DIGGEN mit Panik Panzer

Das ers­te Kon­zert, das man ohne Eltern besu­chen durf­te. Nachts allei­ne auf der Auto­bahn und den glei­chen Song immer und immer wie­der hören, weil man nicht fas­sen kann, wie gut er ist. Der Track, den man mit den Freun­den von frü­her laut grö­lend auf jeder Par­ty mit­ge­sun­gen hat. Ver­mut­lich kennt jeder Mensch die­sen Moment: Es läuft ein bestimm­tes Lied oder Album, das einen direkt emo­tio­nal in eine Situa­ti­on zurück­ver­set­zen kann, nost­al­gisch wer­den lässt oder ein­fach nur auf­grund sei­ner Mach­art immer wie­der zum Stau­nen bringt. Und genau dar­um geht es in unse­rem For­mat "DIGGEN mit …". Wir dig­gen mit ver­schie­de­nen Protagonist:innen der Sze­ne in ihren gedank­li­chen Plat­ten­kis­ten und spre­chen über Musik, die die­se Emo­tio­nen in ihnen aus­löst. Dafür stel­len unse­re Gäs­te jeweils eine eige­ne Play­list mit Songs zusam­men, die sie bewe­gen, begeis­tern und inspirieren. 

Wenn Panik Pan­zer mit dem Rest der Anti­lo­pen Gang vor einem Kon­zert im Back­stage sitzt, liegt Kol­jah am liebs­ten lesend her­um und Dan­ger Dan schläft ziem­lich wahr­schein­lich. Manch­mal, wenn er "ande­re gei­le Bands" sieht, die gemein­sam Spaß haben, macht ihn das trau­rig. Vol­ler Taten­drang hat er also vor ein paar Jah­ren eine Play­list ange­legt, um die Stim­mung zu heben, bevor sie auf die Büh­ne gehen. Laut ihm sind sei­ne Band­kol­le­gen aber eher hän­gen­ge­blie­ben, was ihren Musik­ge­schmack angeht. Das führ­te schluss­end­lich dazu, dass die Play­list als nicht cool bewer­tet und ihm sogar ein Abspiel-​Verbot erteilt wur­de. Damit Panik Pan­zer sich nicht umsonst die Mühe gemacht hat, haben wir nun Par­tei ergrif­fen und inter­view­ten ihn zu besag­ter Play­list. Im Zuge des Gesprächs erzähl­te er uns auch, dass er ger­ne von Will Smith adop­tiert wer­den wür­de, im Blues Brothers-​Outfit auf einem gro­ßen Pla­kat in einem Kauf­haus hing und in jun­gen Jah­ren in alle Spi­ce Girls gleich­zei­tig ver­liebt war.

 

 

1. Will Smith – Get­tin' Jig­gy With It (prod. by Poke and Tone)

Panik Pan­zer: Der ers­te Song ist gleich der wich­tigs­te. King. Also erst mal fin­de ich, dass Will Smith zu unrecht nicht so rich­tig als Rap­per ernst genom­men wird. Das ist natür­lich kein Rap-​Rap, den Rap-​Puristen hören, aber der hat ein­fach ein paar mie­se Hits raus­ge­hau­en. Außer­dem ist er mit der Haupt­rol­le in "Men in Black" und "Inde­pen­dence Day" sowie Songs wie "Get­tin' Jig­gy With It" eine Art Iko­ne für mich. Jemand, dem die­ser Song kei­ne gute Lau­ne macht, muss eine Stö­rung haben. Da ist ja irgend­was ganz falsch. Wenn ich mich nicht täu­sche, müss­te es auf unse­rem Instagram-​Account auch ein High­light von der Dan­ger Dan-​Tour 2018 geben, wo im Hin­ter­grund die­se Play­list läuft, weil Dani­el das Ver­bot noch nicht aus­ge­spro­chen hat­te und er sogar freu­dig zu "Get­tin' Jig­gy With It" von einem Tisch springt! (Beweis) Auf der Play­list ist das Platz eins und alle mei­ne Band­mit­glie­der wis­sen, dass ich die­sen Song ver­göt­te­re. Und dann hat Will Smith auch noch so krass talen­tier­te Kin­der. Der eine ret­tet kli­ma­mä­ßig die Welt und von der Toch­ter Wil­low Smith woll­te ich letz­tens einen Song mit Tra­vis Bar­ker in unse­rer Radio­sen­dung spie­len. Ein mie­ser Pop­song, den ich aber sehr geil fin­de – wur­de natür­lich auch wie­der direkt ver­bo­ten. Die gesam­te Fami­lie Smith ist ein­fach eine King-​Familie und ich wür­de mich jeder­zeit von ihnen adop­tie­ren las­sen. (Anm. d. Red.: Die­ses Inter­view wur­de vor der Oscar-​Verleihung 2022 geführt.)

 

2. Dia­na Ross – I'm Com­ing Out (prod. by Ber­nard Edwards, Nile Rodgers)

Panik Pan­zer: Nach­dem wir mit Will Smith den King prä­sen­tiert haben, prä­sen­tie­ren wir jetzt mit Dia­na Ross die abso­lu­te Queen. Die ver­göt­te­re ich natür­lich auch auf 'ne Art. Das wird jetzt ein biss­chen pein­lich, aber egal: Ich habe mich eigent­lich erst vor Kur­zem mit ihr beschäf­tigt, als Motown 60-​jähriges Jubi­lä­um gefei­ert hat. Anläss­lich des Jubi­lä­ums hat das Label mit Car­hartt eine Koope­ra­ti­on raus­ge­bracht und ich fand einen der Pull­over so schön, dass ich ihn gekauft habe. Ich woll­te die­sen Pul­li aller­dings nicht tra­gen, ohne mich davor mit Motown beschäf­tigt zu haben. Des­we­gen habe ich ein Motown-​Best-​Of-​Album gehört und da waren auch Songs von Dia­na Ross dabei. (lacht) Seit­dem ist mir das in Mark und Bein über­ge­gan­gen. Wenn ich das spie­le, sin­ge ich die zwei­te Stim­me mit und sobald ich die zwei­te Stim­me mit­sin­ge, ist das ein ganz star­kes Zei­chen dafür, dass die Lie­be in mir für den Song sehr groß ist.

 

3. The Spen­cer Davis Group – Keep On Run­ning (prod. by Chris Blackwell) 

Panik Pan­zer: Ich bin ganz froh, dass spä­ter noch femi­nis­ti­sche Hym­nen fol­gen, denn den Song­text von "Keep On Run­ning" wür­de man heu­te wahr­schein­lich so nicht mehr schrei­ben: "Keep on run­ning, keep on hiding. One fine day I'm gon­na be the one to make you under­stand. I'm gon­na be your man." – Das hat so ein Geschmäck­le. Aber davon mal abge­se­hen, ken­ne ich den Song schon seit mei­nen frü­hes­ten Kin­der­ta­gen, weil die­se Sin­gle eine Plat­te der rela­tiv spär­li­chen Plat­ten­samm­lung mei­nes Vaters war. Ich glau­be, das ist auch der größ­te Hit der Spen­cer Davis Group und die haben gar nicht so viel mehr geris­sen. Der Sän­ger hat ja eine unfass­bar kras­se Stim­me und es war, soweit ich weiß, sehr Auf­se­hen erre­gend, dass Sen­der, die nor­ma­ler­wei­se nur "Schwar­ze Musik" gespielt haben, auch die­se Sin­gle ins Pro­gramm genom­men haben. Weil er so soulig singt, wie man es von bri­ti­scher Musik bis dahin nicht kann­te. Wenn er so presst, dann reißt das auch sehr geil im Mikro an. Es klingt halt schön. Und wie alle Songs in die­ser Play­list ist das ein­fach Feel Good-Musik.

 

4. Luniz – I Got 5 On It (prod. by Tone Capone)

Panik Pan­zer: Die­ses Video ist ja das Über-​Klischee eines HipHop-​Videos. Das grenzt nicht nur an eine Frech­heit, das ist eine. Ich ken­ne nur die­ses Lied von Luniz, aber immer­hin haben sie einen Song mit einem der bes­ten HipHop-​Beats, die es jemals gab, gemacht. Selbst jetzt, wo wir uns das so dezi­diert anhö­ren, habe ich nicht auf den Text geach­tet. Ich habe kei­ne Ahnung, was sie da erzäh­len. Ich weiß nicht mal, was mir die­se iko­ni­sche Hook erzäh­len will. Ich beglück­wün­sche Luniz zu die­sem Song und sie sol­len sich mel­den, wenn sie noch mal Hil­fe vom Mann Panik Pan­zer bei neu­en Songs brau­chen. Luniz haben mei­nen Rücken. Was auch geni­al ist: Wenn man auf das Spotify-​Profil geht, sind vier von den fünf belieb­ten Songs "I Got 5 On It". (lacht) Die Armen. Oh mein Gott, es gibt sogar "I Got 5 On Us". Ich habe Angst, mich näher damit zu beschäftigen.

 

5. Are­tha Fran­k­lin – Think (prod. by Jer­ry Wexler)

Panik Pan­zer: Mega. Das ist aus dem Film "Blues Bro­thers". Als ich ein Kind war, hat­ten wir für unse­ren sehr klei­nen Fern­se­her ein paar weni­ge Video­kas­set­ten zu Hau­se – unter ande­rem "India­na Jones", einen "Star Wars"-Teil und eben "Blues Bro­thers", weil das einer der liebs­ten Fil­me unse­res Vaters ist. Das ist ein Film über die Band Blues Bro­thers, in dem es unfass­bar gei­le Gast­auf­trit­te von zum Bei­spiel Ray Charles gibt. Und es gibt eben auch die­se tol­le Sze­ne mit Are­tha Fran­k­lin, die in ihrem Restau­rant eine Ansa­ge macht. Dadurch ken­ne ich die­sen Song schon seit immer. Wenn ich mich ent­schei­den müss­te, wer die Top-​Queen ist, dann ist es halt doch lei­der Are­tha Fran­k­lin und nicht Dia­na Ross. Sie ist ein­fach so cool.

 

6. The Blues Bro­thers – Gim­me Some Lovin' (prod. by Bob Tischler)

Panik Pan­zer: Die­se legen­dä­re Sze­ne aus dem Film erin­nert mich an jedes Anti­lo­pen Gang-​Konzert, bei dem wir mit Bechern bewor­fen wur­den. Ich spü­re da eine gro­ße Ver­bun­den­heit. Außer­dem sind die Blues Bro­thers, glau­be ich, die ein­zi­gen Män­ner mit Hut, die ich respek­tie­ren kann. Neben Fato­ni viel­leicht noch. Danach hört es aber auch auf. Mei­ne Lie­be zu dem Film geht sogar so weit, dass ich, als 2000 ein Nach­fol­ge­film kam, mir ernst­haft ein Out­fit mit Anzug, Hut und einer Bril­le ange­zo­gen habe und so ins Kino gegan­gen bin. An die­sem Tag war vor dem Kino ein Foto­shoo­ting für ein neu­es Kauf­haus in Aachen, für das sie Pas­san­ten foto­gra­fiert haben. Da war ich natür­lich gefun­de­nes Fres­sen. Oh Gott, ich war da ein­fach schon 15. Das ist ja pein­lich. (lacht) In mei­ner Erin­ne­rung war ich zehn. Auf jeden Fall hing ich dann auf einem zwei Meter gro­ßen Print in die­sem Riesenkaufhaus.

 

7. MC Ham­mer – U Can't Touch This (prod. by MC Ham­mer, James Ear­ly, Fel­ton Pilate) 

Panik Pan­zer: Die­ses Video ist natür­lich auch iko­nisch. Die MC Hammer-​Pumphosen wer­den auf jeden Fall eine gro­ße Outfit-​Inspiration für die nächs­te Tour. Ansons­ten fra­ge ich mich gera­de, ob MC Ham­mer auch so ein etwas weni­ger ernst genom­me­ner Rap­per wie Will Smith ist und ich eine auf­rich­ti­ge, uniro­ni­sche Affi­ni­tät für unrea­le Rap­per habe. Ich befürch­te, die Ant­wort ist "Ja". (lacht) Ver­mut­lich ist das ein Song, der Kol­jah rich­tig auf die Pal­me bringt, wenn ich ihn spie­le. Das ist schon maxi­mal uncool. Den Song kannst du auf einer WG-​Party spie­len und jeder Depp wird einen komi­schen Tanz dazu auf­füh­ren. Aber eigent­lich macht es ihn des­we­gen schon wie­der so gran­di­os. Ist Luniz auch Industrie-Rap?

MZEE​.com: Ich glau­be, Luniz ist real.

Panik Pan­zer: Schei­ße. So ein unschö­ner Schand­fleck in der Play­list bei die­sem kom­mer­zi­el­len Rap.

 

8. Spi­ce Girls – Wan­na­be (prod. by Matt Rowe, Richard Stannard) 

Panik Pan­zer: Die Spi­ce Girls sind für mich nach den No Angels die bes­te Girl­band, die es jemals gab. Ich glau­be, das habe ich noch nie jeman­dem erzählt, aber ich hat­te zwei heim­li­che Lie­ben als Kind: Die ers­te war Blüm­chen und die zwei­te waren die Spi­ce Girls. Jeder hat ein Lieb­lings­spi­ce, aber, hal­te dich fest, ich nicht. Ich war ein­fach in alle gleich­zei­tig ver­knallt. (lacht) Wenn ich mich wirk­lich ent­schei­den müss­te, wäre es wahr­schein­lich Mel C, weil sie danach noch ein paar schö­ne Songs raus­ge­bracht hat, aber eigent­lich auch nicht. Ich war in alle Spi­ce Girls ver­liebt. Und mei­ner Lie­be habe ich gefrönt, indem ich nach der Schu­le erst Andre­as Türk und Ara­bel­la und danach VIVA geschaut habe. "Wan­na­be" ist auch wirk­lich ein Hit für alle Ewig­kei­ten. Bei Men­schen, die sich nicht freu­en, wenn man die­ses Lied spielt, ist irgend­was gehö­rig schief gelau­fen. Kann ich nicht nach­voll­zie­hen. "Friendship never ends." (singt lei­den­schaft­lich)

 

9. The Poli­ce – Roxan­ne (prod. by The Police) 

Panik Pan­zer: Ich habe mir Anfang der 2000er auf eMu­le ein paar The Police-​Songs run­ter­ge­la­den und bin seit­dem ein unfass­ba­rer Fan die­ser Band. "Roxan­ne" ist für mich auch krass ver­knüpft mit unse­rem Tour­le­ben, weil das einer von zwei Songs ist, die seit 2017 immer im Night­li­ner lie­fen, wenn man nach einem Kon­zert abge­fah­ren ist. Wie kann ein Mensch die­sen Song hören und nicht inbrüns­tig mit­schrei­en? Das ist mir nicht erklär­lich und kann nicht funk­tio­nie­ren. Des­we­gen ist die­ser Song auch vor einem Kon­zert mit Vor­sicht zu genie­ßen, wenn man sei­ne Stim­me scho­nen will. Aber danach: "Roxan­ne" und "Coun­try Roads". Die sind bei­de sehr oft im Antilopen-​Nightliner gelau­fen und ich ver­knüp­fe damit vie­le schö­ne Erinnerungen.

MZEE​.com: Was hältst du von der Ver­si­on von Annen­May­Kan­te­reit und Mil­ky Chance? 

Panik Pan­zer: Das ist eine der furcht­bars­ten Cover-​Versionen, die ich in mei­nem gan­zen Leben gehört habe. Ich will die auch gar nicht dis­sen, aber ich fin­de, die trans­por­tiert gar nichts von dem, was das Stück ursprüng­lich trans­por­tiert. Da ist alles falsch dran und alles Gute ver­lo­ren gegan­gen. Ich wünsch­te, die­se Ver­si­on wür­de nicht exis­tie­ren. Ich emp­fin­de regel­rech­te Abscheu, es grenzt an Hass. Eigent­lich sind sie für das, was sie mit die­sem Song ver­bro­chen haben, auch Sting und The Poli­ce eine Ent­schul­di­gung schul­dig. Es tut mir leid. Ich has­se das wirklich.

MZEE​.com: Es scheint so, als hät­te ich mit die­ser Fra­ge einen ziem­lich wun­den Punkt getroffen.

Panik Pan­zer: Abso­lut. Es ist auch wirk­lich scha­de, dass Sting – nach­dem er solo und mit The Poli­ce ja wirk­lich Songs für die Ewig­keit geschaf­fen hat – vor ein paar Jah­ren ein Album mit Shag­gy raus­ge­bracht hat. Sting und Shag­gy! So furcht­bar, wie das klingt, war es auch. Es sind meh­re­re Alben, sehe ich gera­de! Die haben ein­fach meh­re­re Alben zusam­men raus­ge­bracht. An The Poli­ce fand ich ursprüng­lich immer so fas­zi­nie­rend, dass sie wie unge­stü­me Bri­ten klin­gen, die ver­su­chen, Reg­gae zu machen. Sie krie­gen es aber nicht hin, weil sie zu rockig sind und haben so einen ganz eige­nen Sound kre­iert, der unver­gleich­bar ist.

 

10. Sis­ter Sledge feat. Ber­nard Edwards – We Are Fami­ly (prod. by Ber­nard Edwards, Nile Rodgers) 

Panik Pan­zer: Ich weiß über die Schwes­tern eigent­lich gar nicht so viel. Ich lie­be den Song auch nicht wegen die­ses Songs, son­dern wegen einer Cover-​Version, die nicht öffent­lich zugäng­lich ist. Der Musik­sen­der VIVA hat irgend­wann mal "We Are Fami­ly" als Hym­ne für ihren Kanal geco­vert: "VIVA Fami­ly". So habe ich das Ori­gi­nal über­haupt erst ken­nen und lie­ben gelernt. Schreib ein­fach: Gei­le Musik.

 

11. Tom Jones – It's Not Unusu­al (prod. by Peter Schiran) 

Panik Pan­zer: Da schließt sich ein biss­chen der Kreis zu Will Smith, weil "It's Not Unusu­al" in "The Fresh Prince of Bel-​Air" der Song zum Carlton-​Dance ist. Da ich die­se Sen­dung frü­her sehr viel geschaut und geliebt habe, lie­be ich natür­lich auch den Carlton-​Dance. Somit ist Tom Jones Nutz­nie­ßer mei­ner Affi­ni­tät zu Will Smith.

 

12. Oasis – Won­der­wall (prod. by Owen Mor­ris, Noel Gallagher) 

Panik Pan­zer: Also erst mal ist die­ser Song hier auch als War­nung an mei­ne Band­mit­glie­der zu ver­ste­hen, denn wie Oasis mit den Gallagher-​Brüdern hat auch die Anti­lo­pen Gang mit den Pongratz-​Brüdern ein Brü­der­paar in der Band. Und soll­ten mei­ne Bestre­bun­gen, auf Bie­gen und Bre­chen gute Lau­ne vor Kon­zer­ten her­bei­füh­ren zu wol­len, zukünf­tig nicht mehr hono­riert wer­den, könn­te es uns so wie Oasis erge­hen. Das Gan­ze wird dra­ma­tisch in einem Streit enden inklu­si­ve öffent­li­cher Beschimp­fun­gen und kon­kur­rie­ren­der Solo-​Projekte, in denen ich alt aus­se­hen wer­de. Aber das ist nicht so schlimm. Ansons­ten ist Oasis für mich neben den Toten Hosen eine Band, bei der etwas pas­siert, was ich ganz furcht­bar fin­de, dem ich mich aber trotz­dem nicht ver­weh­ren kann. Das ist Musik, bei der Leu­te in betrun­ke­nem Zustand bier­se­lig wer­den, Män­ner ihre Ober­tei­le aus­zie­hen, sich wei­nend in den Armen lie­gen und mit­ein­an­der sin­gen. Ein abscheu­li­ches Spek­ta­kel, das alles aus­drückt, was ich ver­ach­te. Aber ich kann nicht leug­nen, dass auch ich mir schon das ein oder ande­re Mal zu Oasis bier­se­lig und wei­nend, aller­dings immer ange­zo­gen, mit Leu­ten in den Armen lag. "Won­der­wall" ist das song­ge­wor­de­ne Stadion-Feeling.

 

All die­se Tracks fin­det ihr hier in unse­rer "DIGGEN mit Panik Panzer"-Playlist auf Spotify.

(Yas­mi­na Rossmeisl)
(Foto von Dan­ny Koetter)