Hier sind sie: unsere persönlichen Highlights aus 2025. Alle Jahre wieder gibt es so viel Spannendes im Rapgame. Musik, Videos, Filme, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Überblick behalten? Richtig: wir! Deshalb gibt's von uns dieses Jahr unseren Adventskalender mit redaktionsinternen Empfehlungen aus der Subkultur. Zeit für Reflexionen: Wen haben wir persönlich dieses Jahr neu entdeckt? Was wollen wir Euch wärmstens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den langen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester noch die Zeit vertreiben?
Vielleicht kommen Euch die obigen Zeilen merkwürdig bekannt vor. Wir haben für den Kalender unser bewährtes Instagram-Format MZEE WEEKLY ausgeweitet. Hier liefern wir wöchentlich kurz und knapp eine Empfehlung und fragen Euch nach Euren eigenen Entdeckungen. Auf etwas mehr Raum präsentieren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.
Wir freuen uns darauf, Euch damit wieder die Tage bis Weihnachten etwas versüßen zu können, und wünschen Euch eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit. Und auch wenn Ihr Weihnachten nicht feiert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder andere Inspiration für Eure freien Tage mitnehmen.

Im April dieses Jahres entdecke ich den rappenden und singenden Youngster aus Leipzig in einer Instastory: blond, sommersprossig, mit Zahnspange und FCKNZS-Cap. Schon nach diesem kurzen Snippet aus seinem Song "Junge Träume aus Gold" staune ich: warum so stabil?
Der damals 16-jährige yung pepp braucht offenbar keine Härte, keine aufgesetzte Coolness, um eine stabile Attitude an den Tag zu legen. Absolut harmlos bewegt er sich in sonnenbeschienener Altbaukulisse und klatscht sich immer wieder mit seinen jugendlichen Freund:innen ab. In seinen bunten Klamotten, seiner Liebe für den Block, dem andauernden Gestikulieren erkenne ich einen echten Rapper wieder. Nur funktioniert das hier mal auf eine ganz andere Art und Weise: Es wird nicht versucht, mit irgendwas außer dem eigenen Können zu flexen. Auffallend authentisch reflektiert yung pepp seine doch recht unbeschwerte Jugend. Schule nervt und Freundschaften wollen im Park gepflegt werden. Doch da ist auch diese Cap. Da sind immer wieder Zeilen, die nicht fassen können, dass längst nicht mehr nur im fernen Umland wieder Nazis aufbegehren. Mit einer unaufgeregten Abgeklärtheit steppt yung pepp selbstbewusst "in die Booth rein" – ob im Songtext von "Augenreiben" oder literally bei der "Hotline Bars – Splash! Cypher 2025" von DIFFUS. Seinen weltoffenen Ansatz betont er dabei gerne in immer neuen Facetten. Wir hören hier jemanden, der keine Scheu hat, offen zu reflektieren, und der sich damit exponiert. Es ist das allgegenwärtige Vertrauen in die Gemeinschaft auf der guten Seite, das ihn trägt. Es sind seine "Friends".
Beim splash! konnte ich endlich Zeugin werden, wie sehr Peppinger auf der Bühne in seinem Element ist. Er reißt mit und schafft es, das Publikum zum ersten smoothen Moshpit des Festivals zu vereinen. Ein wunderbarer Start, der ein Gemeinsamkeitsgefühl bei allen Beteiligten hinterlässt.
(Christina Jeiter)
(Grafik von Anna Koptenko & Daniel Fersch)