Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.

Sommer 2025. Über Umwege bin ich auf dem Heroes Festival in Hannover gelandet. Ein bisschen OG Keemo, ein paar Künstler:innen, von denen ich in meinem Leben noch nichts gehört habe, die aber das junge Publikum feiert, als wären es die neuen Superstars. Und vermutlich sind – oder werden – sie es auch. Über MAJAN bin ich in den letzten Monaten dann doch noch endlich zu $OHO BANI gekommen (aller latest to the party!), hier und da ist er mir über einige Zeit hinweg immer wieder sehr positiv als Featuregast aufgefallen. Also gebe ich ihm – oder besser: gebe ich mir – die Chance, als er am frühen Abend auf der größten Indoor Stage seinen Auftritt hat.
Draußen allerbestes Sommerabendwetter. Menschenscharen strömen in die Halle, weit vor dem Auftritt. Ich warte, google ein wenig und stoße auf einen SZ-Artikel. Hier positioniert sich Felix, so sein bürgerlicher Name, überraschend politisch und feministisch. Spricht über Demokratie, den Staat und Milliardäre. Über einen Satz, den er mal auf einem Konzert an die Menge gerichtet rief: "An alle Männer: Wir sind das Problem! Wenn euch was auffällt, sagt was, schreitet ein!" Eine halbe Stunde später ruft er diesen und ähnliche Sätze auch auf dem Heroes Festival. Während eines absolut ungewöhnlichen Auftritts für einen Künstler aus der deutschen Rapszene.
Denn: Er hat alles dabei. Schlaue Sätze für die Menge: gemeinsam eine gute Zeit haben, Rücksicht nehmen und aufeinander achtgeben. Lieder für den obligatorischen Moshpit. Lieder, die jeder kennt inklusive Herbert Grönemeyer-Hook. Lieder, die er alleine am Klavier spielt. Er singt, er rappt, er hat eine ganz besondere Art und Aura, die die Show durchzieht. Und obwohl die Bühne für seine Show nur dezent umgebaut wurde, bleibt mir wallender weißer Stoff in Erinnerung – nicht nur im Hintergrund, sondern auch an $OHO BANI und seinen Background-Sänger:innen. Zeitweise habe ich das Gefühl, er ist aus einer anderen Welt, während sich das Konzert auch genauso anfühlt: Wie eine kleine Kapsel, in der alles anders ist und irgendwie alles gut.
Es ist mir lange nicht mehr passiert, dass mich ein:e Künstler:in durch eine einzelne Show so von sich überzeugt hat. Seit diesem Abend im Sommer vergeht nun kein Tag, an dem ich nicht mindestens einen Track von $OHO BANI höre, und vermutlich auch keine Woche, in der ich nicht irgendwem diesen Künstler ans Herz lege. Also nun auch abschließend für die geneigten Leser:innen: Es ist vollkommen okay, wenn auch Du ihn erst jetzt entdeckst und er Dir den anstehenden Winter ein bisschen leichter macht.
(Florence Bader)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)