Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.
Manchmal braucht es nur wenige Sekunden, um zu wissen, dass ein Album den persönlichen Geschmack trifft. So war es für mich 2025 mit "PLH" von der Künstlerin PLH. Sobald die Platte beginnt, wird ihr Humor deutlich, den sie auf innovative Weise in ihrer Musik verpackt, beispielsweise durch Meme-Referenzen wie in "I vs. me", oder um es mit Abdis Worten zu sagen: "Baklavas gehen rein wie Butter, Digga." Zugleich ist das Album detailreich und bietet einige Hommagen – etwa an Schwesta Ewa oder Sido. Dadurch entstehen Full Circle-HipHop-Momente. Musikalisch überzeugen mich besonders die Boom bap-Klassiker wie zum Beispiel "20 Karat" und "PLH". Auf dem Titeltrack kommt der Beat von Classic der Dicke besonders gut zur Geltung, während Kurdish Blow die Scratches liefert. Großartige Kombination.
Am meisten berührt hat mich der Song "Arcteryx", weil er hautnah und tief zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Künstlerin früh zu kämpfen hatte. Schwere Themen wie mentale Gesundheit, Weltschmerz und familiäre Traumata werden musikalisch verarbeitet. Diese ehrliche Auseinandersetzung schafft einen anderen Zugang zu solchen Themen und hilft dabei, Stigmatisierung abzubauen. Es wirkt zunächst gegensätzlich, dass sich Humor und so tiefgründige Themen parallel auf der Platte finden. Aber es scheint, als wäre der Humor die logische Konsequenz, um diese Art von Schmerz zu bewältigen.
PLH verwandelt ihre inneren Kämpfe konsequent in Kunst: Bars werden gespittet und die Wut über das Establishment, Macker und die HipHop-Polizei entlädt sich in jeder Zeile. Die beteiligten Produzenten hinterlassen dazu jeweils ihre charakteristische Handschrift und machen das Album zu einem stimmigen Gesamtwerk, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde. Ganz große Empfehlung.
(Malin Teegen)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)
