Alles zum Thema Islam, Islamismus, politischer Islam und Islamofundamentalismus III

Gronka Lonka

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Aus einem autokratischen Herrschaftsstil resultiert aber noch lange kein Machtanspruch des Militärs. Ein Militärputsch ist grundsätzlich noch mal ein ganzes Stück autokratischer, als ein demokratisch gewählter Präsident, auch wenn der gewaltsam gegen Demonstranten vorgeht. Insbesondere, wenn das Militärregime dann noch mit einer Brutalität vorgeht, die die des vorigen Amtsinhabers mindestens um das Zehnfache übersteigt.

also wäre das stauffenberg-attentat ein ganzes stück autokratischer als hitler? o_O es kommt immer auf den einzelfall an, so plakativ, wie du deine aussage triffst, stimmt sie nicht. und zu dem zeitpunkt, als das heft gedruckt wurde, war nicht absehbar, wie brutal sisi in wirklichkeit vorgeht.

"Im Angesicht eines drohenden Bürgerkriegs". Schön, dass du hier völlig unreflektiert die selbstgerechte Propaganda eines brutalen Militärregimes reproduzierst. Das zeigt wessen Geistes Kind du bist.

"wes geistes kind..." ist deine lieblings-plattitüde, wa? :D aber dass im rahmen des arabischen frühlings gewalttätige massenproteste zu einem bürgerkrieg führen können, haben syrien und libyen ganz gut gezeigt, nä?

Natürlich hat das Militär einfach die Gelegenheit genutzt, um die Macht wieder an sich zu reißen. Du kannst über Mursi sagen was du willst, aber er war im Begriff die Rolle des Militärs aufs Nötigste zu reduzieren. Das hat den Generälen nicht gefallen und deswegen nutzten sie die Gunst der Stunde, um ihren eigenen Status zu sichern (und auszubauen).

Ich sehe übrigens nicht, wie man einen Bürgerkrieg verhindern kann, indem man die Konfliktpartei entmachtet, unter deren Anhängern sich vermutlich mehr gewaltbereite Fanatiker befinden als im liberalen Camp. Nagut, es sei denn man massakriert die Anhänger besagter Konfliktpartei massenhaft, aber ob die sich davon dauerhaft einschüchtern lassen, ist auch wieder eine andere Frage. Und außerdem sind das doch irgendwie ganz schön krasse Nazimethoden, nicht?

Was spielt das für eine Rolle, was die Muslimbrüder "gesät" haben? Die Demonstranten waren nichts weiter als friedliche Demonstranten mit einem legitimen Anliegen, die auf brutalste Weise massakriert wurden. Und daran ändert nichts etwas, egal wie du dir die Dinge hindrehst. Insofern ist und bleibt das entsprechende Cover von Charlie Hebdo eine asoziale Verhöhnung unschuldiger Opfer eines Massakers und hat mit Religionskritik nicht das Geringste zu tun.

und jetzt führ dir bitte noch mal den auszug aus wikipedia vor augen, den ich gepostet hatte, und überlege dir, welche infos am 10. juli 2013 bekannt waren und welche nicht. wie viel dreck sisi und co am stecken haben, hat sich erst im laufe der zeit herausgestellt,

Wieso hinkt der Vergleich? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Offenbar tragen die Demonstranten die dort abgeschlachtet wurden in deinen Augen mehr oder weniger eine Mitschuld an den Verbrechen des Mursi-Regimes und haben es dadurch mehr verdient verspottet zu werden als israelische Siedler, die ermordet werden (und die übrigens auch oft gewalttätig sind, aber lassen wir das mal beiseite).

die ermordeten tragen natürlich insofern eine mitschuld an den verbrechen des mursi-regimes, als dass sie (nebst vielen anderen) das mursi-regime erst ermöglicht haben. israelische siedler hingegen haben können gar kein unrechtsregime ermöglicht haben, da israel ein demokratischer rechtsstaat ist.

Das Vorurteil (Sozialschmarotzer) bezieht sich aber auf Muslimas, die in Europa leben. Wenn mir also die "Ambivalenz, dass Muslimas einerseits sexuell unterdrückt und andererseits als Sozialschmarotzer bezeichnet werden (und das Vorurteil damit entkräftet werden soll)" (es fällt mir schwer diese Scheiße überhaupt zu wiederholen) bewusst werden soll, dann muss sich die Idee, dass Musliminnen sexuell unterdrückt werden zwangsläufig auch auf in Europa lebende Musliminnen beziehen.

Ich halte es für rassistisch ständig antimuslimische Klischees zu reproduzieren.

immer ein bisschen mühsam, wenn man alles zwei mal schreiben muss. kenn ich eigentlich eher aus diskussionen mit o.gebannter und ceza. also noch mal: wenn du es wirklich für rassistisch hältst, darauf hinzuweisen, dass in der islamischen welt frauenrechte systematisch missachtet werden, dann bin ich gerne ein rassist in deinen augen.

Publikationen wie Charlie Hebdo definieren immer mehr das Bild, was man in Europa von Muslimen im Allgemeinen hat. Und mit der islamischen Welt hat das überhaupt nichts zu tun. Als würde uns das interessieren. Es geht um die hier lebenden Muslime. Die paranoide Sicht auf die, die hier leben, gibt den Impuls ständig sowas zu zeichnen und die Zeichnungen verstärken wiederum die Paranoia. Aber klar, geschieht alles im Dienste der Aufklärung.

und wenn man nicht über probleme redet, dann verschwinden sie irgendwann von selbst? :D das ist nämlich das, was du mit deinem "prätentiösen, hochtrabenden Geschwafel" (C. Boddicker) umschreibst.

So wie es einiges über deine Einstellung aussagt, wenn du die antisemitischen Cartoons eines Nazi-Sympathisanten verteidigst, sagt es einiges über die Einstellung der Charlie Hebdo Mitarbeiterin aus, wenn sie einen Karikaturisten verteidigt, der ganz klar rassistisch motiviert ist.

aus deinem artikel: "I remember a full-page article by Caroline Fourest which appeared on June 11 2008. In it, she recounted her friendly meeting with the Dutch cartoonist Gregorius Nekschot, who had gotten some grief for representing his Muslim fellow-countrymen in a particularly hilarious way." - du argumentierst jetzt also ernsthaft damit, dass sich eine teilzeit-mitarbeiterin von charlie hebdo, die übrigens auch bis 2012 für le monde geschrieben hat und eine wöchentliche radiokolumne beim öffentlich-rechtlichen radiosender france culture hat, mal mit einem zweifelhaften holländischen zeichner getroffen hat? o_O

Zumindest bist du beispiellos unaufrichtig und übertriffst mit deinem prätentiösen, hochtrabenden Geschwafel selbst Chavezz. Deshalb klinke ich mich an dieser Stelle aus der Diskussion aus.

na also :):thumbsup:
 

Clarence Boddicker

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nein, sie hat sich nicht bloß mit diesem zeichner getroffen, sondern seine arbeit auch verteidigt. habe ich ein oder zwei seiten vorher auch schon zitiert. und auch der rest deines beitrags ist so voller unnötigem dünnschiss, dass es einfach völlig zwecklos ist, das weiter mit dir zu diskutieren.

edit: du bist doch so unfähig die einfachsten argumente nachzuvollziehen, dass einem beim lesen deiner geistig zurück gebliebenen beiträge massenweise gehirnzellen absterben.
 
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Gronka Lonka

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nein, sie hat sich nicht bloß mit diesem zeichner getroffen, sondern seine arbeit auch verteidigt.

okay, stimmt. ist aber auch so was von scheißegal, bruder. die könnte sogar carlos latuff verteidigen und es würde nix ändern ;) diese karikaturen sind nicht in charlie hebdo erschienen, fourest hat nicht für charlie hebdo gesprochen, fourest hat nicht gesagt, dass sie hinter dem inhalt der karikaturen steht, sondern lediglich, in welchem kontext diese karikaturen zu verstehen sind. das ist wohlgemerkt das, was ich einem text entnehme, in welchem fourests äußerungen so aufbereitet wurden, dass sie diese in einem möglichst schlechten licht dastehen lassen. diese angelegenheit ist so irrelevant, dass sogar du das merken müsstest.

habe ich ein oder zwei seiten vorher auch schon zitiert. und auch der rest deines beitrags ist so voller unnötigem dünnschiss, dass es einfach völlig zwecklos ist, das weiter mit dir zu diskutieren.

edit: du bist doch so unfähig die einfachsten argumente nachzuvollziehen, dass einem beim lesen deiner geistig zurück gebliebenen beiträge massenweise gehirnzellen absterben.

okay bruder
 

Clarence Boddicker

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Selbstverständlich verteidigt Fourest die Inhalte der Karikaturen:
Fourest granted, the slightly coarse humour of her friend “doesn’t always travel well”, but it must be understood “in the Dutch context which is ultra-tolerant, even angelic, towards fundamentalism.”
Warum würde sie sich sonst genötigt sehen zu erklären in welchem Kontext die Karikaturen zu verstehen seien? Natürlich in der Absicht darüber hinweg zu täuschen, dass es sich dabei um puren Rassismus handelt. Und ja, natürlich prägen solche Aussagen von Charlie Hebdo Mitarbeitern den Kontext, in dem die Arbeit von Charlie Hebdo zu sehen ist. Jedes Magazin, dass sich ähnlich über bspw. Dieudonné äußern würde, wäre doch sofort das Ziel hysterischer Tiraden von Leuten wie dir und Chavezz. Und jetzt hör verdammt noch mal auf dich hier aufzuführen wie ein schlüpfriger Strafverteidiger.
 

--Cha\/ezz--

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Islamismus in DeutschlandDie Linke im Muff von tausend Jahren
Ich konnte aus Algerien berichten, was ich wollte, die kleine linke Dynastie im Frankfurter Nordend wollte von einem verknöcherten Islam nichts wissen. Sie weigerte sich, die Schutzwand zwischen Islam und Islamismus zu durchbrechen. Sie wurde höher und höher, bis eine Wand aus Muslimen daraus wurde. Die Trennwand sollte unangreifbar werden, indem man sagte: Wer den Islam angreift, greift die Muslime an.

Ich fragte sie: Warum haben die Islamisten dann genau jene Intellektuellen, jene Schriftsteller, Künstler, Theaterleute, Filmemacher und Sänger umgebracht, die gleichfalls allesamt gegen das korrupte Willkürregime gewesen sind? Warum sollten sie das getan haben, wenn es ihnen doch um das „Wohl des Volkes“ gegangen ist? Darauf bekam ich Antworten à la „Das liegt an der geistigen Entwurzelung Algeriens durch den Kolonialismus“, obwohl zum Beispiel der Arzt und Schriftsteller Laadi Flici in seiner Jugend auf Seiten der Aufständischen in der „Schlacht von Algier“ gegen französische Fallschirmjäger gekämpft hatte. Er wurde in seiner Praxis in der heruntergekommenen Kasbah von Algier mit zwei Schüssen niedergestreckt, obwohl er hier den Ärmsten der Armen half.

Als diese Argumentation nichts fruchtete, berichtete ich von Tamesguida. In der dortigen Schlucht baute die jugoslawische Firma Hydro-Elektra 1993 im Auftrag der algerischen Regierung einen Staudamm. In einer Dezembernacht schlichen sich bewaffnete Untergrundislamisten an die Baracken der Hydro-Elektra-Mitarbeiter, banden den hilflosen Jugoslawen die Hände mit Draht auf den Rücken und schauten nach, wer beschnitten war und wer nicht. Zwölf Kroaten wurden noch in der Nacht zum Flusslauf geführt und mussten nebeneinander niederknien. Einem nach dem anderen schnitten die Islamisten die Kehle durch: Selektion nach religiösem Raster, denn die verschonten bosnisch-muslimischen Hydro-Elektra-Mitarbeiter waren so sehr „Unterstützer des Tyrannen“ (des Militärregimes) wie die abgeschlachteten Kroaten. Bald aber wurde das Raster „Gläubige - Ungläubige“ auch auf Muslime selbst ausgeweitet, wurden sie nach „wahren“ und „falschen“ unterteilt.


http://www.faz.net/aktuell/politik/...inke-im-muff-von-tausend-jahren-13377388.html
 
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Svansen

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Die Eltern des verhafteten IS Kämpfers Ayoub B. haben einen Offenen Brief verfasst



ok, weil fb nicht will:

Familie von Ayoub B. nimmt Stellung:

19. Januar 2015

Liebe Nachbarn, liebe Wolfsburger,
vieles wurde in den letzten Tagen geschrieben und berichtet. Plötzlich befand sich unsere ruhige Straße und Stadt im Fokus des landesweiten Interesses. Regionale und überregionale Presse kampierte vor unserer Haustür. Wir wurden überhäuft mit Interview-Anfragen, die wir alle ablehnten.
Dennoch ist es unser Wunsch und unser Selbstverständnis von guter Nachbarschaft, Sie aufzuklären und Ihnen die Ereignisse aus unserer Sicht zu schildern. Denn die Berichterstattung, so umfangreich sie auch war, verkennt einige wichtige Fakten.
Zu Beginn möchten wir Ihnen versichern, von uns geht, ging nie und wird auch in Zukunft keinerlei Gefahr ausgehen.
Die Entwicklungen der Letzten Tage, können aus unserer Sicht nur als reißerische Hexenjagd bezeichnet werden. Tatsachen wurden verdreht und die Realität, bewusst oder unbewusst, falsch dargestellt, sodass aus einem Aussteiger, der Kopf einer Terror Zelle wurde.
Was Sie mit Sicherheit nicht der Presse entnehmen konnten, ist dass unser Sohn Ayoub B. sein Handeln zutiefst bereut.
Die Frage, auf die wir Ihre Aufmerksamkeit lenken möchten:
Wie wird man ein Aussteiger?
Ayoubs Flucht ist in den Augen des IS ein Verrat, auf dem die Todesstrafe steht. Ayoub wurde nach seiner Flucht als Verräter bezeichnet und umgehend auf verschiedene Todeslisten gesetzt. Dieser Umstand war den Sicherheitsbehörden bekannt. Ayoub B. erhielt in regelmäßigen Abständen Morddrohungen und auch davon hat er die Behörden in Kenntnis gesetzt.
Wenn sich die Presse die Mühe gemacht hätte, die gängigen deutschen Salafisten-Seiten zu verfolgen, hätte man breite Solidarität mit den Verhafteten in Berlin, Belgien und Frankreich beobachten können, nicht jedoch mit dem Syrien-Aussteiger Ayoub B..
Schon am Tag seiner Rückkehr aus Syrien hat sich Ayoub B. bei den Behörden gemeldet. Ihnen die Ereignisse detailliert geschildert und mit ihnen kooperiert. Seit dem Tag vor sechs Monaten hat es diverse Treffen gegeben. Sechs Monate, in denen er seine schrecklichen Erlebnisse mit Hilfe von Psychologen versucht hat aufzuarbeiten. Sechs Monate, in denen er in Angst vor möglicher Vergeltung
gelebt hat.
Woche für Woche haben wir die immer mehr rückkehrende Normalität und das Verschwinden des Kriegstraumas beobachtet. Um so schockierender für uns war es zu sehen, wie er während seiner Festnahme in alte Verhaltensmuster zurückfiel. Wer sich das Foto der Festnahme genau anschaut, sieht die Angst und das Entsetzen in Ayoubs Augen. Aus dem Gefühl, in die Enge getrieben worden zu sein, erklären wir uns seine Trotzreaktion.
Was Sie der Presse ebenfalls nicht entnehmen konnten, ist das Engagement Ayoubs für Aufklärung und Prävention. Weil er vielen Jugendlichen glaubhaft von seinen grausamen Erlebnissen und dem größten Fehler seines Lebens erzählt hat, konnte er sie von der Ausreise abhalten und von diesen verirrten Ideen befreien.

Liebe Nachbarn und Mitbürger, ist Ayoub B. ein Syrien-Rückkehrer? Ja!, hat er sich von Hasspredigern manipulieren lassen, Ja! Hat er seine Entscheidung bereut und durch Wort und Tat versucht seinen Fehler wieder gut zu machen, Ja! Ist Ayoub B. ein Terrorist und geht von ihm eine Gefahr aus, mit Sicherheit NEIN!!!
Wir als Familie wünschen uns einen fairen Prozess, ohne mediale Hetze, ohne gesellschaftliche Stigmatisierung und Vorverurteilung.
Im Namen unserer gesamten Familie bedanken wir uns bei allen, die uns in dieser schweren Zeit Kraft gaben. Genauso bedanken wir uns bei denen, die trotz der Berichterstattung Fair geblieben sind.
 

YakDödel

Frischling
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6 November 2014
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Hätten die Eltern bei der Erziehung nicht so monumental versagt müssten sie nicht solche Briefe verfassen.
Die sollten auch n Prozess bekommen wegen unterlassener Hilfeleistung im Mensch werden.
Gehören alle gemault
 
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