Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.

Manchmal führt einen die Suche nach Neuem direkt zurück zu den Wurzeln – in diesem Fall zumindest an Orte, an denen Musik roh, echt und voller Geschichten steckt. Denn genau das habe ich mit dem Podcast "Am Anfang war…" von Alec Weber entdeckt. Zugegeben: Die erste Folge klingt noch ein bisschen rough, der Sound ist nicht perfekt. Aber gerade das macht sie so authentisch – wie ein Demo-Tape, das man zufällig auf dem Dachboden findet. In besagter Episode sitzt Alec im Vieraugengespräch mit MC Rene zusammen, einem Urgestein des deutschen HipHop, und bringt Wissen und Anekdoten direkt aus dem Untergrund an den Tisch.
Der Podcast ist ein reines Interviewformat: In jeder Folge sitzt Alec einer Person gegenüber, deren Album im Mittelpunkt steht. Das Konzept des Podcasts ist für mich absolut erfrischend, denn es geht nicht um die neuesten Releases oder Hypes, sondern um Alben, die mindestens drei Jahre alt sind. Musik bekommt hier Raum zum Atmen und Musiker:innen erhalten die Chance, ihre Geschichten hinter den Songs zu erzählen. Alec hält sich als Host bewusst zurück, stellt kluge Fragen und lässt seinen Gäst:innen Platz für echte Reflexion. So entstehen Gespräche irgendwo zwischen nerdigem Deep Dive, detailreichen Anekdoten und überraschenden Hintergrundinfos. Ab der zweiten Folge merkt man: Hier wurde an der Qualität geschraubt. Die Episode mit Lupara Versato klingt viel besser, das Gespräch ist flüssig und tiefgründig – man erlebt mit, wie sich das Format weiterentwickelt. In der dritten Folge ist Kitana zu Gast: Wieder eine ganz eigene Perspektive auf HipHop und das Leben mit und durch Musik.
Was mich begeistert: "Am Anfang war…" schafft es, musikalische Nostalgie zu wecken und trotzdem relevant zu sein. Komplett selfmade, ohne Budgets im Rücken und ohne großes Studio, haben wir es hier mit einem Herzensprojekt zu tun. Die Geschichten hinter den Werken zeigen, wie viel Herzblut und Entwicklung in jedem Release steckt – weit über den Moment des Erscheinens hinaus. Für alle, die Musik nicht nur hören, sondern auch fühlen wollen, ist dieser Podcast eine echte Entdeckung in diesem Jahr. Mein Tipp: Lasst Euch von der ersten, etwas rohen Folge nicht abschrecken und Ihr werdet überrascht sein, wie viel Tiefe in diesen Gesprächen steckt.
(Lena Pinto)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)