Marvin Game – Highdrated

Wir kif­fen, aber nicht wie Ste­fan Raab.
Son­dern strai­ght in your face auf der Straat.

"High­dra­ted" – um den Titel von Mar­vin Games neu­em Mix­tape zu dechif­frie­ren, muss man kein Rake­ten­for­scher sein. Denn zusätz­lich zu sei­ner Befür­wor­tung aus­gie­bi­gen Was­ser­kon­sums ist der Ber­li­ner auch gro­ßer Freund einer gewis­sen Pflan­ze, die er lie­bend ger­ne raucht und in sei­nen Tracks the­ma­ti­siert.

Um es gleich vor­weg­zu­neh­men: Auf dem Release geht es nicht aus­schließ­lich ums Kif­fen. Gewiss ist der Kon­sum von Gras nach wie vor eine gro­ße Kom­po­nen­te von Mar­vins Schaf­fen, den­noch erschöpft sich sei­ne The­men­welt hier nicht. Der eige­ne Weg zur Spit­ze des Spiels, Bezie­hun­gen ver­schie­de­ner Art zu Frau­en sowie das Leben auf der Straat mit den Jungs sind wei­te­re Fix­punk­te in sei­nen Lyrics. Wie bereits auf den zuvor ver­öf­fent­lich­ten Alben ist mor­ten erneut für einen Groß­teil der Pro­duk­tio­nen ver­ant­wort­lich, die wie­der­um von sei­nem jün­ge­ren Bru­der Mar­vin mit locke­ren und tech­nisch ver­sier­ten Parts ver­se­hen wer­den. Hier herrscht ein äußerst kohä­ren­tes Sound­bild vor, wie man es schon von den meis­ten IMMER.READY-Veröffentlichungen kennt. Den­noch gibt es eini­ge Tracks, die beson­ders posi­tiv aus der Track­list her­aus­ste­chen. Zu nen­nen wären da neben den bei­den Sin­gles "For­bid­den Fruit" und "Kein Schuss" bei­spiels­wei­se "Bank­ac­count" sowie "Gau­ner" mit einer groß­ar­ti­gen Hook von YONII. Auch die ande­ren Gäs­te wie etwa Al Kare­em und die sträf­lich unter­schätz­te Wan­ja Jane­va machen größ­ten­teils eine sehr gute Figur und tra­gen zum Hör­ge­nuss der Ver­öf­fent­li­chung maß­geb­lich bei. Beson­ders der Schwei­zer Pron­to kann mit sei­nem Mum­ble Rap auf ins­ge­samt drei Tracks über­zeu­gen und hin­ter­lässt, auch wenn man ihn als Deut­scher kaum ver­ste­hen kann, einen blei­ben­den Ein­druck.

Bei "High­dra­ted" han­delt es sich um ein kurz­wei­li­ges Mix­tape in Album­qua­li­tät. Sicher gibt es hier kei­ne beson­ders tief­grün­di­gen Inhal­te zu hören und Tra­di­tio­na­lis­ten wer­den bei der Omni­prä­senz von Auto­tu­ne, Genu­schel und Gesang ver­mut­lich abschal­ten. Alle ande­ren wer­den an dem Release aller­dings eine Men­ge Spaß haben.

(Stef­fen Bau­er)