Freshmaker – Fusion

Schreib' Tex­te schnel­ler, als Fre­shi Beats pro­du­ziert.
Und ver­traut mir: Was das betrifft, ist er 'n ziem­li­ches Tier.

Fresh­ma­ker dürf­te den meis­ten Rap-​Hörern als Pro­du­zent von ein­schlä­gi­gen deutsch­spra­chi­gen Plat­ten bekannt sein, um mit Alben von Bos­caCr7z und PA Sports nur ein paar Bei­spie­le zu nen­nen. Nach einem Beat-​Sampler als Free-​Release im Jahr 2014 ver­öf­fent­licht er nun mit "Fusi­on" einen wei­te­ren – die­ses Mal über das Label Arju­na.

Bei der Aus­wahl sei­ner Gäs­te ver­zich­tet Fresh­ma­ker zwar auf die ganz gro­ßen Namen, ver­eint aber den­noch sowohl eta­blier­te als auch eher unbe­kann­te Rap­per und deren Umfeld aus sei­ner bis­he­ri­gen Dis­ko­gra­fie auf sei­nem Sam­pler. Durch die her­vor­ra­gen­de Instru­men­tie­rung jedes ein­zel­nen der ins­ge­samt 16 Tracks fal­len die sti­lis­ti­schen Unter­schie­de der ver­schie­de­nen Künst­ler kaum ins Gewicht. So ent­steht nie der Ein­druck, man hät­te ein­fach gewar­tet, bis genug Beats gepickt sind, und dann eine Rei­hen­fol­ge aus­ge­wür­felt. Des­we­gen ist es zum Bei­spiel weit weni­ger absurd, als es zunächst klingt, dass Mas­siv in typi­scher Manier sein "Para­dies Höl­le" zwi­schen den Battle-​Songs "306 Kmh" von Len­ny Mor­ris und "Van Dam­me" von Liquit Wal­ker und BOZ zele­briert. Auch eher in klei­ne­ren Krei­sen bekann­te Künst­ler wie Shadow030 mit "Instinkt" oder Splinta823 und Jascha mit "Licht" müs­sen sich dank des homo­ge­nen – aller­dings nicht ein­tö­ni­gen – Sound­bilds nicht vor erfah­re­nen Rap­pern wie Eko Fresh oder Cha­ku­za ver­ste­cken. Außer­dem sorgt die gelun­ge­ne Ver­tei­lung von High­lights auf der Plat­te dafür, dass man geneigt ist, das Release als Gan­zes wahr­zu­neh­men, statt sich nur mit einem Teil zu beschäf­ti­gen.

Fresh­ma­ker gelingt es, einen durch melo­di­sche Beats gepräg­ten und abwechs­lungs­rei­chen Sam­pler zu kre­ieren, der Spaß macht. Wenn man durch Künst­ler, die man bereits kennt und mag, dazu kommt, in die Plat­te rein­zu­hö­ren, ent­deckt man dabei viel­leicht sogar den ein oder ande­ren Rap­per, den man noch nicht auf dem Schirm hat­te. Eine gelun­ge­ne "Fusi­on" ist mehr als die Sum­me ihrer Tei­le, was im Fall von Fresh­ma­ker defi­ni­tiv gege­ben ist.

(Micha­el Col­lins)