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MZEE Recap 2025: #13 "Schwarzer Lotus" von Megaloh

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "Schwar­zer Lotus" von Megaloh.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Ich nehm' das Mic, der Rest ist auto­ma­tisch entbehrlich.

Ehr­li­cher­wei­se muss ich geste­hen, dass ich Mega­loh über die letz­ten Jah­re ein wenig aus den Augen ver­lo­ren habe. "Mons­ter" hat­te mich zum Fan wer­den las­sen, aber spä­tes­tens nach der Trettmann-​Kollabo "Herb & Man­go" wur­de es deut­lich weni­ger mit der Begeis­te­rung für den Ber­li­ner. "Schwar­zer Lotus" aber lässt mich da zurück­ru­dern und die eher lang­wei­li­gen Kon­zept­al­ben und Phra­sen­dre­sche­rei der ver­gan­ge­nen Jah­re vergessen.

Denn das Album ist wirk­lich unglaub­lich gut. Der Ber­li­ner hat ein­fach Wu-​Tang Clan und einen Schuss Roc Mar­cia­no mit einer ordent­li­chen Pri­se Moa­bit und alters­ge­mä­ßer Selbst­re­fle­xi­on zusam­men­ge­wor­fen. Und das Ergeb­nis funk­tio­niert bes­ser als alles, was man irgend­wie in der Rich­tung bis­her auf Deutsch hören konn­te. Die größ­ten­teils in Eigen­re­gie pro­du­zier­ten Beats sind alle mini­ma­lis­tisch und im bes­ten Sin­ne ein­fach, aber nie lang­wei­lig gehal­ten. Da gibt's dann halt auch mal gar kei­ne Drums und trotz­dem wird mit dem Kopf genickt. Den Löwen­part für die Sog­wir­kung beim Hören über­nimmt aber der Rap. Dass Mega­loh zu den bes­ten Rapper:innen Deutsch­lands zählt, dürf­te längst all­ge­mei­ner Kon­sens sein. Nicht immer kom­men sei­ne Skills aber so zur Gel­tung wie auf die­sem Pro­jekt, wo er sich den benö­tig­ten Raum auf den Songs ein­fach neh­men kann. Bei jedem wie­der­hol­ten Hören ent­deckt man so vie­le neue Rei­me und Wort­spie­le, dass im Auto lei­der nie­mand reden darf, wenn das Album läuft. Und auch wenn mal nicht ganz so ver­siert getex­tet und ledig­lich "Fuchs, du hast die Gans gestoh­len" rezi­tiert wird: Stim­me und Flow machen so viel wie­der wett, dass auch das ein­fach gut klingt.

Ins­ge­samt ist "Schwar­zer Lotus" natür­lich sehr nischig und "HipHop-Hände"-Rap, aber wer so was mag, der wird das Album lie­ben. Und davon ist aus­zu­ge­hen, immer­hin seid Ihr hier bei MZEE​.com.

(Simon Back)