Shadow030 – Schwarzer Hoody

Mei­ne Fami­lie ist mir hei­lig.
Des­we­gen muss ich unbe­dingt mit Mucke was errei­chen.

Shadow030 kommt aus dem Mär­ki­schen Vier­tel – einem Stadt­teil Ber­lins, der dank Sido den meis­ten deut­schen Rapf­ans ein Begriff sein soll­te. Mit sei­nem Debüt­al­bum "Schwar­zer Hoo­dy" will Shadow nun in die Fuß­stap­fen des ehe­ma­li­gen Mas­ken­manns tre­ten und sei­nen düs­te­ren Straßenrap-​Entwurf im gan­zen Land bekannt machen.

Beim Hören des Werks wird eines recht schnell klar: Die größ­te Stär­ke sei­nes Prot­ago­nis­ten ist des­sen Cha­ris­ma. Mit einer ange­nehm rau­en Stim­me geseg­net, spuckt er druck­vol­le Raps über düs­te­re Beats. Auch an Tech­nik man­gelt es dem New­co­mer kei­nes­wegs. Und den­noch will es ihm nicht so recht gelin­gen, wirk­lich zu über­zeu­gen. Das liegt vor allem dar­an, dass er trotz guter Ansät­ze kei­ner­lei Allein­stel­lungs­merk­mal vor­zu­wei­sen hat. Jeder ein­zel­ne Track des Albums klingt, als hät­te man ihn bereits an ande­rer Stel­le genau­so schon gehört. Sicher­lich bekommt man einen gro­ben Ein­druck aus Shadows Leben, das er des­il­lu­sio­niert zwi­schen Elend und Kri­mi­na­li­tät in sei­nem Kiez ver­bringt. Doch die ein­zig­ar­ti­ge Geschich­te des Rap­pers erfährt man, wenn über­haupt, nur bruch­stück­haft. Die text­li­chen Inhal­te könn­ten eben auch jedem ande­ren Straßenrap-​Release ent­sprin­gen. Die spär­lich gesä­ten Fea­tures wie der bereits genann­te Sido oder auch Mar­vin Game lie­fern lei­der eben­so nicht mehr als Stan­dard­ma­te­ri­al ab. So gibt es zwar nicht wirk­lich etwas zum skip­pen, jedoch muss auch kaum die Repeat-​Taste bemüht wer­den. Glei­ches gilt für die durch­schnitt­lich guten Pro­duk­tio­nen, für die das Pro­du­zen­ten­team Hija­ckers ver­ant­wort­lich zeich­net.

Der gro­ße Durch­bruch, den sich Shadow030 ersehnt, wird ihm mit die­sem Album ver­mut­lich nicht gelin­gen. Dafür ist das hier Dar­ge­bo­te­ne ein­fach zu aus­tausch­bar. Das vor­han­de­ne Poten­zi­al lässt aller­dings auf wei­te­re Relea­ses hof­fen, bei denen sich der Ber­li­ner hof­fent­lich traut, bereits aus­ge­tram­pel­te Pfa­de zu ver­las­sen und etwas mehr von sich preis­zu­ge­ben.

(Stef­fen Bau­er)