Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.

Als Josi Miller und Helen Fares im Frühjahr 2024 verkündeten, dass sie ihren Homegirls-Podcast nicht mehr weiterführen würden, war ich ziemlich verzweifelt. Dieser Podcast war meiner Meinung nach ein superwichtiges Medium im Deutschrap-Kosmos. Einerseits, weil die beiden mit ihren Gäst:innen künstlerische und industrielle Prozesse aus jeglicher Perspektive beleuchteten, und andererseits, weil es einfach viel zu wenige nicht-männliche Stimmen in der Branche gibt.
Aber es besteht Hoffnung: Denn dank Vanessa Seifert und Johanna Kaatz hat im Januar dieses Jahres ein neues Podcast-Baby das Licht der Rapwelt erblickt. Rapwelt, weil es bei SNACKS nicht nur um die klassischen Musikthemen wie Songwriting, Producing und Konzerte geht, sondern um sämtliche Aspekte der Deutschrap- und HipHop-Kultur. So sprechen die beiden auch über nicht-musikalische Ausdrucksweisen wie Tattoos und über Zugehörigkeit, Rapcrews und Girlhood. Ebenso thematisieren Vanessa und Johanna ähnlich wie die Homegirls die Schattenseiten der Branche und des Musiker:innen-Daseins: Burnout und Arbeitssucht, Sexismus und Diskriminierung.
Dabei bringt immer eine von beiden ein Thema mit, stellt es der anderen vor, präsentiert die Hintergründe und erzählt von persönlichen Erfahrungen. Dadurch entstehen unterhaltsame Gespräche, die einen Bildungsauftrag erfüllen, aber auch das Labern nicht zu kurz kommen lassen. Als Hörer:in wird man zum Nachdenken angeregt, bekommt viel "Food for thought" und natürlich eine Menge Musik- und weitere Empfehlungen, um das Gehörte zu verarbeiten und die zweiwöchige Pause bis zur nächsten Folge zu überbrücken. Besonders empfehlen möchte ich die Folge Nr. 2 über Artworks, in der Vanessa als Grafikerin erläutert, wie das Gesamtkonzept eines Musikwerks funktionieren kann. Ebenso lernt man Johanna in Folge Nr. 3 über DJs und DJing besser kennen, in der sie sich unter anderem mit den Wurzeln des DJing auseinandersetzt, die eng mit der Geschichte von Rap verwoben sind. Die gute Nachricht ist also: Alle Rapnerds können aufatmen und sich gleich ein paar Folgen reinziehen, wenn die Weihnachtsplaylist schon zum 23. Mal durchgelaufen ist.
(Emily Niklas)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch, Podcast-Cover von Johanna Kaatz & Vanessa Seifert)