Türchen #03 – DIGGEN 2022: "Gran Canaria" von Waving the Guns

Ob Jour­na­lis­ten oder Rapper:innen, Produzent:innen oder DJs – von Jan Kawel­ke über Donvtel­lo und Pimf bis hin zu DJ Ron und V.Raeter: Sie alle waren schon in unse­rem For­mat "DIGGEN mit …" am Start. Sie alle haben uns Play­lis­ten zu The­men zusam­men­ge­stellt, die ihnen ganz beson­ders am Her­zen lie­gen. Und sie alle haben uns Track für Track Rede und Ant­wort gestan­den, erzählt, war­um genau die­ser eine Song es in ihre Play­list geschafft hat und was sie mit ihm verbinden.

Zum Jah­res­en­de möch­ten wir, die MZEE Redak­ti­on, Euch mit unse­rem dies­jäh­ri­gen Advents­ka­len­der nun eine eige­ne DIGGEN-Play­list schen­ken: "DIGGEN 2022" beinhal­tet 24 Lieb­lings­lie­der der Redak­ti­on aus die­sem Jahr. Wir öff­nen somit jeden Tag ein neu­es Tür­chen und erzäh­len Euch von einem Song und war­um wir ihn so sehr schätzen.

Der Track für das heu­ti­ge Tür­chen wur­de von unse­rem Redak­teur Eli­as aus dem Interview-​Team ausgewählt.

 

 

Im heu­ti­gen Tür­chen zu fin­den ist:

3. Waving the Guns – Gran Cana­ria (prod. by DJ Joaf & BRYCK) 

Eli­as: Ich fin­de Wider­sprü­che super­span­nend. Auch der Track "Gran Cana­ria" von Waving The Guns star­tet mit einer Sche­re zwi­schen Beat und Text. Wäh­rend BRYCKs Instru­men­tal zu Beginn bei mir für Som­mer­lau­ne sorgt, ver­passt mir Mil­li Dance hin­ge­gen wenig spä­ter mit den Wör­tern "Hand­brü­che" und "Brand­brie­fe" die lyri­sche Wach-​auf-​Schelle. Eine so woh­li­ge Melo­die wie die­se schafft es meist, mich in leich­te Trance zu ver­set­zen. Mil­li Dance lässt das mit sei­nen gesell­schafts­kri­ti­schen Pun­ch­li­nes in "Gran Cana­ria" aller­dings nicht zu. Statt­des­sen nicke ich mit und den­ke mit einer Mischung aus Wut und Eupho­rie: Fühlt sich gut an, mit der sozio­po­li­ti­schen Lage nicht zufrie­den zu sein. Und gleich­zei­tig erin­nern mich WTG an die eige­ne Inkon­se­quenz: "Auch mei­ne Wes­te fle­ckig und die Hän­de blutig."

 


 

Alle bis­her geöff­ne­ten Tür­chen gibt es hier zum Nachlesen:

1. Mari­y­bu – Daten­ight (prod. by Kronsberg) 

Marie: Ich habe eine Schwä­che für Rache-​Songs. "CopKKKil­la" von Haft­be­fehl etwa ist einer mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­songs. In die­sem Jahr war aber "Daten­ight" von Mari­y­bu einer mei­ner gro­ßen Favo­ri­ten. Auch sie rächt sich, wie schon Haft, in die­sem Song an Poli­zis­ten. War­um? "Weil ich Cops nicht mag", erklärt sie selbst im Song. Anders als Haf­ti setzt sie in ihrer Rachefan­ta­sie aller­dings weni­ger auf rohe Gewalt als auf etwas, das man in den 90ern wohl "Die Waf­fen einer Frau" genannt hät­te. Sie datet einen Poli­zis­ten, nur um ihn bei sich zu Hau­se zu ver­füh­ren, zu fes­seln und ihm anschlie­ßend Geld und Kar­re zu klau­en. Oder wie sie es nennt: "Heut ist Daten­ight und du bezahlst." Im Video ist zu sehen, wie sie anschlie­ßend eine Freun­din in das geklau­te Auto ein­lädt und die zwei durch die Nacht fah­ren. Selbst­er­mäch­ti­gung, die ich in die­sem Jahr gefühlt habe.

 

2. $oho Bani – PLACEBO (prod. by Jurij Gold & Falconi) 

Enri­co: 2022 war für mich ein Jahr, in dem ich nach lan­gen Ein­schrän­kun­gen durch die Pan­de­mie end­lich wie­der etwas erle­ben woll­te. Auf Fes­ti­vals gehen, Par­tys fei­ern, jung, dumm und unver­nünf­tig sein. Den rich­ti­gen Sound dafür hat mir per­sön­lich in die­sem Som­mer $oho Bani gelie­fert. Der Ber­li­ner hat mich mit sei­ner unbe­küm­mer­ten Art schon mit sei­nem Debüt­al­bum gecatcht und die­ses Jahr mit "Kids aus dem Ver­steck" noch mal einen drauf­ge­setzt. Fol­ge­rich­tig soll­te der Besuch sei­ner Tour zum für mich ers­ten Kon­zert seit Lan­gem wer­den. Ver­schwitzt, mit einem dicken Knö­chel und über­glück­lich ver­ließ ich die Münch­ner Muf­f­at­hal­le und war end­gül­tig zum Fan der E-​Gitarren, Tech­n­obäs­se und sei­ner jugend­li­chen Leich­tig­keit gewor­den. All das fin­det man bei­spiel­haft auch auf "Pla­ce­bo". Und genau die­sen Sound habe ich die­ses Jahr gebraucht.

 

All die­se Tracks fin­det ihr hier in unse­rer "DIGGEN 2022 mit der MZEE Redaktion"-Playlist auf Spotify.

(die MZEE​.com Redaktion)
(Titel­bild von Dani­el Fersch)