Kategorien
Adventskalender

Adventskalender: Türchen #01 – BombayMami

In unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der befin­det sich hin­ter jedem Tür­chen ein Schatz aus dem Rap-​Kosmos, den unse­re Autor:innen die­ses Jahr neu für sich ent­deckt haben. Hin­ter die­sem Tür­chen ver­steckt sich die Künst­le­rin BombayMami.

Hier sind sie: unse­re per­sön­li­chen High­lights aus 2025. Alle Jah­re wie­der gibt es so viel Span­nen­des im Rap­ga­me. Musik, Vide­os, Fil­me, Bücher und, und, und … Wer soll da noch den Über­blick behal­ten? Rich­tig: wir! Des­halb gibt's von uns die­ses Jahr unse­ren Advents­ka­len­der mit redak­ti­ons­in­ter­nen Emp­feh­lun­gen aus der Sub­kul­tur. Zeit für Refle­xio­nen: Wen haben wir per­sön­lich die­ses Jahr neu ent­deckt? Was wol­len wir Euch wärms­tens ans Herz legen? Und womit könnt Ihr Euch an den lan­gen Tagen zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter noch die Zeit vertreiben?

Viel­leicht kom­men Euch die obi­gen Zei­len merk­wür­dig bekannt vor. Wir haben für den Kalen­der unser bewähr­tes Instagram-​Format MZEE WEEKLY aus­ge­wei­tet. Hier lie­fern wir wöchent­lich kurz und knapp eine Emp­feh­lung und fra­gen Euch nach Euren eige­nen Ent­de­ckun­gen. Auf etwas mehr Raum prä­sen­tie­ren wir Euch also nun: MZEE YEARLY.

Wir freu­en uns dar­auf, Euch damit wie­der die Tage bis Weih­nach­ten etwas ver­sü­ßen zu kön­nen, und wün­schen Euch eine ent­spann­te, besinn­li­che Weih­nachts­zeit. Und auch wenn Ihr Weih­nach­ten nicht fei­ert, könnt Ihr hier bestimmt die ein oder ande­re Inspi­ra­ti­on für Eure frei­en Tage mitnehmen.

 

Bom­bay­Mami im Visua­li­zer, einer visu­el­len Dar­stel­lung musi­ka­li­scher Ele­men­te, ihrer "Fire In Delhi"-Remixes.

Eine Frau in einem gold-​besetzten, roten Gewand mit eben­so fun­keln­dem Schmuck, per­fekt sit­zen­dem Haar und lan­gen Wim­pern rast auf einem Snow­board einen schnee­be­deck­ten Hügel hin­ab, der in der Son­ne glit­zert. Dabei rappt sie selbst­be­wusst und gera­de­zu ent­spannt: "Trust me. Girl, I'ma need you to trust me." Genau die­ses Snip­pet ver­schaff­te mir einen ziem­lich akku­ra­ten ers­ten Ein­druck von Bom­bay­Mamis Viel­sei­tig­keit. Wegen ihrer Wur­zeln in Indi­en und der Schweiz habe sie gro­ßen Spaß dar­an, ihre bei­den Wel­ten visu­ell mit­ein­an­der zu kom­bi­nie­ren, sag­te sie in einem Inter­view mit dem Vogue-​Magazin. Bei dem Gewand im Video han­de­le es sich um ein Lehen­ga, ein tra­di­tio­nel­les boden­lan­ges Kleid aus dem Nord­wes­ten Indi­ens. Als Kind habe sie viel Zeit in Bom­bay ver­bracht und füh­le sich der Stadt des­we­gen sehr ver­bun­den – so kam sie auf ihren Künstlerinnennamen.

Doch nicht nur visu­ell schafft Bom­bay­Mami es, kul­tu­rel­le Gren­zen zu durch­bre­chen und zu ver­mi­schen – genau­so gelingt ihr das in ihrer Musik. Sie wuchs in einem musi­ka­li­schen Haus­halt auf und prak­ti­zier­te schon früh klas­si­sche indi­sche Musik. Zum Bei­spiel lern­te sie die Tab­la zu spie­len, ein Trom­mel­in­stru­ment aus Nord­in­di­en, das in "Fire In Delhi" zu hören und im Musik­vi­deo zu sehen ist. Neben Refe­ren­zen zu Bollywood-​Hits kann man eben­so Ein­flüs­se von R 'n' B raus­hö­ren, vor allem auf ihrem Song "Cur­se". Ihre abwechs­lungs­rei­chen Rap-​Flows kom­men auch bei ihrem Fea­ture auf Troy­Bo­is Bass-​Track "Beggin" zur Gel­tung: Ihr Stil ist ein kras­ser Kon­trast zu den star­ken Beats und doch ergänzt das dunk­le Ambi­en­te ihre Stim­me hervorragend.

Bom­bay­Mami ist für mich eine Künst­le­rin, wie ich sie am aller­liebs­ten habe: Sie macht nicht nur tol­le Musik, son­dern spielt auch mit ver­schie­de­nen Gen­res, bringt die Kul­tu­ren ihrer Her­kunfts­län­der in Ein­klang und ver­voll­stän­digt ihr Gesamt­kunst­werk durch Fashion und Per­for­mance. Des­we­gen hof­fe ich, dass bald ihr ange­kün­dig­tes Album "Peaceful Atti­tu­de" releast wird, um uns auf eine geo­gra­fi­sche, kul­tu­rel­le und musi­ka­li­sche Rei­se mitzunehmen.

(Emi­ly Niklas)
(Gra­fik von Anna Kop­ten­ko & Dani­el Fersch, Screen­shot von "Bom­bay­Mami – Fire In Delhi-​Remixes (Visua­li­zer)")