Veto – Null

Das is' den DJ zwingen, im Club meine Platte zu spielen.

Das kleine Wörtchen "Null" kann so vieles aussagen – vom offensichtlichen Zahlenwert mal abgesehen, dient es als Beleidigung oder Adjektiv. Veto allerdings möchte damit vielmehr aussagen, dass er sein Tun und Handeln nach der Zusammenarbeit mit Freunde von Niemand wieder auf "null" setzt. Nach allem, was er erlebt und durchgemacht hat, ist es mit dem dritten Album Zeit für einen Neustart.

Gleichzeitig bedeutet dies aber nicht, dass der Rapper auch musikalisch von vorn beginnt. Auf seinem neuesten Album geht es vor allem um eines: die Leiden des jungen Veto. So erzählt er fast eine Stunde lang von verflossenen Liebschaften und davon, dass er viel getrunken und Tabletten geschluckt hat. Er rechnet mit sich selbst ab und bereut, durch sein Fehlverhalten viele Freunde verloren zu haben. Das macht sein Album zwar stets authentisch, allerdings schafft es der Hanauer trotzdem nicht, den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Zu eintönig sind seine Vortragsweise und zu kitschig die Vergleiche auf Dauer, als dass man sich wirklich auf die Musik einlassen kann. Das macht auch die ein oder andere gesungene Ohrwurm-Hook von Ole Kleinfelder nicht besser. Zumindest die zahlreichen Produzenten wie OC oder claptomanik steuern vereinzelt starke Beats bei. Dem Grundton entsprechend setzen sie zwar viel auf den Einsatz von Klavier-Tönen, aber wenn dann doch mal etwas modernere Elemente hinzukommen, treibt das die Platte durchaus voran.

Unterm Strich kann man über Veto nicht sagen, dass er schlecht rappt oder nichts zu erzählen hätte. Dennoch überzeugt er innerhalb der 50 Minuten zu selten, als dass sich ein weiteres Hören wirklich lohnen würde. Wenn er also rappt: "Die Null kriegt jetzt ein' Wert und der ist groß", dann muss man leider sagen, dass der Wert von "Null" nicht so groß ist, wie er uns glauben machen möchte ...

(Lukas Päckert)