Steasy_2017_13

Steasy

Damit mal eins nor­mell ist hier im Saal: Steasy ist zurück. Mehr als vier Jah­re nach dem Sieg bei der Splash!-Edition des VBT und fast ein Jahr nach der ers­ten vor­sich­ti­gen Ankün­di­gung ist am 17. Novem­ber tat­säch­lich das Debüt­al­bum des Kie­lers erschie­nen. Neben dem für ihn typi­schen Poser­rap lässt Steasy auf "Sta­tus­sym­bol" auch hin­ter die Fas­sa­de bli­cken und erzählt aus sei­nem Innen­le­ben – zumin­dest auf ein paar Tracks. Ansons­ten bleibt die Nase natür­lich wei­ter oben und die rest­li­chen Mother­fu­cker krie­gen noch immer bis ins letz­te Detail erklärt, wie viel stylisher als sie Steasy ist. Im Gespräch mit MZEE​.com bewies der Rap­per jedoch, dass er sich auch mit gesell­schaft­lich rele­van­te­ren The­men befasst. So unter­hiel­ten wir uns mit dem stu­dier­ten Leh­rer über das Bil­dungs­sys­tem in Deutsch­land und sei­ne Erfah­run­gen als Rapper-​Lehrer in Per­so­nal­uni­on genau­so wie über den Sound der neu­en Plat­te. Und über Jer­ry B. Ander­son natür­lich.

MZEE​.com: Dei­ne neue Plat­te heißt "Sta­tus­sym­bol". Dabei denkt man vor allem an Autos, Yach­ten und Häu­ser. Was bedeu­tet der Titel für dich per­sön­lich?

Steasy: Ich bin das Sta­tus­sym­bol. Ich bin mehr wert als 'ne Rolex, ein Lam­bor­ghi­ni oder so. (lacht) Der Name kam mir irgend­wie in den Kopf, weil ich das schon 2008 auf einem Track gerappt hab'. Da hab' ich gesagt: "Ich trag' gefälsch­te Ware aus Polen – fuck it, ich bin mein eige­nes Sta­tus­sym­bol." Das ist mir wie­der ein­ge­fal­len und ich fand's ziem­lich pas­send. Auf dem Album dreht es sich ja fast nur um mich – das, was ich mach', und das, was ich bin. Egal, ob sich das auf Batt­lerap oder per­sön­li­che­re Inhal­te wie in "Unter­ti­tel" bezieht. Dar­über hin­aus kann ich natür­lich auch für die Fans als Sta­tus­sym­bol begrif­fen wer­den. Mehr brau­chen die ein­fach nicht als mich und mei­ne Musik. (lacht)

MZEE​.com: Laut Wiki­pe­dia ist ein Sta­tus­sym­bol ein "Gegen­stand, mit dem man jemand ande­rem sei­ne gesell­schaft­li­che Stel­lung zei­gen will". Besitzt du einen Gegen­stand, auf den du beson­ders stolz bist und was ver­bin­dest du damit?

Steasy: Einen Gegen­stand nicht, aber auf mein Axo­lotl bin ich schon sehr stolz. (lacht) Er ist ein­fach mein Homie, der immer da ist, wenn ich nach Hau­se kom­me. Er lächelt immer und wenn man ihn sich anguckt, ist man ein­fach fröh­lich und gut drauf. Ich hab' den ja auch schon über drei Jah­ren …

MZEE​.com: Wie sieht's mit Axolotl-​Nachwuchs aus?

Steasy: Ich hab' mal das Gerücht gehört, dass man Eis­wür­fel ins Was­ser packen soll. Der Axo­lotl denkt dann angeb­lich, es sei Win­ter, und legt Eier. (lacht) Aber er ist ja allei­ne und ein Männ­chen … Zumin­dest seh' ich das so. Also bräuch­te er schon 'ne Part­ne­rin, aber die ist nicht in Sicht. Er fühlt sich auch allei­ne ganz wohl. Zwei, drei Homies hat­te er mal, aber die hat er auf­ge­fres­sen. Das waren aber auch Fische, mit denen kann er sich ja nicht paa­ren. War schon zurecht, dass er die auf­ge­fres­sen hat. Seit­dem hat er kei­ne neu­en Part­ner mehr bekom­men.

MZEE​.com: Kom­men wir zum Album. Du hast eben schon erwähnt, dass neben Batt­le­tracks und Rep­re­sen­tern auch ein paar per­sön­li­che Songs wie "Unter­ti­tel" auf der Plat­te gelan­det sind. Gehört das für dich zum Debüt­al­bum ein­fach dazu?

Steasy: Nö, das war jetzt nicht der Grund. Im Gegen­teil – am Anfang dach­te ich, ich mache ein viel här­te­res Album mit 13, 14 Songs Poser­rap to the ful­lest. Es hat sich dann in der Album-​Entstehungsphase erge­ben, dass ich auch ande­re Songs geschrie­ben habe, die ich gut genug fürs Album fand. Abwechs­lung ist immer gut. Es sind ja immer noch rela­tiv weni­ge per­sön­li­che Songs. In letz­ter Zeit habe ich viel mehr Tracks in die Rich­tung geschrie­ben. Das nächs­te Album wird wahr­schein­lich zu zwei Drit­teln per­sön­lich und nur zu einem Drit­tel Poser­rap. (lacht)

MZEE​.com: Wäre es da nicht kon­se­quent gewe­sen, jetzt ein strin­gen­tes "Poserrap"-Album zu machen? Hat­test du zum Bei­spiel den Gedan­ken, dass die weni­gen per­sön­li­chen Songs das Gesamt­kon­strukt bre­chen könn­ten?

Steasy: Ich weiß, was du meinst, aber die Angst hat­te ich nie. Das Album hat ja trotz­dem den roten Faden, dass es nur um mich geht. Egal, ob ich Poser-​Ansagen mache oder dar­über schrei­be, dass ich nicht zur Ruhe kom­me, weil ich den gan­zen Tag Lines im Kopf hab'. Das eine schließt das ande­re nicht aus. Unab­hän­gig davon wur­den die per­sön­li­chen Songs, die ich bis­her gemacht hab', auch eigent­lich immer von mei­nen Hörern sehr geschätzt. "Unter­ti­tel" ist auch einer mei­ner Lieb­lings­songs vom Album.

MZEE​.com: Die Dubstep-​Elemente eini­ger Beats ste­chen in der aktu­el­len Zeit ziem­lich her­aus – der Hype um die­se Musik­rich­tung ist ja mehr oder weni­ger vor­bei. Wie­so bedienst du dich noch an ihr?

Steasy: Das hat kei­ne spe­zi­el­len Grün­de, sie kom­men ja auch eigent­lich nur im Intro und teil­wei­se in "Everybody's Dar­ling" vor. Ich fand die Beats ein­fach pas­send. Es gibt natür­lich Leu­te, die mei­nen, es sei hän­gen­ge­blie­ben, 2017 noch Dubstep-​Elemente zu nut­zen. Das kann ich aber über­haupt nicht nach­voll­zie­hen. Das wird hun­dert­pro­zen­tig auch irgend­wie zurück­kom­men. Ich hab' sogar das Gefühl, dass es das schon tut – die Leu­te mer­ken es nur nicht. Gera­de im Aus­land ver­mischt sich zum Bei­spiel Trap mit Dub­step und es ent­wi­ckelt sich wei­ter. Für mich gab's bei der Beat­aus­wahl ein­fach kei­ne Gren­zen.

MZEE​.com: Ich fra­ge mich eh immer wie­der, war­um Dub­step nach die­sem kras­sen Hype vor ein paar Jah­ren in Deutsch­land wie­der so im Unter­grund ver­schwun­den ist.

Steasy: Weiß ich auch nicht so genau. Viel­leicht war das ein­fach nicht so lang­le­big. Ich hab' das bei mir selbst auch gemerkt. Ich war damals voll auf die­ser Dubstep-​Welle und hab' alles in der Rich­tung gesuch­tet. Ich glau­be, dass es ein­fach zu viel auf ein­mal war und die­se "Dubstep-​Blase" geplatzt ist. (lacht) Das lief ja auch über­all in der Wer­bung … Wobei, da läuft's immer noch. Aber wie gesagt: Wenn man nach Tsche­chi­en, Polen und natür­lich auch Eng­land guckt, sieht man, dass Dub­step da immer noch total groß ist. Die Musik­rich­tung ist ja auch mehr als nur die­se Wobble-​Bässe. Aufm Hip­Hop Kemp gibt's qua­si noch 'ne eige­ne Dubstep-​Bühne.

MZEE​.com: Du lässt am Ende von Tracks ger­ne dei­nen DJ cut­ten. Und auch wenn man dich nach dei­nen Lieb­lings­plat­ten fragt, nennst du oft alte US-​Releases. War­um rappst du selbst eher auf moder­nen statt auf Boom bap-​Sample-​Beats?

Steasy: Berech­tig­te Fra­ge. Erst mal fin­de ich den Crossover-​Gedanken ganz nice, die­se – wenn man so will – Oldschool-​Elemente wie Cuts auf moder­ne Beats zu packen. Das will ich sogar noch mehr aus­rei­zen. Weil das, was ja angeb­lich nicht zusam­men­passt, es dann doch tut. Dazu kommt, dass 99 Pro­zent der Boom bap-​Beats mei­ner Mei­nung nach ein­fach lang­wei­lig sind. Da brauchst du schon ein rich­ti­ges Brett, wenn du irgend­wie raus­ste­chen willst. Davon gibt's viel zu wenig. Mega­loh zum Bei­spiel hat da immer Bret­ter in die Rich­tung, aber dafür hab' ich ein­fach nicht den Pro­du­zen­ten. Ich hab' am Anfang auch ein paar Boom bap-​Beats gepickt, aber letzt­end­lich waren die mir nicht eigen genug. Für mich muss jeder Beat etwas Beson­de­res haben. Ich schließ' das gar nicht aus, aber da müss­te mir erst mal jemand einen Beat bau­en, der echt her­aus­sticht.

MZEE​.com: Apro­pos Cuts: Mir ist beim Song "Farid Bang" mit Wee­kend wie­der mal auf­ge­fal­len, wie unfass­bar gut sich Farid Bang-​Lines dafür eig­nen.

Steasy: Ja, rich­tig gut. Die Zei­len sind auch ein­fach mega­ni­ce. (grinst) Also, der Song ist schon ernst gemeint, da kann kei­ner was sagen. Ich fei­er' Farid Bang und sei­nen Humor. Ich hab' ihn aus der Wut-​Tirade, die der Song ja ist, bewusst raus­ge­las­sen. Wee­kend muss­te dann zwangs­läu­fig mit­zie­hen. (lacht)

MZEE​.com: Mit Wee­kend haben wir vor Kur­zem eben­falls ein Inter­view geführt. Er hat uns dabei gesagt, dass Bil­dungs­ar­mut sei­ner Mei­nung nach das größ­te Pro­blem in Deutsch­land ist. Da du ja ange­hen­der Leh­rer bist: Wie siehst du die Pro­ble­ma­tik?

Steasy: Ich kann ihm natür­lich nur bei­pflich­ten. Er hat in Gel­sen­kir­chen sicher mehr in die­ser Rich­tung gese­hen als ich. Ich weiß nicht, ob es das größ­te Pro­blem in Deutsch­land ist, aber es ist ein Rie­sen­pro­blem. Wenn die Eltern weni­ger Geld haben, ist es für die Kin­der natür­lich viel schwie­ri­ger, eine gute Bil­dung zu erfah­ren. Das gan­ze Bil­dungs­sys­tem in Deutsch­land ist ein­fach kom­plett über­holt und müss­te mei­ner Mei­nung nach total erneu­ert wer­den.

MZEE​.com: Was wür­dest du dar­an ändern, wenn du könn­test?

Steasy: Erst mal wür­de ich die Schu­le um zehn Uhr vor­mit­tags star­ten las­sen. (lacht) Ja, nicht ganz unei­gen­nüt­zig. Ich fänd' es gut, wenn man erst um zehn Uhr da sein müss­te, aber schon vor­her kom­men könn­te, um selbst­stän­dig zu arbei­ten und zu ler­nen. Mit einem Leh­rer als Auf­sicht. Die­se Selbst­stän­dig­keit fän­de ich viel bes­ser als um acht Uhr da zu sein und nach der Schu­le noch drei Stun­den Haus­auf­ga­ben machen zu müs­sen, die man halt auch mor­gens erle­di­gen könn­te. Das eigen­ver­ant­wort­li­che Arbei­ten ver­ler­nen die Schü­ler mei­ner Mei­nung nach total. Aktu­ell kom­men sie in die Schu­le und den­ken, dass der Typ vor­ne ihnen schon irgend­was bei­brin­gen wird. In ein paar Län­dern gibt es, glau­be ich, Sys­te­me, die so ähn­lich sind wie das, was ich mir vor­stel­le – und in denen das auch funk­tio­niert. In Deutsch­land ist so eine kras­se Ände­rung aber lei­der ein­fach undenk­bar. Das ist scha­de, weil es echt vie­le Mög­lich­kei­ten gäbe, mehr Poten­zi­al aus­zu­schöp­fen.

MZEE​.com: Wie siehst du die Pro­ble­ma­tik der Chan­cen­gleich­heit?

Steasy: Das kann man mei­ner Mei­nung nach nur mit Geld ändern. Schu­len in Brenn­punk­ten – auch hier in Kiel – sind ein­fach tau­send­mal schlech­ter aus­ge­stat­tet als die im Zen­trum oder den umlie­gen­den Dör­fern. Das sagt ja schon alles. Da hast du ver­ranz­te Turn­hal­len und sani­tä­re Anla­gen. Nichts wird saniert, es geht ein­fach berg­ab. Und in den umlie­gen­den Krei­sen sind top­mo­der­ne, per­fekt aus­ge­stat­te­te Schu­len. Das kann man halt nur mit Geld ändern. Und wenn die aktu­el­le Bun­des­re­gie­rung das Geld lie­ber in Rüs­tung ste­cken wür­de, wie Trump das ja for­dert, dann wäre sowie­so alles ver­lo­ren. Geld in Rüs­tung zu ste­cken, aber an Bil­dung zu spa­ren – wie das die USA anschei­nend vor­ha­ben –, ist ein Schuss ins eige­ne Knie. Das ist der Anfang vom Ende mei­ner Mei­nung nach.

MZEE​.com: Du hast dich mit dem Track "Rap­fu­gees" zuletzt auch poli­tisch geäu­ßert. War das für dich auch eine Moti­va­ti­on, Leh­rer zu wer­den? Den Jugend­li­chen unter ande­rem eine offe­ne Welt­an­schau­ung zu ver­mit­teln?

Steasy: Am Anfang war das auf jeden Fall nicht die Moti­va­ti­on, Lehr­amt zu stu­die­ren. Da ging's eher um den Life­style und so wei­ter. (lacht) Aber mitt­ler­wei­le schon, klar. Ich den­ke ein­fach, dass Schü­ler mehr coo­le Leh­rer brau­chen. Wenn ich so an mei­ne Schul­zeit den­ke … Schü­ler benö­ti­gen, glau­be ich, ein­fach mehr Leh­rer, die offen für Neu­es sind und sie an die Hand neh­men. Ich den­ke, dann läuft alles von ganz allei­ne viel bes­ser.

MZEE​.com: Der Jour­na­list Wolf­gang Reus hat den Leh­rer­be­ruf mal recht scharf kri­ti­siert: Er sag­te, es sei eine "Inzucht der Leh­rer: Sie kom­men aus der Schu­le und leh­ren für die Schu­le, weil sie es nicht bes­ser wis­sen". Was sagst du dazu?

Steasy: Dem wür­de ich wei­test­ge­hend zustim­men. Der Unter­richt ist schon teil­wei­se so auf­ge­baut, dass man den Schü­lern den Stoff ver­mit­telt, der eben seit Jah­ren so ver­mit­telt wird und wie man es selbst bei­ge­bracht bekom­men hat. Bei mir an der Uni wur­den schon neue Ansät­ze bespro­chen oder ange­ris­sen, aber mehr eben auch nicht. So nach dem Mot­to: "Das könn­te man jetzt anders machen, aber wir machen's dann doch wie immer." Ande­re Ansät­ze und Model­le, die auch bestimmt in Tei­len bes­ser wären, gibt's schon seit Jahr­zehn­ten. Die wer­den nur oft ein­fach nicht umge­setzt. Es ist aber auch nicht immer so leicht. Häu­fig ste­hen halt direkt die Eltern auf der Mat­te und wol­len den Leh­rern erzäh­len, wie sie dies und das zu machen hät­ten, weil die es ja auch nicht anders ken­nen.

MZEE​.com: Du hast ja auch schon zwi­schen­zeit­lich als Leh­rer gear­bei­tet. Bist du da an der Schu­le als Rap­per erkannt wor­den?

Steasy: (grinst) Es hat unge­fähr drei Tage gedau­ert, bis mich irgend­wel­che Zehnt­kläss­ler erkannt haben. Das war ganz wit­zig. Die woll­ten dann erst mal ein Foto machen und ich mein­te nur: "Okay, aber schnell." Dann kam halt 'ne Leh­re­rin, die mich noch nicht kann­te und den Schü­lern erst mal ver­bo­ten hat, ihr Han­dy zu benut­zen. Das darf man da näm­lich nur, wenn's ein Leh­rer erlaubt. Als sie dann gemerkt hat, dass ich auch Leh­rer bin, war's okay.

MZEE​.com: Wie hat sich die Tätig­keit als Rap­per denn all­ge­mein auf dei­nen Arbeits­all­tag aus­ge­wirkt?

Steasy: Es war schon 'ne kras­se Zeit an der Schu­le. (lacht) Ich hab' natür­lich alle gebe­ten, das so ein biss­chen unter Ver­schluss zu hal­ten, aber … Ich hab' eine neun­te Klas­se unter­rich­tet, die wuss­te es nach fünf Tagen und dann ging es total schnell run­ter bis in eine fünf­te Klas­se, in der ich Sport unter­rich­tet habe. Das ging von den ältes­ten zu den jüngs­ten Schü­lern und von den jüngs­ten zu den ältes­ten Leh­rern bis hin zum Direk­tor, der mich dann dar­auf ange­spro­chen hat. Nach drei Wochen wuss­te es die gan­ze Schu­le und es war locker drei Mona­te Gesprächs­the­ma Num­mer eins.

MZEE​.com: War das ein Pro­blem, zum Bei­spiel im Unter­richt?

Steasy: Man muss halt drü­ber­ste­hen und damit umge­hen. Ich hab's teil­wei­se wegi­gno­riert, ab und zu bin ich mit 'nem gewis­sen Abstand auch drauf ein­ge­gan­gen. Eigent­lich hat es mir aber alles viel leich­ter gemacht, weil ich direkt 'nen Draht zu den Schü­lern hat­te. Ich war halt kein nor­ma­ler Leh­rer für sie, son­dern ein You­Tuber. (lacht) Für die bist du ein­fach ein You­Tuber, wenn du einen Kanal mit mehr als 5 000 Abon­nen­ten hast. Ansons­ten hab' ich ganz nor­mal mei­nen Unter­richt durch­ge­zo­gen und nach 'ner Wei­le hat­ten sich alle dran gewöhnt. Da war ich dann auch fast schon wie­der weg. War auf jeden Fall 'ne coo­le Schu­le, da will ich viel­leicht auch noch mal hin.

MZEE​.com: Kom­men wir zurück zu dei­ner Rap­kar­rie­re. Du hast eine lan­ge Battle-​Vergangenheit in der RBA und beim VBT. Juckt es dich manch­mal noch in den Fin­gern, bei einem For­mat anzu­tre­ten? Zum Bei­spiel bei einem Live-​Battle?

Steasy: Ich wur­de schon mal ange­fragt, aber es kam bis­her nicht so infra­ge. Ich weiß auch nicht, ob das noch mal pas­sie­ren könn­te. Das ist irgend­wie nicht so mei­ne Welt, ich guck' mir das auch nur sel­ten an. Ich müss­te, glaub' ich, zu viel Zeit inves­tie­ren, um da was Gei­les abzu­lie­fern. Die Zeit inves­tie­re ich dann lie­ber in einen guten Song. Ich will das jetzt nicht aus­schlie­ßen, aber momen­tan steht's nicht auf mei­ner To-​do-​Liste.

MZEE​.com: Der YouTube-​Comedian Jer­ry B. Ander­son, den man unter ande­rem aus dei­nen VBT-​Videos kennt, hat auch einen Auf­tritt auf dei­nem Album. Der Gute hat ja sogar mal Musik gemacht. Wann kommt euer Kollabo-​Projekt?

Steasy: Also, wir waren ja letz­tens zusam­men im Stu­dio und da wird bestimmt noch was kom­men. Er ist auf jeden Fall ein sehr musi­ka­li­scher Typ, kann man nicht anders sagen. Er lief auch schon mal im Radio und so wei­ter, hat eini­ge Songs mit Hit­po­ten­zi­al, die noch kei­ner kennt … (lacht) Also: Watch out. Da wird bestimmt was kom­men. Alles nor­mell maken.

MZEE​.com: Ohne ihn hät­te dem Album echt was gefehlt.

Steasy: Ja, es war auch von Anfang an geplant, dass er dabei ist. Im End­ef­fekt hat es sich dann kurz­fris­tig erge­ben, dass wir noch mal zusam­men ins Stu­dio gegan­gen sind. Wir hat­ten vor­her schon ein paar Sachen auf­ge­nom­men und davon ist auch etwas exklu­siv auf der CD gelan­det. Es war auf jeden Fall klar, dass er invol­viert bezie­hungs­wei­se reak­ti­viert wird.

MZEE​.com: Damit kom­men wir zum Ende des Inter­views. Du kannst ger­ne noch auf dei­ne Tour hin­wei­sen, die wir ja auch prä­sen­tie­ren. (grinst)

Steasy: Ja, die Tour geht nächs­tes Jahr am 8. März los und läuft bis zum 20. März. Sind ein paar schö­ne Städ­te dabei. Kommt zur Tour! (lacht)

(Alex­an­der Hol­len­horst)
(Fotos von Gun­nar Deth­lef­sen)