Classic der Dicke – Grüne Eminenz

Noch 'n Song über alles und die Welt, nichts Ernst­haf­tes.

Wer als Künst­ler­na­me "Clas­sic der Dicke" wählt, scheint mit sei­nem Kör­per­ge­wicht im Rei­nen zu sein. Das Attri­but "klas­sisch" ver­bin­det der gemei­ne Rap­hö­rer in der Regel auch mit einem ganz bestimm­ten Sound, der meist an ver­gan­ge­ne Ären erin­nern – an die Old­school eben. Dar­um ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass Clas­sics neue Plat­te "Grü­ne Emi­nenz" genau einen sol­chen Sprech­ge­sang ver­spricht. Denn "dick" sol­len hier – neben dem Prot­ago­nis­ten selbst und sei­nen Joints – in ers­ter Linie die Tracks sein.

Um die­ses Vor­ha­ben opti­mal umzu­set­zen, wird vor allem auf eine gechill­te Atmo­sphä­re gesetzt. Mit einem hyp­no­ti­sie­ren­den Flow lullt Clas­sic sei­ne Hörer so ein, dass das Kopf­ni­cken von ganz allei­ne kommt. Eine ent­schei­den­de Rol­le spie­len hier­bei die Beats: Die Pro­duk­tio­nen von B-​Side, Phil­an­thro­pe, Deva­loop und Mono:Massive sowie von Dig­gyMcDirt und digi­tal­luc bil­den die Grund­la­ge für den Throwback-​Sound des Rap­pers. Leicht­fü­ßi­ge Sam­ples und smoot­he Melo­di­en tref­fen auf klas­si­sche Drum­sets und ver­sprü­hen so den Charme der alten Schu­le. Inhalt­lich besinnt sich Clas­sic der Dicke eben­falls auf tra­di­tio­nel­le Sprech­ge­sangs­tu­gen­den: hier ein biss­chen Rap über Rap, da ein wenig Kif­fer­ge­la­ber und dazwi­schen die ein oder ande­re Pun­ch­li­ne. Die­ses Mus­ter funk­tio­niert auf­grund der aus­ge­präg­ten Skills des MCs und sei­nes sty­li­schen Stimm­ein­sat­zes aus­ge­spro­chen gut, wirkt über die Gesamt­lauf­zeit der Plat­te aber gleich­falls ein wenig repe­ti­tiv. Fea­tures von GALV, dude&phaeb, WARPATH und Rein­hard K. schaf­fen in Sachen Abwechs­lung zwar etwas Abhil­fe, doch kön­nen auch sie nicht ver­hin­dern, dass die "Grü­ne Emi­nenz" text­lich und sound­tech­nisch zu jeder Zeit vor­her­seh­bar bleibt.

Doch braucht es für ordent­li­chen Rap nicht unbe­dingt Expe­ri­men­te. Clas­sic der Dicke jeden­falls besinnt sich auf sei­ne Stär­ken. Und so lie­fert er mit sei­ner neu­en Plat­te eine ent­spann­te Hin­ter­grund­be­schal­lung für den Som­mer, an der zahl­rei­che HipHop-​Heads ihre Freu­de haben dürf­ten.

(Flo­ri­an Peking)