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MZEE Recap 2025: #04 "hopefully !" von Loyle Carner

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "hop­eful­ly !" von Loyle Carner.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

I’m loo­king for a pie­ce of mine, a pie­ce of yours, a pie­ce of time.

Sonn­tags aus­schla­fen, Kaf­fee kochen und eine Schall­plat­te auf­le­gen – das ist pures Glück. Souli­ger Jazz-​Rap und Lo-​Fi pas­sen oft zu die­sem Ritu­al. Und an einem Sonn­tag die­ses Jah­res lan­de­te das Album "hop­eful­ly !" von Loyle Car­ner auf dem Plat­ten­tel­ler. Der Titel stimm­te mich zuver­sicht­lich und so begann ich, gespannt zu lauschen.

Das Album ist wie eine Wei­ter­ent­wick­lung des Vor­gän­gers "hugo": Anstatt mit sei­nem Vater, setzt er sich die­ses Mal mit sei­ner eige­nen Rol­le als Vater aus­ein­an­der – ein Per­spek­tiv­wech­sel. Was schon auf dem Plat­ten­co­ver mit einem Kunst­werk sei­nes Kin­des beginnt, wird im letz­ten Song "about time" mit einer Auf­nah­me sei­nes Soh­nes abge­schlos­sen. Inge­samt klingt das Album so, als wür­de er sei­nen Kin­dern zei­gen wol­len, wer er ist und dafür lässt er uns als Hörer:innen an einer neu­en Sei­te von sich teil­ha­ben. Einer ande­ren, weni­ger wüten­den, zuver­sicht­li­che­ren, nach­sich­ti­ge­ren und hoff­nungs­vol­le­ren Seite.

Statt purer Glücks­ge­füh­le wie beim ers­ten Kaf­fee, regt das Album aller­dings zum Nach­den­ken über den Sinn des Lebens an. Man beginnt, das eige­ne Sein und die End­lich­keit zu hin­ter­fra­gen. Somit passt das Album atmo­sphä­risch per­fekt zur gemüt­li­chen Jahreszeit.

Musi­ka­lisch bie­tet es die tie­fen, sat­ten Klän­ge, die typisch für Loyle Car­ner sind. Inhalt­lich zeich­net es sich durch eine posi­ti­ve­re und ruhi­ge­re Stim­mung aus. Nicht umsonst lau­tet der ers­te Song­ti­tel "feel at home", genau­so fühlt sich die­ses Werk für mich an. Und damit hof­fe ich, dass Ihr – an wel­chem Tag auch immer – ein ent­spann­tes Gefühl von Sonn­tag mit­neh­men könnt. Vor­zugs­wei­se in der gemüt­li­chen Woh­nung, auf dem Sofa, mit dem Heiß­ge­tränk der Wahl und die­ser guten Musik.

(Malin Tee­gen)