DJ Plattenkasper
09-12-2001, 19:36
Hab hier einen interessanten Artikel - man mag zu SHF stehen wie man will, aber ich denke mal daß Burstup damit recht hat...
"Seit knapp zwei Wochen steht er im DuckSquad-Studio: der Pioneer CDJ-1000, der erste CD-Player der Welt, der beim Mixen einem Plattenspieler ähnelt und mit dem naturgetreues Mixing und Scratching möglich sind. Ein digitaler Turntable also Nun sind wir DJs gegenüber dem Medium CD grundsätzlich sehr skeptisch oder sogar ablehnend – "Save The Vinyl " gilt immer noch!!
Schallplatten sind lässig, klingen gut und ermöglichen ein direktes Eingreifen in den Sound wie (bisher)kein anderer Tonträger. Deshalb war und ist die Schallplatte das Livemedium für Hip Hop-Konzerte oder Techno- und Drum ’n ’ Bass-DJs usw. Nach zwei Wochen, in denen ich den CDJ-1000 täglich mehrere Stunden benützt habe – im Studio sowie auch live – kann ich nun aber ein Urteil aus der Studio-und Livepraxis abgeben.
Als ich das Gerät auspackte, rechnete ich damit, dass ich wohl ein bis zwei Stunden brauchen würde, um mich daran zu gewöhnen. Aber ich hatte mich getäuscht. Der erste Griff auf das Jog-Wheel und ich scratchte ganz normal, wie mit einer Platte. Alle Scratches,die mit Vinyl möglich sind, gehen auch hier: egal ob Tears, Flares, Transformer- oder Drumsounds, Crabscratches, Backspins,... einfach alles. Und sogar noch mehr.
Mit zwei Knöpfen kann die Berührungsempfindlichkeit des Jog-Wheels stufenlos justiert werden. Das heißt, sowohl die Antauch-, als auch die Abbrems-Geschwindigkeit der "virtuellen Schallplatte " kann eingestellt werden, man kann sich die Platte quasi "zurechtbiegen ".Ein Traum, denn hier werden neue Styles möglich, es ist ein völlig neues Gefühl des Scratchens. Auch mit dem Rückwärtsgang (den ja auch die hervorragenden Vestax-oder Gemini-Turntables bieten) lassen sich neue Scratch-Styles entwickeln.
Endlich ist es nun möglich, Sounds zu generieren oder Stimmen aufzunehmen,auf CD zu brennen und gleich mal ein paar Cuts damit zu machen. Jeder kranke Synthesizer-Sound kann zum Transformer werden, jedes Wort, das einem einfällt wird binnen Sekunden zum scratchbaren Sound – und ein CD-Rohling ist mit 10
Schilling der billigste Tonträger zum selber Aufnehmen. Die Loop-Funktion zusammen mit der Tempokorrektur um +/-24% eignet sich hervorragend, um Stellen für Samples zu suchen, während am Sequencer der Beat läuft. Großartig ist auch die Möglichkeit, auf Standard MMC-Karten (16 MB) die Cue-Points von bis zu 10.000 CDs abzuspeichern. Sehr praktisch ist auch der digitale Ausgang (SP/DIF),etwa um in einen Akai-Sampler oder einen CD-Brenner reinzugehen. Soll ich weiter aufzählen? Mir fallen noch viele andere Gründe ein, warum ich dieses Gerät einfach großartig finde. Der wichtigste ist sowieso das Handling. Mit dem CDJ-1000 zu mixen und zu scratchen macht einfach riesengroßen Spaß.
Der Pioneer CDJ-1000 ist also ein neues, äußerst brauchbares DJ-Instrument.Ein Mix-und Scratch-Tool,das nicht auf Schallplatten basiert – und das ist toll. Der E-Bass hat schließlich auch nicht den Kontrabass ersetzt, die E-Gitarre nicht die Akustik-Gitarre überflüssig gemacht, und durch den Synthesizer wurde nicht
die Hammond-Orgel verdrängt. Schallplatten und Turntables wird ’s weiter geben. Aber hier tut sich eine neue Möglichkeit auf. Ein ganzes Universum an neuen Möglichkeiten. Die DJ-Kultur wird sich verändern. Vinyl-Probepressungen werden günstiger, denn viele Hip Hop-DJs und Producer werden nicht mehr bereit
sein, für eine Testpressung drei- bis fünftausend Schilling hinzulegen, wenn man auch mit einem CD-Rohling um 10 Schilling perfekt mixen und scratchen kann. Auch Dubplates werden bestimmt billiger. Derzeit legt man für eine vernünftige Dubplate in London oder in Berlin umgerechnet 500 bis 800 Schilling hin – ich rechne mindestens mit einer Halbierung der Preise innerhalb der nächsten Jahre. Turntablism (oder "Turntable-Jazz ",wie manche diese Musikrichtung auch nennen) wird sich durch dieses Instrument enorm weiterentwickeln.Ich sehe ganze Heerscharen von Teenage-DJs und Hip Hop-Producern vor den Videorecordern sitzen, den Sound ihrer Lieblingsfilme absampeln, auf CDs brennen und die weirdsten Scratches und Turntablism-Platten damit machen!
Dann wird es auch nicht mehr ganz so selbstverständlich sein, dass in einem Club wo aufgelegt wird, nur Technics-Turntables stehen. Heute schon nehmen Hip Hop-DJs ihre eigenen Mixer mit auf die Jams. Bald wird es so sein, dass DJs ihre eigenen Zuspielgeräte und Scratch-Tools in die Location mitnehmen – seien es Gemini-Turntables, der Pioneer CDJ-1000,oder die gerade in Entwicklung befindlichen MiniDisc-oder Harddisk-DJ-Tools von Firmen wie Yamaha oder Vestax. Das Technics-Monopol, schon vor einigen Jahren durch den Erfindungsreichtum von Vestax angeknabbert, wird völlig verschwinden. Wer DJing mit CDs dann noch für
fake hält, dem sage ich: Es gab auch mal eine Zeit, in der Drumcomputer und Sampler im Hip Hop als "fake " galten. Heute unvorstellbar, wo in jedem Hip Hop-Stück eine Roland TR-808 Rhythmusmaschine,ein Akai-Sampler und ähnliche Geräte zu hören sind. Es wird sich einiges verändern, und ich freue mich darauf."
Burstup, Schönheitsfehler
"Seit knapp zwei Wochen steht er im DuckSquad-Studio: der Pioneer CDJ-1000, der erste CD-Player der Welt, der beim Mixen einem Plattenspieler ähnelt und mit dem naturgetreues Mixing und Scratching möglich sind. Ein digitaler Turntable also Nun sind wir DJs gegenüber dem Medium CD grundsätzlich sehr skeptisch oder sogar ablehnend – "Save The Vinyl " gilt immer noch!!
Schallplatten sind lässig, klingen gut und ermöglichen ein direktes Eingreifen in den Sound wie (bisher)kein anderer Tonträger. Deshalb war und ist die Schallplatte das Livemedium für Hip Hop-Konzerte oder Techno- und Drum ’n ’ Bass-DJs usw. Nach zwei Wochen, in denen ich den CDJ-1000 täglich mehrere Stunden benützt habe – im Studio sowie auch live – kann ich nun aber ein Urteil aus der Studio-und Livepraxis abgeben.
Als ich das Gerät auspackte, rechnete ich damit, dass ich wohl ein bis zwei Stunden brauchen würde, um mich daran zu gewöhnen. Aber ich hatte mich getäuscht. Der erste Griff auf das Jog-Wheel und ich scratchte ganz normal, wie mit einer Platte. Alle Scratches,die mit Vinyl möglich sind, gehen auch hier: egal ob Tears, Flares, Transformer- oder Drumsounds, Crabscratches, Backspins,... einfach alles. Und sogar noch mehr.
Mit zwei Knöpfen kann die Berührungsempfindlichkeit des Jog-Wheels stufenlos justiert werden. Das heißt, sowohl die Antauch-, als auch die Abbrems-Geschwindigkeit der "virtuellen Schallplatte " kann eingestellt werden, man kann sich die Platte quasi "zurechtbiegen ".Ein Traum, denn hier werden neue Styles möglich, es ist ein völlig neues Gefühl des Scratchens. Auch mit dem Rückwärtsgang (den ja auch die hervorragenden Vestax-oder Gemini-Turntables bieten) lassen sich neue Scratch-Styles entwickeln.
Endlich ist es nun möglich, Sounds zu generieren oder Stimmen aufzunehmen,auf CD zu brennen und gleich mal ein paar Cuts damit zu machen. Jeder kranke Synthesizer-Sound kann zum Transformer werden, jedes Wort, das einem einfällt wird binnen Sekunden zum scratchbaren Sound – und ein CD-Rohling ist mit 10
Schilling der billigste Tonträger zum selber Aufnehmen. Die Loop-Funktion zusammen mit der Tempokorrektur um +/-24% eignet sich hervorragend, um Stellen für Samples zu suchen, während am Sequencer der Beat läuft. Großartig ist auch die Möglichkeit, auf Standard MMC-Karten (16 MB) die Cue-Points von bis zu 10.000 CDs abzuspeichern. Sehr praktisch ist auch der digitale Ausgang (SP/DIF),etwa um in einen Akai-Sampler oder einen CD-Brenner reinzugehen. Soll ich weiter aufzählen? Mir fallen noch viele andere Gründe ein, warum ich dieses Gerät einfach großartig finde. Der wichtigste ist sowieso das Handling. Mit dem CDJ-1000 zu mixen und zu scratchen macht einfach riesengroßen Spaß.
Der Pioneer CDJ-1000 ist also ein neues, äußerst brauchbares DJ-Instrument.Ein Mix-und Scratch-Tool,das nicht auf Schallplatten basiert – und das ist toll. Der E-Bass hat schließlich auch nicht den Kontrabass ersetzt, die E-Gitarre nicht die Akustik-Gitarre überflüssig gemacht, und durch den Synthesizer wurde nicht
die Hammond-Orgel verdrängt. Schallplatten und Turntables wird ’s weiter geben. Aber hier tut sich eine neue Möglichkeit auf. Ein ganzes Universum an neuen Möglichkeiten. Die DJ-Kultur wird sich verändern. Vinyl-Probepressungen werden günstiger, denn viele Hip Hop-DJs und Producer werden nicht mehr bereit
sein, für eine Testpressung drei- bis fünftausend Schilling hinzulegen, wenn man auch mit einem CD-Rohling um 10 Schilling perfekt mixen und scratchen kann. Auch Dubplates werden bestimmt billiger. Derzeit legt man für eine vernünftige Dubplate in London oder in Berlin umgerechnet 500 bis 800 Schilling hin – ich rechne mindestens mit einer Halbierung der Preise innerhalb der nächsten Jahre. Turntablism (oder "Turntable-Jazz ",wie manche diese Musikrichtung auch nennen) wird sich durch dieses Instrument enorm weiterentwickeln.Ich sehe ganze Heerscharen von Teenage-DJs und Hip Hop-Producern vor den Videorecordern sitzen, den Sound ihrer Lieblingsfilme absampeln, auf CDs brennen und die weirdsten Scratches und Turntablism-Platten damit machen!
Dann wird es auch nicht mehr ganz so selbstverständlich sein, dass in einem Club wo aufgelegt wird, nur Technics-Turntables stehen. Heute schon nehmen Hip Hop-DJs ihre eigenen Mixer mit auf die Jams. Bald wird es so sein, dass DJs ihre eigenen Zuspielgeräte und Scratch-Tools in die Location mitnehmen – seien es Gemini-Turntables, der Pioneer CDJ-1000,oder die gerade in Entwicklung befindlichen MiniDisc-oder Harddisk-DJ-Tools von Firmen wie Yamaha oder Vestax. Das Technics-Monopol, schon vor einigen Jahren durch den Erfindungsreichtum von Vestax angeknabbert, wird völlig verschwinden. Wer DJing mit CDs dann noch für
fake hält, dem sage ich: Es gab auch mal eine Zeit, in der Drumcomputer und Sampler im Hip Hop als "fake " galten. Heute unvorstellbar, wo in jedem Hip Hop-Stück eine Roland TR-808 Rhythmusmaschine,ein Akai-Sampler und ähnliche Geräte zu hören sind. Es wird sich einiges verändern, und ich freue mich darauf."
Burstup, Schönheitsfehler