Olli Banjo

Oliver Olusegun Otubanjo ist im Januar 40 Jahre alt geworden. Sein halbes Leben lang kennt die Rapwelt den gebürtigen Heidelberger schon unter dem Künstlernamen Olli Banjo. Und verbindet ihn mit Szenegrößen wie Kool Savas, unzähligen Featureparts und einem sehr markanten Flow. Am 28. Juli dieses Jahres veröffentlicht der "Technopilot" nun sein neues Album "Großstadtdschungel". Ein guter Grund, ihn auch für MZEE.com endlich einmal zum Gespräch zu bitten. So sprachen wir mit ihm über ganz besondere Momente seiner langjährigen Karriere, sein kommendes neues Album, seine politische Phase als "Sofa-Che Guevara" und seine etwaigen Ausflüge in die Rock-Welt als "Wunderkynd". 

MZEE.com: Vor einiger Zeit hast du bei deinem Umzug "superviele alte Goldschätze" gefunden, die deine Karriere dokumentieren. An welches deiner persönlichen Highlights erinnerst du dich dabei besonders gerne? 

Olli Banjo: Mein absolutes Highlight habe ich auch bei Instagram gepostet – ich habe den Grill gefunden, den ich beim "Nashorn"-Videodreh getragen habe. Den habe ich mir damals extra von einem Kölner Zahntechniker anfertigen lassen, das hat mich total viel Geld gekostet. Da habe ich mich natürlich doppelt gefreut, als ich den wiederfand. Der lag einfach in irgendeinem Karton, ich weiß gar nicht mehr, wo genau – nur, dass ich ihn beim Umzug auf diesem Wege zurückgekriegt habe. Ich habe dadurch übrigens auch gemerkt, dass sich mein Gebiss verändert hat. Ich wollte den in einem neuen Video anziehen, aber der Grill zog total – wie so eine enge Zahnspange.

MZEE.com: Waren das denn die einzigen Fundstücke oder hast du noch mehr Relikte aus den vergangenen Jahren gefunden?

Olli Banjo: Da waren schon noch andere Dinge im Karton, total alte Tour-Flyer oder die ganz frühen JUICE-Ausgaben zum Beispiel. Aber auch eine Fan-Box, über die ich mich total freuen durfte. Da waren coole Sachen drin, mit denen mir Fans eine Freude machen wollten – ein paar YPS-Hefte, ein He-Man-Shirt. Die Schachtel ist bestimmt schon sechs oder sieben Jahren alt. Ich steh' aber immer noch total auf sowas, die wussten wohl, wie man mich glücklich macht. Solche Kleinigkeiten aus vergangenen Jahren bedeuten mir total viel.

MZEE.com: Deine Laufbahn reicht bis in die 90er zurück, Anfang des Jahres bist du 40 Jahre alt geworden. War es denn der Traum des 20-jährigen Olli Banjo, auch heute noch Rapmusik zu machen?

Olli Banjo: Auf alle Fälle, ja. Ich hoffe, noch ganz lange Rapmusik machen zu können, auch gerne noch mit 50 oder 60. Ich liebe es, da geh' ich komplett drin auf. Das ist auch nach der langen Zeit meine Leidenschaft geblieben.

MZEE.com: Denkst du, dein jüngeres Ich würde deinen heutigen Stil feiern? 

Olli Banjo: (überlegt) Gute Frage. Ich glaube schon. Ich habe mich auf jeden Fall verändert, ja. Aber ich denke, er würde das immer noch abfeiern. Zumindest steckt in jeder Zeile noch derselbe Geist, derselbe Gedanke. Vor allem das neue Album könnte er mögen – da ist nämlich eine Menge vom alten Banjo drin. Vieles erinnert mich selbst auch an die "Erste Hilfe"-Platte von 2003.

MZEE.com: Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen "Erste Hilfe" und deiner neuen Platte?

Olli Banjo: Auch eine interessante Frage. Vermutlich sind die Thematiken mittlerweile sehr unterschiedlich. Wobei ich schon damals gerne mal politischer war – die aktuelle Platte schlägt einfach deutlich tiefer in diese Kerbe. Die Haltung ist aber sehr ähnlich. Eine Menge Zynismus, sehr sozialkritisch, das bin ich noch heute. Und auch die Beats haben damals wie heute einen ziemlich eigenen und persönlichen Stempel. Auf "Großstadtdschungel" natürlich noch mehr als sowieso schon, weil ich mittlerweile selbst produziere.

MZEE.com: Wenn du meinst, dass deine neue Platte deutlich politischer geworden ist – was war dir dabei thematisch besonders wichtig? Was wolltest du unbedingt ansprechen?

Olli Banjo: Das waren immer eher Impulse als konkrete Songs. Der Song mit KC Rebell zum Beispiel, "Wir sind das Volk". Da habe ich die Pegida-Thematik und diese "Ich bin kein Nazi, aber ..."-Floskeln aufgegriffen, weil es mich bewegt hat. Ich wandle das, was mich in einem bestimmten Moment abfuckt, häufig direkt in einen Text um und erzähle es dann. Vor einem Jahr war ich auch ziemlich politisch unterwegs. Das merke ich aktuell. Manchmal kommt ein alter Facebook-Post von mir wieder hoch und wenn ich mir den dann so ansehe, denke ich mir selbst öfters, wie krass Che Guevara-mäßig ich da am Start war. (lacht) Das bereue ich aber auch im Nachhinein nicht, ich stehe da weiterhin voll hinter meiner Haltung.

MZEE.com: Findest du, dass man heutzutage genau diese Haltung in der deutschen Rap-Landschaft beziehen muss?

Olli Banjo: Nein, das muss man nicht. Ich finde es aber für mich persönlich total wichtig. Ich spüre diese Verantwortung, da Stellung zu beziehen, zumindest immer mehr. Das kann ich aber nicht von jedem verlangen, weder in den sozialen Medien noch in Songs. Wenn jemand ausschließlich über Kokain rappen will, soll er doch, das darf ich nicht verurteilen. Ich vor allem nicht – in all den Jahren habe ich bestimmt auch schon den ein oder anderen Text geschrieben, hinter dem ich nicht mehr so ganz stehe.

MZEE.com: Welchen Song würdest du denn heute nicht mehr so schreiben?

Olli Banjo: Na ja ... "2 McRib" würde ich heute nicht mehr so schreiben. (lacht) Da weiß ich auch nicht mehr, was zum Teufel mich da geritten hat. Irgendwie war das halt genau die Erfahrung, die ich damals in diesem McDonald's gemacht habe, keine Ahnung. Das würde auf jeden Fall nicht mehr auf einer Platte landen.

MZEE.com: Dein neues Album trägt den Titel "Großstadtdschungel". Sind dieser Begriff und das Leben in der Großstadt für dich positiv oder negativ besetzt?

Olli Banjo: Beides. Die Großstadt an sich hat mich natürlich über 15 Jahre lang geprägt, aber jetzt genieße ich auch den Abstand dazu. Ich habe die Unterschiede vom Land zur Großstadt hautnah erlebt und diese Erfahrung schwingt auch immer ein bisschen auf dem Album mit.

MZEE.com: Was macht das Leben in der Metropole für dich persönlich zum wilden Dschungel?

Olli Banjo: Das Abtauchen. Das sage ich ja auch in der ersten Zeile des Songs: "Ich tauche ab in der Stadt, schwimm' eine Runde mit den Krokodilen. Nee, die beißen nicht! Die wollen nur spielen ..." Außerdem macht auch diese Anonymität für mich viel aus. Dieses Gefühl, auch mal unauffällig mitschwimmen zu können und die großen Dinge des Lebens einmal nicht im Fokus der Öffentlichkeit zu erleben. Auf dem Land geht es vielmehr um altbekannte Werte. Da gibt es diese Schützenvereine, du kannst deinem Kind auch mal einen traditionelleren Namen geben oder einfach ein bisschen durch die Natur wandern. Danach sehnen sich Großstadtmenschen aber irgendwie auch immer mehr.

MZEE.com: Was ist dir persönlich lieber: Stadt- oder Landleben?

Olli Banjo: Das kann ich noch gar nicht sagen, ich lebe auch noch nicht lange auf dem Land. Ich finde das gerade erst heraus und entdecke alles. Aktuell merke ich, dass das alles Vor- und Nachteile hat – wenn du nachts um zwei Uhr was essen willst, bist du natürlich am Arsch in so einem Dorf. Andererseits genießt du diese Idylle und die entspannten Menschen in keiner Metropole der Welt. Die Leute hier sind einfach viel ruhiger. Genauer kann ich dir das aber erst in einem Jahr beantworten. (lacht)

MZEE.com: Was hat dich denn dazu bewogen, von der Großstadt aufs Land zu ziehen?

Olli Banjo: Ich bin hergezogen, um hier BWL zu studieren. So ein bisschen als zweites Standbein für die Zukunft und um meinen Kopf ein wenig zu fordern. Aber rappen werde ich natürlich immer. Damit kann ich gar nicht aufhören, dafür nimmt Musik eine viel zu große Stelle in meinem Leben ein.

MZEE.com: Nicht nur die Rap-, sondern auch die Rockmusik. Hast du eigentlich bereits während der "Wunderkynd"-Zeit an deinem Rap-Comeback gefeilt? Sind diese rockigen Einflüsse in dein neues Album eingeflossen?

Olli Banjo: Ich mache halt immer Musik, daher lief das schon teilweise parallel. Der Song mit KC zum Beispiel hat so ein klassisch rockiges Gitarrenriff. Von der Attitüde her ist das auch richtig, das hat einen rockigeren Vibe. Das passiert aber eher unbewusst, ich liebe so ein hartes Soundbild einfach. Das passt zu meiner eigenen Rap-Art auch einfach besser.

MZEE.com: Du hast mit dem "Wunderkynd"-Projekt 2015 beim Bundesvision Song Contest teilgenommen, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Würdest du sagen, dass das Abschneiden deiner Karriere geschadet hat?

Olli Banjo: Ehrlich gesagt liebe ich diese Platte total. Da sind richtig geile Songs drauf, zum Beispiel "Siebter Sinn" mit Yasha. Ich habe allerdings die Promo-Arbeit für dieses Album unterschätzt. Du musst halt auf so ein Projekt aufmerksam machen – und das in einem Umfeld, in dem die Leute hauptsächlich keine Rock-Musik hören. Das war das größte Problem. Ansonsten mag ich das Endresultat immer noch sehr.

MZEE.com: Was macht die Platte für dich denn so einzigartig?

Olli Banjo: Songs wie "Camp für dicke Kinder" habe ich zumindest sonst noch nirgendwo so gehört. Auch die Art, wie ich auf der Platte rappe, ist total eigen, genau wie die Produktion von "Siebter Sinn" eben. Den Song und das Album haben unter anderem die Krauts arrangiert. Die haben schon einen sehr eigenen Sound entwickelt, den ich aber sehr mag.

MZEE.com: Stand es für dich im Raum, mit den Krauts beispielsweise auch an "Großstadtdschungel" zu arbeiten?

Olli Banjo: Nein, das habe ich bis auf einen einzigen Song komplett selbst gemacht. Das mache ich bei Rap-Platten schon länger und auch dieses Mal hat sich das so ergeben. Wobei ich nicht ausschließe, dass ich die nächste Platte wieder komplett von anderen produzieren lasse – das ist jetzt kein Ego-Film wie bei Lenny Kravitz, der keinen anderen mehr an seine Werke ranlassen will. Bei der Entstehung des neuen Albums war es einfach praktischer, dass ich meine Ideen direkt umsetzen konnte. Du selbst weißt auch am besten, auf was für einen Sound du persönlich stehst.

MZEE.com: Würdest du dich je wieder an ein neues Rock-Projekt heranwagen?

Olli Banjo: Warum nicht? Ich bin ja Musiker, da bin ich nicht auf ein Genre beschränkt. Im Moment rappe ich aber wieder unfassbar gerne. Da habe ich gerade Blut geleckt. Ich habe jetzt eine lange Zeit gesungen und versucht, geile Songs zu produzieren, da will man irgendwann einfach wieder richtig spitten. Das ist so ein innerer Drang, das hat mir gefehlt.

MZEE.com: Hast du die Rapszene während deiner musikalischen Ausflüge verfolgt?

Olli Banjo: Am Rande schon. Ich kenne jetzt nicht jeden Newcomer und könnte dir auch keine Namen nennen, wer besonders heraussticht ... (überlegt) Das ist jetzt aber auch der Vorführeffekt. Ich würde dir hundert Beispiele nennen können, aber gerade in dieser Sekunde fällt mir einfach nichts Konkretes ein. (lacht)

MZEE.com: Ein aktueller Trend sind Live-Battles. Auf dem Titeltrack zu "Großstadtdschungel" sagst du: "HipHop ist Competition – brutale Battles." Da stellt sich die Frage: Könntest du dir vorstellen, selbst in die Cypher zu treten?

Olli Banjo: Sowas wie bei Rap am Mittwoch? Also, da selbst mitzumachen, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich war letztens auf dem Out4Fame, da gab es auch solche Battles. Das hat mir total getaugt! So haben wir ja auch angefangen: Kabelmikrofone, Kapsel zuhalten, damit man lauter ist, freestylen – das kenne ich alles noch von früher. Ich komme ja auch vom Battle, da hat man natürlich eine Verbindung zu. "Ich will der Geilste sein" – das war schon immer das Credo. Ich kenne das, was diese Jungs auf der Bühne da fühlen. Wie gesagt, am Rande setze ich mich damit auseinander und die Spitzen bekomme ich auch mit, aber für eine intensive Beschäftigung mit dieser Kultur fehlt mir leider die Zeit.

MZEE.com: Du könntest in dieser Szene bestimmt mit deinen außergewöhnlichen Flowvariationen punkten. Für diese wirst du seit Jahren gefeiert, aber auch mal kritisiert. Interessiert dich diese Kritik?

Olli Banjo: Das habe ich irgendwie nie so richtig wahrgenommen. Ich habe früher viel häufiger gehört, dass viele meine Beats zu krank fanden. Das habe ich dann auch recht schnell relativiert, schon bei "Liveshow". Da waren die Instrumentals angepasster als vorher. Für meinen Rapstil habe ich das aber nie richtig mitbekommen, dass da jemand gehatet hat. Wüsste auch nicht, was es da zu haten gäbe. (lacht)

MZEE.com: Ein interessantes Beispiel für diese Variationen liefert auch der Track "Robin Hood" – benannt nach dem Sagenheld, der das Geld von den Reichen stahl und den Armen gab. Nehmen wir an, du wärst der Robin Hood des 21. Jahrhunderts: Wohin würdest du das Geld bringen?

Olli Banjo: Auf jeden Fall nach Afrika. Das ist der Kontinent, den die Welt schon immer ausgebeutet hat. Komplett die Bodenschätze geplündert, mittlerweile sind die Chinesen dort am Werk, das tut mir einfach weh. Die afrikanischen Staaten tun mir so wahnsinnig leid. Deshalb würde das ganze Geld nach Afrika gehen. Mein Vater ist auch Nigerianer, deswegen verbindet mich auch etwas mit dieser Welt.

MZEE.com: Warst du denn schon einmal dort?

Olli Banjo: Leider noch nie, aber das will ich auf alle Fälle einmal machen. Das ist irgendwie auch so eine Suche nach den Wurzeln, deswegen will ich noch dringender einmal dorthin. Um zu gucken, wo der Vater herkommt und wie er gelebt hat, auch wenn er meinte, ich solle da nicht hingehen. "Don't go there, son!", meinte er mal. (lacht) Ich habe ihn ja eigentlich erst vor fünf Jahren kennengelernt. Ob und wann ich den Trip angehe, weiß ich aber tatsächlich noch nicht. Da habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht.

MZEE.com: Hattest du das Leid dieses Kontinents im Hinterkopf, als du den Song geschrieben hast?

Olli Banjo: Nein, das nicht. Da ging es eher um die Seite, von der man das Geld holen sollte. Ich habe da die Banken, das Finanz- und Geldsystem im Kopf. Generell diesen Haifisch-Kapitalismus. Das waren die Parameter, die ich im Kopf hatte. Aus dieser Welt würde mein Robin Hood auch das Geld nehmen, um es nach Afrika zu bringen. (lacht) Da bin ich auf jeden Fall sehr links eingestellt.

MZEE.com: Vielleicht auch gar nicht schlecht, im aktuellen Weltgeschehen so zu denken.

Olli Banjo: Definitiv nicht! Da fällt mir ein: Findest du nicht auch, dass vor ein, zwei Jahren einfach alles noch viel politisierter war? Und jetzt im Moment gar nicht mehr?

MZEE.com: Ich finde schon, dass man dieses Phänomen vor einigen Jahren zum ersten Mal in solchem Ausmaß gemerkt hat. Aber die zunehmende Politisierung fällt mir heute noch genauso stark auf, zumindest in den sozialen Medien.

Olli Banjo: Echt? Aber denkst du nicht, dass die Diskussionen vor einiger Zeit noch viel größer waren? Oder hat sich mein Newsfeed dahingehend einfach verändert und mir wird das nicht mehr angezeigt? Weil ich allgemein das Gefühl habe, dass Politthemen wieder weniger diskutiert werden. Kann aber auch daran liegen, dass ich einige Leute damals gleich aus der Freundesliste gelöscht habe. (lacht)

MZEE.com: Hast du tatsächlich?

Olli Banjo: Klar. Manchmal nervt das einfach zu krass. Da muss man dringend ausmisten, es gibt einige, die es viel zu sehr übertreiben. Zuletzt habe ich das gemacht, als ich mir auf meiner Facebook-Seite Luft verschaffen musste – der Text dazu hieß "Sofa-Che Guevara", glaube ich. Da habe ich vieles, was mir damals wichtig war, auf den Punkt gebracht. Viele Punkte über die Gesellschaft, über die Politik. Alles, was mich abgefuckt hat. Auch über solche Leute wie KenFM – mit der Frage, wo hört ein kritisch denkender Mensch auf und wo fängt diese Aluhut-Mentalität an? Solche Ansätze eben.

MZEE.com: Weißt du noch, ob es einen konkreten Anlass für diesen Post gab?

Olli Banjo: Den gab es bestimmt, aber das weiß ich nicht mehr. Das ist schon zu lange her. Mich haben die Diskussionen einfach sehr aufgeregt. Solche Statements werde ich auf jeden Fall auch künftig wieder machen, wenn ich mich danach fühle. Also, klar Stellung zu wichtigen Themen beziehen. Wobei ... Zu solchen Dingen wie der Präsidentschaft von Donald Trump weiß ich ehrlich nicht, was ich noch dazu sagen soll.

MZEE.com: Angenommen, du müsstest solche Worte finden, um die heutige Zeit zu beschreiben: Was würde in deinem Post stehen?

Olli Banjo: Heute würde ich das verkürzen. Da würde "Trump ist ein dummer Wichser" stehen. (lacht) Nein, schwer zu sagen. Diese Statements mache ich aber quasi auf der Platte – das ist ja noch viel geiler als irgendwas in irgendeinem sozialen Medium zu posten.

MZEE.com: Donald Trump ist auch dein ganz persönlicher Freund, merkt man schon. 

Olli Banjo: (lacht) Na, deiner doch auch, oder? Ich meine, sinnbildlich musst du dir auch einfach nur ihn und seine Frau angucken. Deren Verhältnis, die kleinen Gesten. Wenn du auf sowas achtest und das auf die Weltpolitik überträgst, dann hast du schon ein ziemlich klares Bild davon, was mit diesem Mann so hinter den Kulissen abgeht, auch bei Themen wie diesem Pariser Klimaabkommen. Das ist einfach so dumm. So hohl und kurzsinnig gedacht.

MZEE.com: Zum Abschluss noch eine leichtere Frage: Du nutzt Spotify ja als Tool, um deine Favoriten zu präsentieren. Spotify steht auch in der Kritik, weil im Endeffekt zu wenig Geld bei den Künstlern ankommt. Findest du, dass man den Streamingdienst guten Gewissens nutzen kann? Und hast du vielleicht einen Geheimtipp parat, den man auf jeden Fall mal auschecken sollte?

Olli Banjo: Genau, das mache ich seit ein paar Wochen. Es stimmt zwar, dass für die Künstler da wenig rausspringt, aber prinzipiell ist das schon eine coole Sache. Du hast Zugang zu so viel guter Musik, quasi kostenlos. Das kann man doch nicht haten, auch wenn du dir als Rapper natürlich wünschst, mehr Geld dadurch verdienen zu können. Aber für den Konsumenten ist das offiziell ein Schlaraffenland. Meine Geheimtipps: Der Europa-Park. Das Disneyland. Und noch ein paar andere Parks. (lacht)

(Sven Aumiller)
(Fotos von Katja Kuhl)