Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.
Seit seinem MZEE.com Exclusive – ja, so was gab es mal – von 2019 ist HeXer ein kleiner Punkt auf meinem Radar, aber irgendwie habe ich den Leipziger Rapper immer abgetan. Nicht meine Musik, so meine Einstellung. Rückblickend hat sich diese Ablehnung als großer Fauxpas herausgestellt, denn dieses Jahr habe ich endlich entdeckt, was er so draufhat.
Den größten Impact hatte HeXer 2025 mit seinem Disstrack gegen Schillah. Statt mit austauschbaren, konstruierten Vorwürfen Drama zu erzeugen wie viele Rapper:innen vor ihm, ging es auf "King of the East" wirklich an die Substanz. Ohne ein Anwaltsschreiben zu riskieren, kann ich wenig auf den Inhalt und die Vorwürfe auf dem Track eingehen. Allerdings fällt der Track in eine Zeit, in der Rechte immer präsenter werden und rechtes Gedankengut immer noch und immer weiter normalisiert wird. Genau dann tut es unfassbar gut, einen Rapper zu hören, der seine Energie und Stimme nutzt, Bullshit anzuprangern. Mit "Hetzer" hat der Leipziger dann noch einmal nachgelegt. Eigentlich als Qualifikation für das neu aufgesetzte JBB gedacht, war der Track dem Host des Turniers dann doch zu persönlich. HeXer wurde abgelehnt. Ohne seine Teilnahme hat "Hetzer" allerdings einen noch größeren Impact und lässt das Battleturnier zu Recht in der Bedeutungslosigkeit zurück. Neben diesen sehr öffentlichkeitswirksamen Disstracks hat HeXer dieses Jahr auch jede Menge richtig gute Singles und Features rausgebracht. Zum Beispiel "Neuanfang", einen Motivationssong mit der genau richtigen Menge an Pathos, ohne dabei nach Kontra K zu klingen. Oder zuletzt "Update", in dem er die erfolgreichen, aber destruktiven Disstracks hinterfragt und zeigt, in welche Richtung es künstlerisch weitergeht.
HeXer hat dieses Jahr mit so krassen Veröffentlichungen abgeliefert, dass ich wirklich froh bin, ihn endlich wiederentdeckt zu haben. Meine Ignoranz, ihn abzutun, die sich vom MZEE.com Exclusive 2019 bis Anfang des Jahres durchgezogen hat, ist aber noch nicht wiedergutgemacht. Zeit, mal ein bisschen nachzuholen.
(Jakob Zimmermann)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)
