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MZEE Recap 2025: #11 "SIE!" von Eli Preiss

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "SIE!" von Eli Preiss.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Ich lass' mir nix sagen von 'nem Ste­fan, Oida, fix nicht.
Sitz' in teu­ren Autos, hier sind Fens­ter­schei­ben blickdicht.

Eli Preiss pola­ri­siert auf den ers­ten Blick. Optisch könn­te man sie nicht erst seit ihrem VOGUE-​Editorial als neu­es Pop­s­tern­chen ein­ord­nen, doch musi­ka­lisch setzt die Wie­ne­rin seit Jah­ren eige­ne Maß­stä­be. Mit der "SIE!"-EP unter­streicht sie erneut, war­um sie zu den viel­sei­tigs­ten Musiker:innen in der deutsch­spra­chi­gen Sze­ne gehört: Sie singt und rappt, jeder Track der EP stammt von einem ande­ren Pro­du­zen­ten, doch ihr smoot­her, atmo­sphä­ri­scher Stil bleibt unverwechselbar.

Die EP star­tet mit "Weck mich", einem nach­denk­li­chen Track, der die Erfol­ge und Zwei­fel der letz­ten Jah­re ver­ar­bei­tet. Auch "Wim­pern­schlag" zeigt ihre dunk­le, intro­spek­ti­ve Sei­te, indem sie Bezie­hungs­er­fah­run­gen auf melan­cho­li­schen Syn­thies und dunk­len Bäs­sen ver­packt. Doch "SIE!" kann auch anders: "Bus­si" ist eine Hym­ne auf Freund­schaft und Sis­ter­hood, ein Track, der klar macht, dass sie sich von äuße­ren Urtei­len – beson­ders denen von Män­nern – nicht beein­dru­cken lässt. Der Beat von End­zo­ne ist ein­gän­gig, fast eupho­risch, und gibt gemein­sam mit ihrer Stim­me Disney-​Vibes. Auch auf "Sail­or Moon" mit mak­ko geht es um Par­ty und die Freu­de am Dumm­ge­hen, bevor die EP mit "Glücks­sträh­ne" endet. Einem opti­mis­ti­schen Aus­blick, in dem Eli Preiss ihre Zufrie­den­heit mit dem aktu­el­len Stand ihrer Kunst aus­drückt, aber auch kri­tisch reflek­tiert, was sie nervt: "Sie nen­nen Frau'n Industry-​Plants, wenn es läuft. Ihr seid Girl's-Girls, außer bei ihr läuft mehr als bei euch. Ich bin inde­pen­dent, schreib' die Tex­te selbst. Mach' kein Fea­ture für den Fame, fea­ture nur, wenn's mir gefällt."

Die "SIE!"-EP ist für mich eine kla­re, run­de Ansa­ge: Eli Preiss bewegt sich wei­ter­hin sou­ve­rän zwi­schen Gen­res, ohne sich fest­zu­le­gen – sie bleibt authen­tisch und tech­nisch stark. Nach­dem man in ihrem TikTok-​Adventskalender Ein­bli­cke erhal­ten hat, wel­che Per­len an Songs noch auf ihrer Fest­plat­te lagern, bin ich umso gespann­ter, was uns 2026 erwartet.

(Kers­tin Klein)