strukturellen Antisemitismus erstaunt auch die notorische Verurteilung Israels nicht. Dieses wird als mächtig aber im Hintergrund agierend, zumindest aber als grösster Kriegsgewinnler dargestellt. Die «Le monde Diplomatique» weiss den wichtigsten Grund für den Irakkrieg, nämlich «dass die USA und Israel weiterhin freie Hand für eine Intervention im gesamten Nahen Osten haben. Die Vorteile einer solchen freien Hand sind aus der Sicht Israels, der proisraelischen Lobby und von deren Vertretern in der Bush-Regierung unmittelbar einleuchtend.»


Ein Argument, das erstaunlicherweise leider mal zutreffend ist, auch wenn es sich nicht, wie der Autor es versucht, auf die gesamte Antikriegsbewegung anwenden lässt, sondern nur auf bestimmte Teile dieser. (Bedenke: Gruppen spalten sich IMMER in verschiedene Elemente mit verschiedenen Interessensgrundlagen, auch wenn vordergründig ein gemeinsames Interesse besteht, welches den Gruppenzusammenhalt definiert).


Unmittelbar einleuchtend sind auch die «Thesen» des «Revolutionären Aufbaus». Dieser schreibt in seiner Zeitung, der sogenannte «Likud-Plan» sei ein mit der US-Regierung abgesprochenes Geheimprojekt: «PalästinenserInnen, derzeit arbeitslos, sollen zu Hungerlöhnen im Irak das wieder aufbauen, was derzeit zusammengebombt wird. Einmal dort, dürfte ihnen eine Rückreise in die besetzten Gebiete verwehrt sein.»


Hier nimmt mir der Autor die Arbeit ab, darzustellen, dass auf der Gegenseite nicht weniger absolut schwachsinnige Propagande betrieben wird :D Lustig zu lesen sind die "Hypothesen" allemal.



Abschliessend sei gesagt, das man eine Simplifizierung eines Problems nicht mit einer Simplifizierung der Simplifizierung beantworten kann, darf, soll, sondern vielmehr eine ausführliche Übersicht über die Zusammenhänge darstellen sollte, die nachvollziehbar klar macht, wie und warum es zu Simplifizierungen kommt und gleichzeitig verdeutlicht, was an diesen falsch ist.

PEACE!!!
 

Big Mäk

Altgedient
Mitglied seit
7 April 2000
Beiträge
5.671
Original geschrieben von HakaNsbraten
Ich geh mal kurz auf den ersten Beitrag ein - und das auch nicht wirklich lang, da es mir an der Zeit fehlt.



Kapitalismus lässt sich nicht an einzelnen Betrieben festmachen, so funktionieren sie nur als ein Teil des Systems. Es ist egal wo du etwas kaufst, denn allein der Fakt, dass du konsumierst unterstützt den Kapitalismus. Die Avantgarde der "Nicht-Partizipierenden" wähnt sich stolz nicht ein Teil des Systems zu sein. Von daher kann eine Kritik an einem Betrieb niemals greifen, wenn nicht im selben Atemzug das System - welches ja schließlich die Grundlage für die Manifestierung der kapitalistischen Gesellschaft ist - kritisiert wird. Desweiteren spielt es in antiamerikanische Projektionen keine zentrale Rolle ob der Irak Krieg mit oder ohne Uno-Mandat geführt wird (wobei es natürlich ein gefundenes Fressen für die Anti-Amis ist, so haben sie doch ein weiteres "Argument").


Darum ging es mir auch nciht. Sondern es ging mir darum, darzustellen, dass die Antikapitalisten (um sie mal alle in einen topf zu werfen) ihre Bemühungen nicht allein auf Amerika projezieren, sondern durchaus differenziert wählen, wo und wen sie kritisieren. Auch ist eine Kritik gegen einen Konzern nicht gleich eine Kritik gegen einen Produzenten, es geht um die Art des Vertriebes, bzw. der Arbeitsweise eines monopolistisch veranlagten Multikonzerns (wie Beispielsweise Mercedes, gegen die Autos an sich äussern sich die Antikapitalisten nicht, sondern gegen die Hauspolitik des Konzerns, nur als prophanes Beispiel). Das man sich den kapitalistischem System nicht entziehen kann, habe ich ja nirgends angezweifelt ;).
Und das der Krieg ohne UNO-Mandat geführt wird, ist durchaus ein zentraler Punkt für die Friedensbewegung. Die These der antiamerikanischen Projektion unterstellt ja, dass dies nebensächlich wäre. Ist es aber nicht. (Erläuterung siehe Oben).



A) Die Gemeinschaft, denn eine Grenze wirkt sich erst dann, wenn sich "Unterschiede" herauskristallisieren. Die Nation (ebenso eine Grenze) ist im Endeffekt nichts weiter, als die ultimative Konsequenz eines Zusammengehörigkeitsgefühls! Was den Punkt B) angeht: Ich bin mir nicht sicher, ob die Frage rhetorischer Natur ist oder nicht. Auch wenn die Medien ihren Anteil zum Hass dazuliefern, so sind sie nicht der Ursprung bzw. die Ursache. Der Hass ist eben in verschiedenen Aspekten zu suchen (u.a. eben auch eine "zionistische Lobby")


A) bildet sich eine Gemeinschaft nicht aus Grenzen??? du machst es Dir zuleicht die frage zu beantworten, so war sie auch gar nicht gemeint. Genau das sage ich ja in B) aus, nämlich, dass man nicht alles auf die Presse und die Dummheit des Volkes schieben darf, sondern dass die Problematik vielschichtig und tief verankert ist, und da gilt es nach Hintergründen und Ursachen zu suchen und nicht, wie der Autor des Textes es tut, sich mit diesen Oberflächlichen Gedöns abzufinden.



Entscheidend ist nicht der Punkt, dass Krieg geführt wird sondern wer ihn führt, denn es sind nicht so riesige Schluchten zwischen der Interessenslage.

Hm...das ist meiner Meinung nach zu simplifiziert ausgedrückt. Die gesamte Problematik geht weiter, als sie allein auf die Schlucht zwischen den Interessenslagen zu reduzieren. Es geht um Ursachen des Krieges, Ablauf des Krieges, Hintergründe des Krieges, Vorgeschichte der angespannten Situation, Ziele des Krieges etc... Sicher spielt die Interaktion da auch eine Rolle, aber sie ist nur ein Element der Problematik und darf nciht isoliert für die Problematik gestellt werden.

PEACE!!!
 

hajlok

auf Eis gelegt
Mitglied seit
29 April 2000
Beiträge
2.026
Re: Re: Antiamerikanische Projektionen

Original geschrieben von Big Mäk

Warum ist es verwunderlich, dass sich die Friedensbewegung gegen Amerika richtet, wenn Amerika einen Krieg anfängt???

wo war die deutsche friedensbewegung denn dann beim jugoslawienkrieg 1999, als deutschland erstmals seit 45 wieder nen krieg (mit-)führte?
ist es nich verwunderlich bzw bezeichend, dass die krauts nur auf die straße gehn, wenns gegen die amis geht?
 

Big Mäk

Altgedient
Mitglied seit
7 April 2000
Beiträge
5.671
Re: Re: Re: Antiamerikanische Projektionen

Original geschrieben von hajlok


wo war die deutsche friedensbewegung denn dann beim jugoslawienkrieg 1999, als deutschland erstmals seit 45 wieder nen krieg (mit-)führte?
ist es nich verwunderlich bzw bezeichend, dass die krauts nur auf die straße gehn, wenns gegen die amis geht?

Das ist so nicht ganz richtig. Auch gegen diese Kriege gab es Demonstrationen, so diese auch nciht die gleiche Öffentlichkeit erreicht haben, wie die Demos gegen Bush (warum nur??? :D). Gelichzeitig gab es gegen Gerhard Schröder, ich glaube an die 40 Anklagen wegen Verfassungsbruchs (Beteiligung an einen Luftangriff steht klar gegen die Enthatsamkeit in Kriegsfalle), wobei jede Anklageschrift unter grossen Mühen der Staatsanwaltschaft abgewiesen werden konnte (soviel zum Thema juristische Immunität...jaja, der gute Rechtsstaat :D).
Natürlich wird eine viel breitere Öffentlichkeit erlangt, wenn es gegen Amerika geht, liegt aber vielleicht auch an der Medienwirksamkeit des Ganzen, ne?

PEACE!!!
 

freshhh!

gehört zum Inventar
Mitglied seit
13 Oktober 2003
Beiträge
1.469
Re: Re: Re: Antiamerikanische Projektionen

Original geschrieben von hajlok
dass die krauts nur auf die straße gehn

nur um dir die illusion zu rauben - du bist genauso ein kraut, da du in deutschland wohnst, punk
 

r!zZ4

ist hier aktiv
Mitglied seit
13 Februar 2004
Beiträge
131
Original geschrieben von MadSkillz#3
Jan van Helsing ist das Pseudonym eines Autors, der die 3teilige Reihe "Geheimgesellschaften" geschrieben hat! Alle drei Teile sind in Deutschland aber aufgrund stark antisemitischer Propaganda verboten! In Geheimgesellschaften wird u.a. sehr viel über die Illuminaten geschrieben!
Wer mal reinlesen will wird bei kazaa fündig!

Ansonsten sind in dem text zu viele Fremdwörter, das ich jetzt vernünftig auf die Reihe bekomme, was drinsteht ;)

hab von dem ma eins angelesen , " geheimgesellschaften und ihre macht im 20. jahrhundert". als ich da so anfing zu lesen , gings los mit antimaterie und dass diese schon längst erfunden sei , bla bla.... , bis zur der behauptung das hitler in seiner regierungszeit schon ufo's entwickelte.das buch ist eine verschwörungstheorie gegen die menscheit . angefangen bei den kreuzrittern , bis in die chefetage von banken !

ps: helsing ist ein pseudonym , er ist antisemitisch , nationalistisch
und was weiss ich noch alles
 

newbie

Senior Member
Mitglied seit
16 Juli 2000
Beiträge
2.184
Re: Re: Re: Antiamerikanische Projektionen

Original geschrieben von hajlok


wo war die deutsche friedensbewegung denn dann beim jugoslawienkrieg 1999, als deutschland erstmals seit 45 wieder nen krieg (mit-)führte?
ist es nich verwunderlich bzw bezeichend, dass die krauts nur auf die straße gehn, wenns gegen die amis geht?
dann tu mir nen gefallen und verpiss dich aus deutschland. komisch dass es in england, frankreich, italien, spanien und in den usa auch protestierendes kraut gibt
 

HakaNsbraten

auf Eis gelegt
Mitglied seit
3 April 2004
Beiträge
1.773
Re: Re: Re: Re: Antiamerikanische Projektionen

Original geschrieben von newbie

dann tu mir nen gefallen und verpiss dich aus deutschland. komisch dass es in england, frankreich, italien, spanien und in den usa auch protestierendes kraut gibt

stimmt. wenns dir nicht passt, kannste ja immer noch gehen
 
Oben Unten