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MZEE Recap 2025: #08 "Club28" von Teuterekordz

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "Club28" von Teuterekordz.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Ran­da­le vor Bou­ti­quen, ich kann gar nichts finanzieren;
Kann die Fah­ne nicht kaschie­ren, des­halb Arbeits­platz verlieren.
Ihr wollt mit Mie­ten abkas­sie­ren und mit Nazis diskutieren.
Nie­mals wah­ren wir den Frie­den – Ran­da­le vor Boutiquen.

Teu­te­re­kordz gehört für mich aus ver­schie­de­nen Grün­den zu den span­nends­ten Rap-​Crews des Lan­des. Die Ber­li­ner haben einen hohen musi­ka­li­schen Out­put, tou­ren regel­mä­ßig durch die Repu­blik und erfin­den sich sound­mä­ßig immer wie­der neu. Auch 2025 hat­ten Fans allen Grund zur Freu­de. Neben diver­sen EPs, Solo­pro­jek­ten und Fea­tures erschien ein wei­te­res gemein­sa­mes Album von Dis­po, Eddy-​T, Lucky, Modus, Sech­ser und ihrem Pro­du­zen­ten Arko­na: "Club28".

Die Plat­te wur­de am 26. Sep­tem­ber releast und lie­fer­te den per­fek­ten Sound­track für die letz­ten war­men Näch­te des Jah­res. Zwi­schen Par­ty­at­mo­sphä­re und Ran­dal­e­stim­mung fin­den sich dar­auf in typi­scher Teu­te-Manier auch melan­cho­li­sche Klän­ge, deepe Lines und poli­ti­sche State­ments. "Club28" erzählt aus dem Leben eini­ger Jungs aus Prenz­lau­er Berg, die sich teils seit Kind­heits­ta­gen ken­nen und die Ent­wick­lun­gen um sich her­um mit kri­ti­schem Blick beob­ach­ten. So geht es etwa um die Schat­ten­sei­ten exzes­si­ven Dro­gen­kon­sums, die Gen­tri­fi­zie­rung ihres gelieb­ten Vier­tels rund um den Teu­to­bur­ger Platz und den poli­ti­schen Rechts­ruck in Deutsch­land. Die Rap­per grei­fen die­se The­men poin­tiert auf und ver­pa­cken sie in leben­di­ge, ehr­li­che Songs. Das Ergeb­nis ist ein Album, das nicht nur Spaß macht, son­dern für mich das bis­her stärks­te Release der Grup­pe markiert.

Auch für 2026 haben sich die Jungs von Teu­te­re­kordz schein­bar wie­der eini­ges vor­ge­nom­men, denn die nächs­te – und laut eige­ner Aus­sa­ge bis­her größ­te – Tour steht bereits im Früh­ling an. Man darf gespannt sein, was die Ber­li­ner in Zukunft vorhaben.

(Enri­co Gerharth)