Juju – Bling Bling

Hab' mit kei­nem Rap­per Ähn­lich­keit.
Aber sind ja auch nicht alle Leu­te feh­ler­frei.

Als Teil der Crew SXTN mach­te Juju in den letz­ten zwei Jah­ren mit einer EP, einem Album und einer mit Gold­sta­tus aus­ge­zeich­ne­ten Sin­gle auf sich auf­merk­sam. Nach­dem das Duo sich jedoch musi­ka­lisch und per­sön­lich immer wei­ter von­ein­an­der ent­fern­te, folg­te die Tren­nung als logi­sche Kon­se­quenz. Und so erhal­ten wir nach der Plat­te von Nura nun auch das Solo­de­büt von Juju.

Schon zu Zei­ten der ers­ten SXTN-​EP war klar, dass sich die Ber­li­ne­rin rap­t­ech­nisch vor kei­nem eta­blier­ten Kol­le­gen der Sze­ne ver­ste­cken muss. Bereits auf dem Intro von "Bling Bling", auf dem sie batt­le­mä­ßig teil­wei­se etwas zu dick auf­trägt, wird klar, dass sich mit ihrem Solo­pro­jekt nichts dar­an ändert. Denn Juju zeigt auf den fol­gen­den elf Songs, dass sie das gesam­te Paket mit­bringt. Sie schreibt star­ke Batt­le­songs wie "Coco Cha­nel", kre­iert auf "Hi Babe" – nicht zuletzt wegen des "Dilemma"-Samples von Nel­ly – ange­neh­me R'n'B-Vibes und schafft es, mit "Ver­mis­sen" an der Sei­te von Hen­ning May eine ast­rei­ne Hit-​Ballade zu lie­fern. Außer die­sem Fea­ture und der Zusam­men­ar­beit mit Xavier Nai­doo auf "Frei­sein" ver­zich­tet sie auf wei­te­re Gast­bei­trä­ge. Bei dem letzt­ge­nann­ten Track han­delt es sich um eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on von Sabri­na Set­lurs "Frei­sein" aus dem Jah­re 1998. Die Frank­fur­te­rin war bis "Ver­mis­sen" die letz­te deutsch­spra­chi­ge Rap­pe­rin, die mit einer Sin­gle die Chart­spit­ze errei­chen konn­te. Ins­ge­samt gelingt es Juju durch das Unter­brin­gen diver­ser Stil­rich­tun­gen, ver­schie­de­ne Geschmä­cker zu bedie­nen, ohne einen roten Faden ver­mis­sen zu las­sen.

"Bling Bling" ist eine hoch­wer­ti­ge und abwechs­lungs­rei­che Plat­te, die es Juju ermög­licht, ihre Stär­ken frei von Kom­pro­mis­sen aus­zu­üben und sich als Solo­künst­le­rin zu eta­blie­ren. Dass die Ber­li­ne­rin gut rap­pen kann, war schon län­ger klar, doch nun zeigt sie, dass sie in der Lage ist, auch musi­ka­lisch zu über­zeu­gen. Das Album glänzt also nicht nur durch sei­nen Titel.

(Micha­el Col­lins)