Oktomusch & Zwetschke – Entrepreneur

Ich kann dich nicht hören, denn der Motor vom Tes­ta ist zu laut.

Die Mie­sen Mother­fu­cker vom Nie­der­rhein sind wohl spä­tes­tens seit ihrem letz­ten DLTLLY-​Match gegen Falk & Kha­co­by jedem Writ­ten Battle-​Fan ein Begriff. Trotz einer Nie­der­la­ge in ins­ge­samt sechs Matches – unter­hal­ten haben Onkel Okto­musch & Die Zwetsch­ke mit ihren har­ten Zei­len immer. Mit "Entre­pre­neur" wagt sich das Duo nun erst­mals an ein rich­ti­ges Release. Da stellt sich natür­lich die Fra­ge: Über­zeugt die Musik auf Plat­te eben­so sehr wie der ver­ba­le Schlag­ab­tausch?

Eines muss man den bei­den defi­ni­tiv las­sen: Sie über­ra­schen direkt von Beginn an mit dem kom­plett selbst pro­du­zier­ten Sound­bild. So sind die Beats alle sehr zurück­hal­tend, über­zeu­gen aber durch den eige­nen, irgend­wo zwi­schen 90s Pop und Syn­thwa­ve ange­sie­del­ten Stil. Man hät­te ver­mut­lich eher Boom bap erwar­tet, doch das vor­lie­gen­de End­pro­dukt ent­täuscht kei­nes­falls und sogar der ein oder ande­re 16-​Bit-​Sound fin­det sich wie­der. Zumal Okto­musch & Zwetsch­ke mit einer Läs­sig­keit über die­se Beats flowen, dass es eine wah­re Wohl­tat ist. Die Stim­men und Styles der bei­den har­mo­nie­ren sehr stark mit­ein­an­der, wenn sie erzäh­len, was für ein Luxus­le­ben sie füh­ren. Ob die bei­den MCs nun ihre Mädels im Rar­ri abho­len, auf der Yacht chil­len oder davon rap­pen, dass sie ein­fach kei­ne Zeit haben – sie machen alles mit Stil. Gleich­zei­tig streu­en sie aber auch stets eine ordent­li­che Pri­se Humor und ähn­lich böse Lines wie in ihren Batt­les ein. Manch­mal kommt es dabei zwar zu fla­chen Ver­glei­chen – etwa Okto­muschs Zei­le "Öfter mit Stars zu tun als die NASA" –, aber das ist glück­li­cher­wei­se eher die Sel­ten­heit.

Am Ende ist "Entre­pre­neur" ein äußerst gelun­ge­nes und über­ra­schend eige­nes Debüt der "letz­ten Bas­ti­on des Mut­ter­ficks". Damit lie­fern Okto­musch & Zwetsch­ke ein ent­spann­tes Spätsommer-​Release und bewei­sen, dass sie als Pro­du­zen­ten sowie Rap­per eini­ges auf dem Kas­ten haben. Außer­dem machen sie dem Hörer vor allem eines: Lust auf mehr Con­tent, sowohl inner- als auch außer­halb der Battle-​Arena.

(Lukas Päck­ert)