Bausa – Powerbausa

Alles, was ich will, ist kaputt­ma­chen!

Es ist kein Geheim­nis, dass sich deut­sche Rap­per ger­ne mal von ihren Vor­bil­dern aus den Staa­ten inspi­rie­ren las­sen. Was sich in der hie­si­gen Sze­ne aller­dings nie so recht durch­set­zen konn­te, ist eine ver­gleich­ba­re Mixtape-​Kultur. Zum frei­en Down­load ver­füg­ba­re Tapes gibt es hier­zu­lan­de von gro­ßen Namen kaum, schon gar nicht in den Zei­ten von Strea­ming­diens­ten. Statt­des­sen kün­digt einer wie Bau­sa, aktu­ell vom "Was du Lie­be nennst"-Erfolg beflü­gelt, ein Mix­tape an – inklu­si­ve einer limi­tier­ten Delu­xe Box. Was dies jetzt von einem Album unter­schei­det und ob das Hash­tag "#ANTIKOMMERZ" da wirk­lich noch gerecht­fer­tigt ist, gilt es an ande­rer Stel­le zu klä­ren. Doch was kann das semi-​spontane Pro­jekt "Power­bau­sa" musi­ka­lisch?

Bau­sa ver­kör­pert den zuge­bal­ler­ten Eska­pis­mus auch auf dem Mix­tape wei­ter­hin kon­se­quent. Dro­gen, Sex und Feie­rei sind die Eck­punk­te sei­nes rap­ge­wor­de­nen Life­styles. Mit­ten­drin ist der Prot­ago­nist, der von Sub­stan­zen und Über­mü­tig­keit wan­kend los­legt. Da wird mit Capi­tal Bra "unter­wegs" auf die Kacke gehau­en, mit Nura "in Ber­lin" "Stress ohne Grund" gemacht oder es wer­den mit ree­zy "Sze­nen im Hotel" gedreht. Sound­tech­nisch setzt Bau­sa vor allem auf Ban­ger, die Songs im Gan­zen wer­den aber erst von sei­ner mar­kan­ten Rap- und Gesangs­stim­me getra­gen. In den Lyrics gibt sich der Bie­tig­hei­mer in sei­ner gewohn­ten Asozialen-​Ästhetik, die mal verschmitzt-​sympathisch rüber­kommt, an ande­rer Stel­le aber auch nach hin­ten los­geht. Wenn der Rap­per auf "FML" etwa süf­fi­sant säu­selt: "Baby, ich bin clean, wir brau­chen kein Prä­ser­va­tiv", kann man schon mal Nacken­schmer­zen vom Kopf­schüt­teln bekom­men.

Ins­ge­samt lie­fert Bau­sa aber ein kurz­wei­li­ges Tape, mit dem die Par­ty nach dem Tot­hö­ren von "Was du Lie­be nennst" noch etwas wei­ter­ge­hen kann. Klei­ne Über­ra­schun­gen – wie das tief­grün­di­ge­re und fast poli­ti­sche "Klei­nes Rad" – zei­gen aber, dass der Künst­ler vor allem lyrisch mehr kann. Viel­leicht braucht es also ein rich­ti­ges Album, um sein gesam­tes Poten­zi­al her­aus­zu­kit­zeln.

(Flo­ri­an Peking)