Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.
Es begann wie so oft mit meinem Algorithmus: Im März spülte mir Instagram den Songteaser zu "alleini habibi" in die Timeline. Die offensichtliche Referenz zu Lil Waynes "A Milli" ließ mich zunächst nur denken: "Ach, witzig – die späten 2000er sind also schon wieder im Trend." Doch wer auf seiner Instagram-Seite stöbert, stellt schnell fest: alleindaheim ist kein bloßer Nostalgiker. Schon 2024 veröffentlichte er auf dem Profil gesungene und gitarrenlastige Tracks. Aber was hat mich gerade an "i am not a human being" so gecatcht?
Als erste Single fürs Streaming wurde bald "professional yapper" releast, ein Diss an Rapper:innen, die nur für Geld und nicht für den eigenen Ausdruck oder auch das Zusammenspiel mit anderen Künstler:innen arbeiten. Lines wie "Ich hatte ein paar Freunde, doch das waren keine Freunde. Heute hab' ich eine Handvoll, die mir was bedeuten. Deine Uhr ist kein Flex, dein Auto kein Flex. Für dich wär' schon Flex, wärst du einmal korrekt" verraten: Hier spricht jemand, der die Musikindustrie kennt und die Szene und sein eigenes Schaffen kritisch reflektiert. Mit der Ankündigung des Tapes – ebenfalls eine Hommage an Lil Wayne – folgte der "heidi freestyle" auf Instagram. Die Zeilen "Du willst alles brennen sehen, doch Bro, du bist nicht Usher. Und bist du ein Nazi, musst du kämpfen mit alleini. Ich gebe dir eine linke Gerade und nenne sie Heidi" beweisen erneut, dass man durchaus Auf-die-Fresse-Beats mit gesellschaftskritischen Texten kombinieren kann. Die ganze EP, bestehend aus sechs Tracks, wurde schnell zu meinem Soundtrack des Sommers 2025. Und auch danach blieb alleini nicht untätig: Nach der EP folgten – ganz Maskenrapper – ein Feature mit Mauli sowie jüngst "still tippin'" mit Young Kira. Außerdem releaste er ein Halloween-Special und einen eigenen Adventskalender auf Instagram.
Ob alleindaheim nun ein blutiger Newcomer ist oder ein gut vernetzter Künstler mit Strickmaske und heruntergepichtem Alter Ego, eines ist klar: Sein Output ist provokant, frisch und kreativ vielseitig. Die Hoffnung auf mehr Musik und eventuell sogar Live-Auftritte in 2026 ist jedenfalls groß in der wachsenden Fangemeinde des kleinen Puppenrappers.
(Kerstin Klein)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)
