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MZEE Recap 2025: #06 "welcome to the groupchat" von bangerfabrique

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "wel­co­me to the group­chat" von bangerfabrique.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Death – to all abu­s­ers: Die, die, die!

Das sitzt – und ist ein kras­ser Ein­stieg für bang­er­fa­bri­ques Debüt-​EP. Wäh­rend es in den rest­li­chen Songs um weib­li­che Sexua­li­tät, Girl­hood und selbst­be­stimm­tes Fei­ern geht, ist der ers­te Track "CRASH OUT" eine kla­re Ansa­ge an die­je­ni­gen in der Musik­bran­che, die Frau­en beläs­ti­gen, ver­ge­wal­ti­gen oder als Mit­wis­sen­de weg­schau­en. An Män­ner, die trotz ihres sexis­ti­schen Ver­hal­tens wei­ter­hin erfolg­reich sind und Pro­fit machen. Und an Men­schen, die Frau­en der Lüge bezich­ti­gen, statt ihnen zu glau­ben: "Was willst du, ein Video? Willst du's sehen per­sön­lich? Willst du ger­ne dabei sein? Du dre­cki­ger Bas­tard."

Was mich außer­dem an bang­er­fa­bri­que begeis­tert, ist, dass es end­lich wie­der eine Rap­grup­pe gibt. Dazu zäh­len nicht nur die Rap­pe­rin­nen emma­mae­lo, nebou und mel­le, son­dern auch die DJs Schwesta Seh­ra und Roof sowie die Mana­ge­rin Celia. In einer indi­vi­dua­lis­ti­schen, män­ner­do­mi­nier­ten Gesell­schaft und Rap­welt machen die sechs ers­tens deut­lich, dass per­sön­li­che Ent­wick­lung kein Gegen­satz zu Kol­lek­ti­vi­tät ist, son­dern dass sich Krea­ti­vi­tät in der Gemein­schaft poten­ziert. Zwei­tens ver­kör­pern sie alles, woge­gen unse­re Pop­kul­tur in den letz­ten Jahr­zehn­ten ange­kämpft hat: Dass Frau­en zusam­men­hal­ten kön­nen und müs­sen, anstatt sich gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Und dass Artists ein­fach nicht ohne ihre Producer:innen und ihr Manage­ment funk­tio­nie­ren und die­ses Umfeld des­we­gen min­des­tens genau­so viel Aner­ken­nung verdient.

Ach ja, bang­er­fa­bri­que macht auch ein­fach gute Muk­ke mit fet­ten 808s und Flows, die die Zuhörer:innen auf die nächs­te Par­ty ein­stim­men. Des­we­gen: "Scheiß' auf das Uber, weil der Track holt mich ab."

(Emi­ly Niklas)