Ali As – Insomnia

Auf dem Weg zum Größten aller Zeiten!
Bald seh'n sie mich durch Königshallen schreiten.

Über Ali As lässt sich so einiges erzählen. Das Signing bei Deluxe Records 2006, sein Mitwirken in Gruppen wie Der Neue Süden und seine Zeit als Rapcoach bei der RTL-2-Show "Der Bluff" sind nur Beispiele. Nach der "EMWIMO"-EP veröffentlichte der Münchner unter anderem die beiden Alben "Amnesia" und "Euphoria". Nun hat er die Trilogie mit "Insomnia" abgeschlossen.

Zum Sound lässt sich vorab sagen, dass man bei Ali As vergeblich nach Standard sucht. Die Instrumentale auf "Insomnia" bestechen durch makellose Produktionen, die gekonnt fast poppige Elemente mit typischem Rap verbinden. Passend zu den Titeln ist das allgemeine Klangbild nicht so heiter wie auf "Euphoria", aber dennoch finden sich auch auf diesem Album Songs, die Spaß machen. Inhaltlich zeigt Ali As mit klugen Vergleichen, lustigem Wortwitz und einem abwechslungsreichen Sprachgebrauch sein Können als Songwriter. Auch die Art und Weise, wie diese Inhalte auf die Beats gebracht werden, lässt so gut wie keine Kritik zu. Variierend wie präzise und – trotz einiger traplastiger Beats – ohne übertriebenen Autotune-Einsatz flowt Ali, wie man es von ihm gewohnt ist. Unterstützung liefern dabei namhafte Kollegen wie zum Beispiel SXTN oder Kollegah. Der wohl einzige Kritikpunkt mag aufkommen, wenn man ein großer Fan von Ali As zu Zeiten von "Wie baut man eine Bombe" und anderen Deluxe Records-Releases war. Das pure Punchline-Gebretter und die unglaublich komplizierten Zigfach-Reime von damals weichen eingängigeren Passagen, um den Mainstream zu bedienen. Umso mehr schmerzt die Hook von "Senden an alle", wo es mit Ironie heißt: "Ich würd' so gerne Liebeslieder schreiben, die den ganzen Mädchen gefallen, yeah." Auf dem Album sind natürlich nicht nur Liebeslieder, aber doch genug poppige Songs vorhanden, die "den ganzen Mädchen gefallen" sollten.

Ist man jedoch nicht im Jahr 2007 hängengeblieben und sieht ein, dass Rapper sich über die Jahre weiterentwickeln, bleibt, wie gesagt, kaum Kritik offen. Die Schlaflosigkeit scheint sich für Ali As also auszuzahlen.

(Steffen Uphoff)