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Adventskalender

Adventskalender: Türchen #12 – "PLH" von PLH (Album)

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­steckt sich PLHs Album "PLH".

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Manch­mal braucht es nur weni­ge Sekun­den, um zu wis­sen, dass ein Album den per­sön­li­chen Geschmack trifft. So war es für mich 2025 mit "PLH" von der Künst­le­rin PLH. Sobald die Plat­te beginnt, wird ihr Humor deut­lich, den sie auf inno­va­ti­ve Wei­se in ihrer Musik ver­packt, bei­spiels­wei­se durch Meme-​Referenzen wie in "I vs. me", oder um es mit Abdis Wor­ten zu sagen: "Bak­la­vas gehen rein wie But­ter, Dig­ga." Zugleich ist das Album detail­reich und bie­tet eini­ge Hom­ma­gen – etwa an Schwesta Ewa oder Sido. Dadurch ent­ste­hen Full Circle-​HipHop-​Momente. Musi­ka­lisch über­zeu­gen mich beson­ders die Boom bap-​Klassiker wie zum Bei­spiel "20 Karat" und "PLH". Auf dem Titel­track kommt der Beat von Clas­sic der Dicke beson­ders gut zur Gel­tung, wäh­rend Kur­dish Blow die Scrat­ches lie­fert. Groß­ar­ti­ge Kombination.

Am meis­ten berührt hat mich der Song "Arc­te­ryx", weil er haut­nah und tief zeigt, mit wel­chen Schwie­rig­kei­ten die Künst­le­rin früh zu kämp­fen hat­te. Schwe­re The­men wie men­ta­le Gesund­heit, Welt­schmerz und fami­liä­re Trau­ma­ta wer­den musi­ka­lisch ver­ar­bei­tet. Die­se ehr­li­che Aus­ein­an­der­set­zung schafft einen ande­ren Zugang zu sol­chen The­men und hilft dabei, Stig­ma­ti­sie­rung abzu­bau­en. Es wirkt zunächst gegen­sätz­lich, dass sich Humor und so tief­grün­di­ge The­men par­al­lel auf der Plat­te fin­den. Aber es scheint, als wäre der Humor die logi­sche Kon­se­quenz, um die­se Art von Schmerz zu bewältigen.

PLH ver­wan­delt ihre inne­ren Kämp­fe kon­se­quent in Kunst: Bars wer­den gespit­tet und die Wut über das Estab­lish­ment, Macker und die HipHop-​Polizei ent­lädt sich in jeder Zei­le. Die betei­lig­ten Pro­du­zen­ten hin­ter­las­sen dazu jeweils ihre cha­rak­te­ris­ti­sche Hand­schrift und machen das Album zu einem stim­mi­gen Gesamt­werk, bei dem nichts dem Zufall über­las­sen wur­de. Ganz gro­ße Empfehlung.

(Malin Tee­gen)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch)