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Vollständige Version anzeigen : Cora E-Texte



djset
26-06-2001, 20:14
Volle Kontrolle(1993)

ich hol' wohl die meisten asse raus
weil ich nie passe
ich ziehe joker
weil ich auf meine weise poker'
es ist egal wer das hoechste blatt in der hand hielt,
es geht darum wie man das spiel spielt

das mikrofon hat strom also gehe ich mit dem strom
ein neuer hit, wenn nicht - was macht das schon?
idealismus brachte guten einfluss zum fliessen
und war der grund als meine antstoesse anstiessen
nun stehe ich da, immer noch mit vollen haenden
frag mich wo soll das enden wenn man anfaengt
mich im radio zu senden durch die ueberregionale frequenz
hat die anzahl meiner hoerer steigende tendenz
fans zu kriegen war mein anliege nie
und ich habe meine lieder nie geschrieben
um sie in den hitparaden zu platzieren
und gehoere nicht zu denen die kommen und kassieren
und ihren erfolg nur komik und scherz verdanken
somit blieb mein name unbekannt auf den commerzbanken
ich sage was ich meine und ich meine was ich sage
in form von reimen und gebrauch dazu keine
mir nicht bekannten ausdruecke um mich auszudruecken
keine satzfueller zum ueberbruecken
du weisst der sinn des wortes spielt bei mir die wahre wirklich grosse rolle
und ich habe die volle kontrolle

ich hol' wohl die meisten asse raus
weil ich nie passe
ich ziehe joker
weil ich auf meine weise poker'
es ist egal wer das hoechste blatt in der hand hielt,
es geht darum wie man das spiel spielt

da meine worte nie lehr waren,
war ich schon immer sprecher meiner klasse
und verliess sie vor zig jahren und bewahrte klasse
fasse gedanken in worte
mein reim leidet nicht wenn ich ihn dem sinn unterordne
extendet spirit hat hits im remix gemacht ueber nacht
wenn ich durchbreche also wacht
denn ich halte was ich verspreche
somit fuelle ich erwartungen und die tanzflaeche
hier ist die frau, die nicht denkt, dass sie denkt
sondern weiss da sie nachdenkt
wodurch man ihr glauben schenkt
man sagt ich ueberschreite meine grenzen manchmal
gut denn nur so wird man international
ich achte writer
wer achtet biter nicht den toy
ich war meinem b-boy fuenf jahre lang treu
alles andere bleibt wenn auch das eine fehlt da
er stets mein bester freund war und nur das zaehlt ja
ich gehe den weg gerade aus, werde nicht abbiegen
bevor ich alle eingesammelt habe, die auf der strecke liegen blieben
ich gehe bis zum schluss, koste es was es wolle
und habe die volle kontrolle

ich hol' wohl die meisten asse raus
weil ich nie passe
ich ziehe joker
weil ich auf meine weise poker'
es ist egal wer das hoechste blatt in der hand hielt,
es geht darum wie man das spiel spielt

Swift
29-06-2001, 15:52
Schlüsselkind


I.
Ich komm' aus einer Mittelschicht die gibt's in Deutschland sicherlich
Oben war'n wir nicht und unten nicht
Meine Eltern war'n geschieden da war ich gerade sieben
Gerichte ham' entschieden dass zwei Kinder bei der Mutter blieben
So war'n wir zu dritt zogen aus aus dem grossen Haus auf Sylt
Doch die kleine Wohnung war mir recht denn kein Vater brüllte mehr
So vermisste ich das Meer sehr
Mich an die Stadt zu gewöhnen fiel mir sehr schwer
Ich wurd' zum Schlüsselkind
Das sind die Kinder wo die Eltern nicht zuhause sind
Die Mutter nicht am Fenster steht und winkt
Denn sie ging zum Dienst Tag für Tag
Es war bestimmt nicht leicht für sie uns zu erklär'n dass sie uns
trotzdem mag
Vermisst hab ich nichts doch du fragst dich
Wer dein Vater ist wenn dur nur zweimal im Jahr Post kriegst
Doch heute ist mir klar
Es wäre nichts so wie es ist wär es nicht gewesen wie es war

II.
Ich wollte auf's Gymnasium denn ich bin nicht dumm doch Fakt war
Dass das nicht ging weil die Familie nicht intakt war
Und damals war das schlimm
Doch was du lernst aus diesen Ding' kann dir keine Schule beibring'
Der Block in dem wir wohnten war rot die Rote Siedlung
Und das war für viele Eltern meiner Freunde Grund
Ihre Kinder von uns fernzuhalten
Da die Leute die dort wohnten halt als Assos galten
Ich war gerad' zehn als ich anfing auszugehn'
Die Jeans eng zu näh'n um cool auszusehn'
Ich passte nicht mehr in die Dorfclique und hing
Viel lieber mit den Punks ab an der Holstenbrücke
Hab' mein Taschengeld im Hinterhof verspielt 17 und 4
Und war erst zwölf als ich das erste Bier probier
Und auch die beste Mutter merkt nicht dass ihr Kind
Nach Alkohol stinkt - wenn sie selber trinkt
Schrevenpark, Alter Markt ich trieb mich rum
Und war dann irgendwann so voll dass ich fast starb
Doch warum soll ich mich schäm' für das was geschah
Ich wäre heut' nicht wie ich bin wär es nicht gewesen wie es war

III.
Ich lebte vor mich hin kaum was machte Sinn und dachte
Nicht im Traum darüber nach womit ich meine Zeit verbrachte
Was kennt man vom Leben...
Wenn man Leute Freunde nennt die ihren Joint an Kinder weitergeben
Ich bin geflogen von den Schul'n der Stadt
Meine Mutter schleppte mich zum Psychologen doch der hat
Wenig Chance weil seine Mühen so gut wie umsonst sind
An einem Kind das denkt dass mit ihm alles stimmt
Ich ertrank fast sank doch hatte Glück
Die Welle aus Amerika spülte mich wieder ans Land zurück
Ich begann zu leben wurd aktiv und
Hab zum ersten Mal geträumt ohne dass ich schliefe
Da war etwas das auf mich wartet also ging ich
Etwas das ich bekomm' kann bleib ich dran also fing es an
Das ich etwas das ich erreichen kann seh
Ich wollte rappen wie "SHANTE" so verfolgte ich die Spur
Erfuhr Freundschaft von jedem der auf meinem Trip mitfuhr
Und nur der Glaube gibt mir Kraft und nimmt die Gefahr
Jemals zu vergessen wie es war