Fünf Sterne deluxe – Flash

Nenn es bid­de kein Come­back – es geht wei­ter im Kon­text!

Nach 17-​jähriger Band­his­to­rie, Sin­gles und zwei Stu­dio­al­ben – eines immer­hin auf Platz 5 der Charts – stell­ten die Fünf Ster­ne delu­xe fest: "Wir sind im Haus". Und dort blie­ben sie dann auch erst­mal, ohne in den Fol­ge­jah­ren von sich als Grup­pe hören zu las­sen. Nun, nach 13 wei­te­ren Jah­ren, wagen sich Das Bo, Tobi Tob­sen, mar­c­ne­si­um und DJ Cool­mann wie­der nach drau­ßen. Einer­seits hat­te man also genug Zeit, um am ganz gro­ßen "Flash" zu arbei­ten, ande­rer­seits ver­pass­te man aber wohl auch alles, was sich außer­halb der eige­nen vier Wän­de so ent­wi­ckel­te.

Und genau das ist das Pro­blem des Him­mels­kör­per­quin­tetts. Wäh­rend deut­scher Rap wuchs, ver­schie­de­ne Pha­sen und Sti­le durch­leb­te und sich gera­de, was rap­t­ech­ni­sche Belan­ge angeht, ent­wi­ckel­te, schei­nen Bo und Co. ste­hen­ge­blie­ben zu sein. Man bleibt zwar dem alten Hänger-​Charme treu, wirk­lich mit­rei­ßen kann der aber nicht mehr. Simp­le Rei­me auf einem recht ein­ge­staub­ten Niveau, Zei­len, die weni­ger Witz als Kla­mauk sind und ein gene­rel­ler Style, der nicht old­schoo­lig, son­dern ein­fach alt wirkt. Ob man nun "Fli­pflips" trägt, weil man zwei lin­ke Füße hat oder "Inspek­tor Jabid­de" in einem Storyteller-​Krimi durch die Stadt jagt – die Tex­te fän­den wohl mehr Anklang in einer Zeit, in der man so etwas noch als "frech" bezeich­net hät­te. Und den­noch muss man den Ster­nen zuge­ste­hen, rap­t­ech­nisch viel­leicht nicht auf dem neu­es­ten Stand, aber den­noch mit ein paar recht ein­gän­gi­gen Boom bap-​Beats aus­ge­stat­tet zu sein. Lei­der täu­schen die­se klei­nen Hochs nicht dar­über hin­weg, dass "Flash" letzt­lich ein Pro­dukt längst ver­gan­ge­ner Tage und sei­ner Zeit viel zu weit hin­ter­her ist.

Am Ende des Albums steht schlicht und ergrei­fend die Erkennt­nis, dass Fünf Ster­ne delu­xe wohl ein­fach zu lan­ge "im Haus" waren. Abge­schot­tet vom Rest der Rap­welt konn­ten oder woll­ten sie kei­ne neu­en Ein­flüs­se und Ent­wick­lun­gen mit ihrem alten Stil kom­bi­nie­ren. So stellt sich der "Flash" letzt­lich eher als Fun­ke her­aus. Einer, der nicht über­sprin­gen will.

(Dani­el Fersch)