End – Erst mal für ewig

Denn mein Flow ist ver­rückt wie 'ne Atom­bom­be tes­ten.

Zehn Jah­re ist Ends ers­tes Release "Un-​END-​liche Geschich­te" jetzt schon her – was er Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res bereits fei­er­te, indem er sei­ne kom­plet­te Dis­ko­gra­phie zum Down­load bereit­stell­te. Und obwohl die­se fast zehn Wer­ke umfasst, ist "Erst mal für ewig" gera­de ein­mal sein zwei­tes Album. Dass er die letz­ten zwei Jah­re kom­plett von der Bild­flä­che ver­schwand, führt außer­dem dazu, dass er "trotz­dem wie­der New­co­mer" ist. Aber wie schon der Album­ti­tel ver­mu­ten lässt: die­ses Mal mit mehr Hun­ger denn je.

Sein Untergrund-​Dasein ver­langt natür­lich, sich zunächst ein­mal vor­zu­stel­len – selbst­iro­nisch, mit Bier in der Hand und mit Props an den Rap­per Dike in der Hook. Rep­re­sen­ter kann End also nach wie vor, den etwas aso­zia­len Style und die mar­kan­te tie­fe Stim­me hat er nicht ver­lo­ren. So hört man dem rou­ti­nier­ten MC ger­ne zu, zumal er neben vari­an­ten­rei­chem Flow auch ein­gän­gi­ge Gesangs-​Hooks beherrscht. Dazu kommt, dass die auto­bio­gra­phi­schen Tracks oder die Num­mer "Was für ne kack Knei­pe", in dem sich das lyri­sche Ich in einem Restau­rant irr­tüm­li­cher­wei­se wie in einer Bar benimmt, inhalt­lich on top sind. Lei­der stellt sich End den­noch ab und an selbst ein Bein: Man­che Konzept-​Tracks wie "Pony II" – gespickt mit eini­gen schlech­ten Wort­spie­len – oder die Freundeskreis-​Anspielung "Immer wenn…" mit Fea­ture­gast Bilow sind zum Skip­pen prä­de­sti­niert. Gera­de letz­te­rer wirkt mit sei­nen schlech­ten Wit­zen auf Kos­ten einer adi­pö­sen Dame äußerst geschmack­los – das machen auch das tech­ni­sche Geschick der Rap­per und die Beats von etwa Vio­lent­BEATz nur schwer wie­der wett.

"Erst mal für ewig" hat mehr zu bie­ten als nur den Schreib­feh­ler im Titel – das zeigt "Dino­sau­ri­er" abschlie­ßend noch­mal. Auf wit­zi­ge Wei­se ver­ar­bei­tet End hier sein fort­ge­schrit­te­nes Alter und die Lie­be zu klas­si­schem Rap. Zusätz­lich bie­tet die Plat­te aus­pro­du­zier­te, wenn­gleich nicht sehr her­vor­ste­chen­de Instru­men­tals. Nur inhalt­lich soll­te sich das "Ver­sun­ke­ne Fabrik"-Signing künf­tig mehr auf sei­ne Stär­ken als auf absur­de Themen-​Songs fokus­sie­ren …

(Lukas Päck­ert)