Kategorien
Adventskalender

Adventskalender: Türchen #02 – GÄSSLESRAP KOLLEKTIV

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­ste­cken sich die Künst­ler vom GÄSSLESRAP KOLLEKTIV.

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Heim­weh kann zu schö­nen Ent­de­ckun­gen füh­ren. Als Luxem­bur­ge­rin in Deutsch­land habe ich erst nach mei­nem Umzug ange­fan­gen, Rap auf Luxem­bur­gisch zu hören – ein­fach, um ein Stück Zuhau­se im All­tag zu spü­ren. Für vie­le klingt das nach Mund­art, für mich war es lan­ge nur All­tag. Mit der Musik vom GÄSSLESRAP KOLLEKTIV habe ich gemerkt: Nach Zuhau­se kann es über­all klin­gen – Haupt­sa­che, die Mucke hat ihren eige­nen Sound! So wur­de aus der Sehn­sucht nach Luxem­burg plötz­lich eine Lie­bes­er­klä­rung an Rap auf Mundart.

Genau das macht Mundart-​Rap so span­nend: Plötz­lich rappt da jemand im Dia­lekt und es fühlt sich an wie zu Hau­se – egal, ob in Luxem­burg oder in Deutsch­land. Beim GÄSSLESRAP KOLLEKTIV heißt das, schwä­bi­sche Pun­ch­li­nes auf Oldschool-​Beats mit Alb-​Vibe. Die Crew erzählt von Bauwagen-​Feschtle, Hefewoiza-​Eskalation und unbe­schwer­tem Dorf­le­ben – und nimmt lie­be­voll die Marot­ten der Regi­on aufs Korn. Zei­len wie "Die Hal­be läuft durch wie Was­ser" holen Erin­ne­run­gen zurück. Ihr Mot­to "Swa­bi­an Mad­ness isch d'r Life­style" bringt es auf den Punkt: Sie kom­pri­mie­ren den schwä­bi­schen Lebens­stil auf vier Tak­te – unge­schönt, mit viel Lokal­ko­lo­rit und einem Augen­zwin­kern. Lan­ge Zeit hat­te die Sym­bio­se aus schwä­bi­scher Mund­art und Hip­Hop einen schwe­ren Stand, als wür­de da eine unsicht­ba­re Fes­sel ver­hin­dern, dass Dialekt-​Rap wirk­lich ernst genom­men wird. Aber das GÄSSLESRAP KOLLEKTIV hat genau die­se Ket­ten gesprengt.

Was mich dar­an so begeis­tert, ist Lei­den­schaft für Musik, die auf ein Fai­ble für Wort­witz und Dia­lekt trifft. Mundart-​Rap bringt Per­sön­lich­keit ins Spiel, erzählt Geschich­ten aus dem Her­zen einer Regi­on und klingt so ehr­lich wie kaum etwas ande­res. Die­se Mischung aus Nost­al­gie, Dia­lekt und Oldschool-​Sound macht für mich den Reiz aus – egal ob auf Schwä­bisch oder in einem ande­ren Dia­lekt. Mein Tipp für die­sen Advent: Gebt Rap auf Mund­art eine Chan­ce, auch wenn Ihr nicht alles ver­steht. Für mich ist das die Ent­de­ckung 2025 – viel­leicht merkt Ihr, wie viel Herz­blut und Krea­ti­vi­tät in die­sen Zei­len steckt.

(Lena Pin­to)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch)