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MZEE Recap 2025: #05 "Scherbenland" von RAPK

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "Scher­ben­land" von RAPK.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Der Rauch steigt auf und die Welt zer­bricht in Scherben.
Ich schau' von oben dabei zu.

Vor acht Jah­ren ist das Ber­li­ner Elektronik-​Trio Mode­rat als Head­li­ner auf dem PULS Open Air auf­ge­tre­ten und ich kann das heu­te noch als eines der schöns­ten Kon­zer­te mei­nes Lebens benen­nen. Zum einen, weil der Groß­teil mei­ner Liebs­ten mit mir dort war und es eine kit­schig schö­ne Som­mer­nacht mit cir­ca fünf bis neun lau­war­men Bechern Mara­cu­ja­sekt war. Zum ande­ren, weil Mode­rat eine ver­dammt gute Live-​Show ablie­fern und die mit­rei­ßen­de Musik per­fekt auf ein Fes­ti­val passt.

Ziem­lich genau acht Jah­re spä­ter saß ich letz­ten Som­mer auf nord­iri­schen Klip­pen mit kla­rem Blick aufs Meer. Ja, ich weiß, auch kit­schig schön, manch­mal ist es eben so. Und ja, Del­fi­ne schwam­men wäh­rend­des­sen an mir vor­bei. Nein, ich den­ke mir das nicht aus. Um auf den Punkt zu kom­men: Mein Sound­track, wäh­rend ich die­se über­wäl­ti­gen­de Land­schaft anse­hen durf­te, war der Song "Scher­ben­land" von RAPK. Er hat in mir sofort ein woh­li­ges, sehn­süch­ti­ges Gefühl her­vor­ge­ru­fen, das ich nicht benen­nen konn­te. Recher­che­kö­ni­gin, die ich bin, habe ich die Web­sei­te who​sam​pled​.com besucht und her­aus­ge­fun­den, dass das Sam­ple des Songs "A New Error" von – wie soll­te es anders sein – Mode­rat sehr wahr­schein­lich dafür gesorgt hat. Neben dem Fakt, dass Musik so indi­vi­du­ell wahr­ge­nom­men wer­den kann und in jeder Per­son durch klei­ne Details ande­res aus­löst, ist RAPK ein Rap­duo, das es immer wie­der schafft, mich wirk­lich für Musik zu begeistern.

"Scher­ben­land" hat mich noch den gan­zen Som­mer beglei­tet und wird mich nun immer an gleich zwei schö­ne Momen­te erin­nern: an den per­fek­ten Festival-​Abend und den per­fek­ten Urlaubs­tag. "Und wenn wir gehen, dreh' mich um. Letz­te Mal, ich war da."

(Yas­mi­na Rossmeisl)