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Adventskalender

Adventskalender: Türchen #15 – "Am Anfang war…" von Alec Weber (Podcast)

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­steckt sich der Pod­cast "Am Anfang war…" von Alec Weber.

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Manch­mal führt einen die Suche nach Neu­em direkt zurück zu den Wur­zeln – in die­sem Fall zumin­dest an Orte, an denen Musik roh, echt und vol­ler Geschich­ten steckt. Denn genau das habe ich mit dem Pod­cast "Am Anfang war…" von Alec Weber ent­deckt. Zuge­ge­ben: Die ers­te Fol­ge klingt noch ein biss­chen rough, der Sound ist nicht per­fekt. Aber gera­de das macht sie so authen­tisch – wie ein Demo-​Tape, das man zufäl­lig auf dem Dach­bo­den fin­det. In besag­ter Epi­so­de sitzt Alec im Vier­au­gen­ge­spräch mit MC Rene zusam­men, einem Urge­stein des deut­schen Hip­Hop, und bringt Wis­sen und Anek­do­ten direkt aus dem Unter­grund an den Tisch.

Der Pod­cast ist ein rei­nes Inter­view­for­mat: In jeder Fol­ge sitzt Alec einer Per­son gegen­über, deren Album im Mit­tel­punkt steht. Das Kon­zept des Pod­casts ist für mich abso­lut erfri­schend, denn es geht nicht um die neu­es­ten Releases oder Hypes, son­dern um Alben, die min­des­tens drei Jah­re alt sind. Musik bekommt hier Raum zum Atmen und Musiker:innen erhal­ten die Chan­ce, ihre Geschich­ten hin­ter den Songs zu erzäh­len. Alec hält sich als Host bewusst zurück, stellt klu­ge Fra­gen und lässt sei­nen Gäst:innen Platz für ech­te Refle­xi­on. So ent­ste­hen Gesprä­che irgend­wo zwi­schen nerdi­gem Deep Dive, detail­rei­chen Anek­do­ten und über­ra­schen­den Hin­ter­grund­in­fos. Ab der zwei­ten Fol­ge merkt man: Hier wur­de an der Qua­li­tät geschraubt. Die Epi­so­de mit Lupa­ra Ver­sa­to klingt viel bes­ser, das Gespräch ist flüs­sig und tief­grün­dig – man erlebt mit, wie sich das For­mat wei­ter­ent­wi­ckelt. In der drit­ten Fol­ge ist Kita­na zu Gast: Wie­der eine ganz eige­ne Per­spek­ti­ve auf Hip­Hop und das Leben mit und durch Musik.

Was mich begeis­tert: "Am Anfang war…" schafft es, musi­ka­li­sche Nost­al­gie zu wecken und trotz­dem rele­vant zu sein. Kom­plett self­ma­de, ohne Bud­gets im Rücken und ohne gro­ßes Stu­dio, haben wir es hier mit einem Her­zens­pro­jekt zu tun. Die Geschich­ten hin­ter den Wer­ken zei­gen, wie viel Herz­blut und Ent­wick­lung in jedem Release steckt – weit über den Moment des Erschei­nens hin­aus. Für alle, die Musik nicht nur hören, son­dern auch füh­len wol­len, ist die­ser Pod­cast eine ech­te Ent­de­ckung in die­sem Jahr. Mein Tipp: Lasst Euch von der ers­ten, etwas rohen Fol­ge nicht abschre­cken und Ihr wer­det über­rascht sein, wie viel Tie­fe in die­sen Gesprä­chen steckt.

(Lena Pin­to)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch)