Said – HAQ

Said, zu Hau­se auf den Stra­ßen Ber­lins.
Alles Hood, was man hört. Mir geht's gut, wie du siehst.

Said ist zwar mit einer Men­ge Cha­ris­ma und Talent geseg­net, kar­rie­re­tech­nisch ist er bis­lang aller­dings weit hin­ter sei­nen Mög­lich­kei­ten geblie­ben. Nun stellt sich die Fra­ge, ob sein neu­es Album "HAQ", das kom­plett von Brenk Sina­tra pro­du­ziert wur­de, dar­an etwas ändern kann und wird.

Lei­der muss man beim Hören des Werks schnell fest­stel­len, dass "HAQ" kein Opus Magnum ist, das den Ber­li­ner in die ers­te Rie­ge des Lan­des kata­pul­tie­ren wird. Das liegt sowohl an ihm selbst als auch an sei­nem öster­rei­chi­schen Kol­la­bo­ra­teur. Nur weni­ge von Brenks Beats, die sonst zu den bes­ten Boom bap-​Produktionen über­haupt gehö­ren, klin­gen nach des­sen A-​Ware. Aus­nah­men stel­len hier bei­spiels­wei­se die Instru­men­tals des an Blaxploitation-​Soundtracks erin­nern­den Songs "Was ist das" sowie des Kif­fer­tracks "Ich & Du" dar. Gleich­zei­tig han­delt es sich hier­bei auch rap­t­ech­nisch um die High­lights des Albums. Wäh­rend "Was ist das" einen klas­si­schen Rep­re­sen­ter dar­stellt, auf dem Said unter­streicht, war­um er zurecht noch als Geheim­tipp gehan­delt wird, fährt "Ich & Du" mit Ole­xesh, Haze und Tai­MO ein Allstar-​Lineup auf, das kom­plett über­zeugt. Und obwohl Tracks wie "Kuchen" oder "Wie Cro" zwar eben­falls mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Instru­men­tals und amt­li­chen Raps glän­zen kön­nen, wird der posi­ti­ve Ein­druck hier viel zu stark durch Saids unsäg­lich schie­fe Gesangs­ver­su­che geschmä­lert. Beson­ders unan­ge­nehm wird es auf "Ohne Dich", einem Song, auf dem es neben schrä­gem Sing­sang zusätz­lich eine gute Por­ti­on inhalt­li­chen Kitsch zu hören gibt. Über­haupt sind Saids stre­cken­wei­se arg gene­ri­schen Tex­te die größ­te Schwä­che des Werks. Auch nach mehr­ma­li­gem Hören bleibt nur wenig von dem, was er rappt, im Gedächt­nis.

Mit "HAQ" gelingt es Said lei­der nicht, sein unbe­streit­ba­res Poten­zi­al aus­zu­schöp­fen. Das liegt vor allem dar­an, dass hier kei­ner­lei Ambi­tio­nen zu erken­nen sind, Neu­land zu betre­ten, wes­halb das Album aller Wahr­schein­lich­keit nach in der Ver­öf­fent­li­chungs­flut des Jah­res unter­ge­hen wird.

(Stef­fen Bau­er)