Tom Doolie

Kaum eine Sze­ne hier­zu­lande scheint so facet­ten­reich zu sein wie die Deutschrap­szene. Wäh­rend es bereits jetzt schon fast unmög­lich erscheint, jeden ein­zel­nen, eta­blier­ten Ver­tre­ter zu ken­nen, steigt die Zahl neu­er, noch unbe­kann­ter Künst­ler expo­nen­ti­ell wei­ter an. Den Über­blick zu behal­ten, gleicht einer Her­ku­les­auf­gabe: Hat man sich ein Gesicht der HipHop-​Hydra gemerkt, tau­chen schon wie­der min­des­tens zwei neue auf. Gleich­zei­tig ist es für unbe­kannte, jun­ge Talen­te über­aus schwer, aus der über­wäl­ti­gen­den Mas­se an Musi­kern her­aus­zu­tre­ten und sich einen Namen zu machen.

Bei­den Sei­ten soll unser Sound­check eine Hil­fe­stel­lung bie­ten. Pro­du­cern, die bis­her noch in den Tie­fen des Unter­grunds unter­ge­gan­gen sind, eine Platt­form geben, auf der sie sich kurz, aber prä­gnant prä­sen­tie­ren kön­nen. Und Hörern und Fans ermög­li­chen, sich einen schnel­len Über­blick über nen­nens­werte Künst­ler zu ver­schaf­fen, die sie bis­her viel­leicht noch gar nicht auf dem Schirm hat­ten.

 

MZEE​.com: Dei­ne Instru­men­tals tra­gen Titel wie "voca­do­orz", "Ucan­Get­Do­ne" oder "wal­king flowers". Wie kommst du auf sol­che Namen?

Tom Doo­lie: Bei Track­ti­teln neh­me ich mir immer vor, superstylishe Namen zu fin­den, so wie alle ande­ren. Meis­tens kommt dann aber sowas Bescheu­er­tes dabei raus wie die, die du gera­de genannt hast.

MZEE​.com: Von der Namens­fin­dung direkt zu den Beats selbst – woher nimmst du die Inspi­ra­ti­on für dei­ne Pro­duk­tio­nen?

Tom Doo­lie: Meis­tens kommt mei­ne Inspi­ra­ti­on von Sachen oder Men­schen, die ich gera­de feie­re. Musi­ka­lisch bin ich gera­de bei einer Mischung aus Migos 808-​Shit, Frank Oce­an und Toro y Moi. Inspi­ra­ti­on kommt ja auch oft von Din­gen, die nichts mit Musik zu tun haben – dazu wür­de ich dann Freun­de, Frau­en und ande­re Hel­den zäh­len.

MZEE​.com: Dei­ne Arbei­ten haben einen deut­lich old­schoo­li­gen Touch, wir­ken dabei den­noch abso­lut zeit­ge­mäß. Daher die Fra­ge: Suchst du dei­ne Sam­ples lie­ber auf Plat­ten oder inzwi­schen eher im Inter­net?

Tom Doo­lie: Ich hab' schon immer bei­des gemacht. Es gibt ein­fach zu vie­le gute Sachen – nur einen Klick wei­ter. Gera­de zum Sam­ples­dig­gen ist das per­fekt. Dafür erfreut es die Welt umso mehr, dass zumin­dest zum Musik­hö­ren wie­der flei­ßig Plat­ten gekauft wer­den.

MZEE​.com: Neben dei­nen rei­nen Instru­men­ta­len hast du unter ande­rem schon mit LUX zusam­men­ge­ar­bei­tet. Hast du das Gefühl, dass Rap­per im All­ge­mei­nen die Arbeit ihrer Pro­du­cer zu schät­zen wis­sen?

Tom Doo­lie: Die Rap­per, mit denen ich zusam­men­ar­bei­te, sind meis­tens auch gute Freun­de, also kann man die Arbeit des ande­ren immer zu schät­zen wis­sen. Vor allem weiß ich dar­an zu schät­zen, dass man mit "Kri­tik" umge­hen kann. Im All­ge­mei­nen wür­de ich auch sagen, dass Pro­du­cer heut­zu­ta­ge aus­rei­chend Aner­ken­nung bekom­men, ja.

MZEE​.com: Und zum Schluss: Gibt es einen Rap­per, den du unbe­dingt ein­mal auf einem dei­ner Beats hören möch­test?

Tom Doo­lie: Musi­ka­lisch gehört es nicht wirk­lich zu mei­nen Zie­len, spe­zi­ell mit Rap­pern zusam­men­zu­ar­bei­ten. Auch wenn ich nichts gegen Fea­tures mit aus­ge­wähl­ten Rap­pern hät­te. Lie­ber wären mir aller­dings Pro­du­zen­ten, Instru­men­ta­lis­ten oder ande­re krea­ti­ve Men­schen. Wenn du mich aller­dings so fragst, wür­de ich RIN sagen.

Tom Doo­lie auf Face­book

(Dani­el Fersch & Lukas Päck­ert)
(Gra­fi­ken von Puf­fy Pun­ch­li­nes, Logo von KL52)

 

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