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MZEE Recap 2025: #02 "hot summer" und "nie wieder rap" (unreleased) von LGoony

2025 ist vor­bei, aber man­che Tracks und Alben blei­ben uns im Gedächt­nis – und in unse­ren Play­lists. Im MZEE Recap 2025 stel­len wir Euch noch mal musi­ka­li­sche Wer­ke vor, die uns beson­ders beein­druckt haben. Heu­te: "hot sum­mer" und "nie wie­der rap" von LGoony.

Schon wie­der hat ein neu­es Jahr begon­nen – schon wie­der gab es in den letz­ten Wochen musi­ka­li­sche Jah­res­bes­ten­lis­ten auf die Ohren, so weit das Auge reicht. Ob gene­rell Musik oder "nur" Rap, ob Alben oder Tracks – alles wur­de rauf und run­ter bewer­tet, als gäb's kein Mor­gen mehr. Da machen wir natür­lich mit! … klei­ner Scherz. Aber: Über man­che Songs und Alben möch­ten wir doch noch ein paar Wor­te ver­lie­ren. Musi­ka­li­sche Wer­ke, die uns im ver­gan­ge­nen Jahr im Bereich Rap, vor­nehm­lich deut­schem Rap, begeis­tert und beein­druckt haben. Die in uns etwas aus­ge­löst und uns bewegt haben. Oder die wir aus irgend­ei­nem wei­te­ren Grund, den wir Euch ger­ne ver­ra­ten, noch ein­mal beson­ders her­vor­he­ben möch­ten. In die­sem Sin­ne: Vor­hang auf für unse­ren Jah­res­rück­blick, ver­packt in die schö­ne Hül­le des musi­ka­li­schen MZEE Recaps 2025.

 

Und von die­sen zehn Jah­ren hat­te ich die letz­ten fünf kein' Spaß.
Denn Leben ist nicht immer fun­ny, manch­mal ist es ein­fach Leben.

New LGo­o­ny, who dis? Dass sich der Köl­ner Rap­per musi­ka­lisch von sei­ner G.U.D.G.-Zeit weg­ent­wi­ckelt hat, war wirk­lich aller­spä­tes­tens auf sei­nem Breakup-​Album "sad sad sto­ry" von 2023 hör­bar. Seit­dem ist es wie­der ruhi­ger um ihn gewor­den – bis zu die­sem Som­mer, in dem LGo­o­ny mit der Mini-​EP "hot sum­mer" die ers­te Musik einer neu­en Ära releast hat.

Die zwei Sin­gles "hot sum­mer" und "sad sad delu­lu" sind nicht nur rich­ti­ge Som­mer­hits, son­dern auf­ge­dreht, ver­spielt, ein­fach unbe­schwert und Fun. Aus einer "sad sad sto­ry" wur­de "sad sad delu­lu", aus Musik, die er sich von der See­le schrei­ben muss­te, wur­de Musik, die er ein­fach macht, weil sie ihm Spaß macht. Das hört und spürt man. Musi­ka­lisch geht es einen gro­ßen Schritt in Rich­tung (Hyper-)Pop, die elek­tro­ni­schen Beats gehen ordent­lich nach vor­ne. Dabei spie­geln Adlibs wie der iko­ni­sche "Hex Hex"-Sound von Bibi Blocks­berg die Ver­spielt­heit der Songs wider. Pro­du­ziert wur­den die Tracks wie so oft vom viel­sei­ti­gen Pro­du­cer Mary, der LGo­o­ny unge­fähr seit "Frost Fore­ver" von 2020 beglei­tet und mei­ner Mei­nung nach maß­geb­lich zu sei­ner musi­ka­li­schen Ent­wick­lung bei­getra­gen hat. Aber wo Künstler:innen neue Wege gehen, sind unzu­frie­de­ne Fans nicht weit: "Unan­ge­nehm", heißt es etwa in Deutschrap-​Reddit-​Foren. Man will den alten LGo­o­ny zurück. Genau die­se Fans adres­siert er in sei­nem unre­leas­ten Track "nie wie­der rap", der in sei­nem Twitch-​Stream zu hören war. Hier schaut der Rap­per auf fast ein hal­bes Leben Musik­schaf­fen zurück und hält fest: "Ich bin nicht mehr der­sel­be wie frü­her." Der Track hat des­we­gen eine beson­ders star­ke Wir­kung, weil er ohne Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum einen direk­ten, unge­schön­ten Ein­blick in die Strug­gles des Kunst­schaf­fen­den gewährt – wer LGo­o­ny-Fan ist, weiß, wie beson­ders das ist.

Blickt man auf 2025 zurück, war das nicht das Jahr mit der meis­ten LGo­o­ny-Musik, aber viel­leicht eines der wich­tigs­ten für den Künst­ler. Ob das auf­ge­dreh­ter Hyper­pop, gut geflow­ter Real­talk oder Indie mit Coun­try­gi­tar­re ist – ich bin hyped für alles, was in die­ser neu­en LGo­o­ny-Ära ver­öf­fent­licht wird. Denn alles, was kommt, kommt aus dem rich­ti­gen Grund: Spaß am Musikmachen.

(Jakob Zim­mer­mann)