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Adventskalender

Adventskalender: Türchen #10 – "Halunken & Ganoven" von T-​God (Album)

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­steckt sich T-​Gods Album "Halun­ken & Ganoven".

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Als Untergrund-​Nerd unse­rer Redak­ti­on dig­ge ich ste­tig in Release­posts und Foren, um wie­der den nächs­ten hei­ßen Scheiß zu fin­den. Die­ses Jahr stieß ich im Früh­ling dabei völ­lig unver­hofft auf eine Kom­men­tar­spal­te, in der immer wie­der der Name "T-​God" fiel – und dass sein Album "Halun­ken & Gano­ven" alles top­pen wür­de. Ich dach­te mir damals fast schon boo­mer­mä­ßig: "Wer?" Ein hal­bes Jahr spä­ter lässt mich sei­ne Band 2kmafia nicht mehr los und ich höre immer noch besag­te­s­Al­bum, weil es für mich DIE Neu­ent­de­ckung des Jah­res wurde.

Schon der Titel­track mit die­sem unfass­bar läs­si­gen "Ey. Ja." in den ers­ten zehn Sekun­den des Albums klan­gen so smooth in mei­nen Ohren – ich kann es gar nicht beschrei­ben. Der Schwei­zer rappt in annä­hernd clea­nem Hoch­deutsch über sei­nen All­tag als Mitt­zwan­zi­ger. Kei­ne dicken Autos, kei­ne Rolex, hier wird nicht mit klas­si­schen Rap­kli­schees geflext. Statt­des­sen geht es um die Casio am Arm, ums Zug fah­ren und die Uni. Alles völ­lig auf dem Boden geblie­ben, doch T-​God rappt ja auch: "Ich mach' die Mucke für mich selbst, aber find' cool, wenn du sie magst." Es muss nicht immer höher, schnel­ler, wei­ter sein. Statt­des­sen zie­hen mich hier ein­fach sei­ne ruhi­ge Art und die ange­neh­me Stimm­far­be in den Bann. Und obwohl die Inhal­te fast schon banal sind, weiß die­ser Mann ein­fach, wie er eben­die­se in schö­ne Bil­der ver­packt: "You can­not catch up, ich hab' die Soße wie Heinz, shit." Ganz zu schwei­gen von den Beats, die er pickt. Der St. Gal­ler schwört auf Kla­viersamples, Clas­sic Instru­ment Vibes und Mini­ma­lis­mus. Auch das kickt mich mehr als der nächs­te Gol­den Era-​Boom bap-​Beat mit Trap-Elementen.

Die 2kmafia – ins­be­son­de­re T-​God und sein Album "Halun­ken & Gano­ven" – haben mir die­ses Jahr gezeigt, dass man im deut­schen Rap nicht immer das Rad neu erfin­den und noch einen oben drauf set­zen muss. Manch­mal reicht es auch, musi­ka­lisch einen Gang zurück zu schal­ten und dafür mehr Spaß an der Musik zu haben. Was T-​God defi­ni­tiv beherrscht und mehr Hörer:innen ver­dient. Auf geht's, 2026 gehört St. Gallen.

(Lukas Päck­ert)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch)