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Adventskalender

Adventskalender: Türchen #21 – Legion: House of Scam (Podcast)

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­steckt sich der Pod­cast "Legi­on: House of Scam".

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Ob "ein Leben wie im Casi­no", "alles auf Rot" set­zen oder die letz­te Wet­te, bis man Mama end­lich ein Haus kau­fen kann: Glücks­spiel ist omni­prä­sent in den Tex­ten vie­ler Straßenrapper:innen. Seit der expo­nen­ti­el­len Zunah­me von Rapper:innen mit Fuß­bal­ler­na­men und Sport­an­spie­lun­gen in den Tex­ten wur­den auch Sport­wet­ten immer mehr zu einem Sta­tus quo im Rap-​Kosmos. Dabei wird mei­nem Gefühl nach deut­lich häu­fi­ger von den hohen Gewin­nen und Endor­phin­schü­ben bei auf­ge­gan­ge­nen Schei­nen berich­tet, als auf die unend­li­chen Abgrün­de ein­zu­ge­hen, in die einen die Sucht nach dem Wet­ten schub­sen kann.

Umso wich­ti­ger, dass der Pod­cast "Legi­on: House of Scam", eine Kopro­duk­ti­on zwi­schen Undo­ne und dem öffentlich-​rechtlichen Rund­funk, genau auf die­se Schwie­rig­kei­ten ein­geht. Im Lau­fe der letz­ten Fol­ge wer­den die kru­den Machen­schaf­ten von Wett­an­bie­tern unter die Lupe genom­men – von Steu­er­oa­sen im süd­eu­ro­päi­schen oder ost­asia­ti­schen Raum über gefix­te Wet­ten bis hin zu ille­ga­len Kon­struk­ten im Hin­ter­grund, die den Sport zuneh­mend für Geld­wä­sche ver­ein­nah­men. Wer wet­tet, ver­liert auf lan­ge Sicht – die glor­rei­chen Geschich­ten, die wir immer wie­der in deut­schen Rap­tex­ten hören, sind dem­nach schlimms­ten­falls gelo­gen oder bes­ten­falls die alt­be­kann­te, regel­be­stä­ti­gen­de Ausnahme.

Natür­lich ist die gesam­te Staf­fel "House of Scam", in der Khesrau Behroz mit sei­nem Team die ille­ga­len Machen­schaf­ten hin­ter gan­zen Scam-​Fabriken und Fake-​Liebesavancen auf Dating-​Plattformen nach­geht, emp­feh­lens­wert. Wer aller­dings dazu neigt – aus wel­chen Grün­den auch immer –, den schim­mern­den Ban­de­ro­len vie­ler Wett­an­bie­ter wäh­rend Live-​Spielen Glau­ben zu schen­ken, dem sei ganz beson­ders die letz­te Fol­ge "Legi­on" ans Herz gelegt. Auch die­je­ni­gen, die den Oli­ver Kahns und Joshua Kim­mi­chs, die glück­lich ihre Tipico-​App in die Kame­ra hal­ten, nach­ei­fern und sich selbst an dem ein oder ande­ren Wett­schein ver­su­chen wol­len: erst mal hier rein­hö­ren, bit­te. Alter­na­tiv kann man natür­lich auch die letz­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen von Döll oder direkt Pilz' alten Track "Nie wie­der Tipi­co" aber­mals in der Play­list rotie­ren las­sen. Alles bes­ser, als den Nach­mit­tag damit zu ver­brin­gen, sich zu über­le­gen, ob sich die 11er-​Quote auf Bay­ern Mün­chen gegen Hei­den­heim wirk­lich lohnt.

(Sven Aum­il­ler)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch)