Zuna – Mele7

Mach' Pat­te, mach' Flouz auf Jagd­mo­dus.
Lass' Geld reg­nen, mein Stadt­be­zirk im Fokus.

Sie kamen aus dem Nichts, sahen und sieg­ten. In den letz­ten Mona­ten kam man als Deutschrap-​Fan nicht an ihnen vor­bei: Spä­tes­tens seit Azets "Fast Life"-EP und Mia­mi Yaci­nes Über­hit "Koka­i­na" ist wohl jedem der Name KMN ein Begriff. Nun hat Gang-​Mitglied Zuna sein Debüt­al­bum "Mele7" ver­öf­fent­licht.

Die im Vor­feld aus­ge­kop­pel­ten Sin­gles hör­te man in prak­tisch jeder Shisha-​Bar, jedem Park und regel­mä­ßig in vor­bei­fah­ren­den Autos. Das liegt vor allem dar­an, dass sie KMNs Erfolgs­re­zept auf den Punkt gebracht haben: einen wahn­sin­nig musi­ka­li­schen Stra­ßen­rap, wie er hier­zu­lan­de in die­ser Form noch nicht zu hören war. Und auch wenn Zunas Fokus ver­mut­lich nicht auf Tex­ten und Tech­nik liegt, fällt dies in keins­ter Wei­se als eine Schwach­stel­le auf. Auf dem 15 Tracks star­ken Lang­spie­ler gibt es kaum einen Moment, in dem man sich – wie sonst so oft – denkt: "Vom Sound her super, aber was und wie er da rappt, ver­dirbt mir echt den Spaß an der Sache." Im Gegen­teil, Zunas Rap und die ver­spiel­te, aus­ge­reif­te Unter­ma­lung ver­ei­nen sich zu einem über­zeu­gen­den, nach vor­ne und ins Ohr gehen­den Gesamt­pa­ket. Der Vibe, wel­cher haupt­säch­lich den Balkan-Soundele-"le-le"-menten zu ver­dan­ken ist, lie­fert das Fun­da­ment. Die Stim­men von Zuna und sei­nen Fea­ture­gäs­ten füh­len sich auf die­sem sicht­lich wohl und erzäh­len in gewohn­ter Manier vom Street-​Hustle und ande­ren klas­si­schen The­men aus der Stra­ßen­poe­sie. Ein­zig der Track "Baby" bleibt auf­grund sei­ner Ein­tö­nig­keit etwas hin­ter dem Rest zurück. Doch ins­ge­samt bewegt sich die Plat­te auf einem äußerst hohen Niveau. Da wäre zum Bei­spiel das bereits bekann­te Lied "Num­mer 1" mit sei­ner mit­rei­ßen­den Club-​Melodie und der ein­gän­gi­gen Ohrwurm-​Hook. Oder auch der letz­te Track des Albums, "Ori­gi­nal", wel­cher den Hörer noch ein­mal in das KMN-Uni­ver­sum ent­führt – und die Stim­mung des Albums gelun­gen ein­zu­fan­gen weiß.

Zuna lie­fert den pas­sen­den Sound für die chil­li­gen Aben­de des kom­men­den Som­mers, zum Crui­sen mit den Jungs im Auto und zum Tan­zen in den Clubs. Das Album zieht einen von Anfang bis Ende in sei­nen Bann – und lässt den Hörer fast schon ent­täuscht zurück, wenn nach 15 Tracks plötz­lich alles vor­bei ist. Vor allem musi­ka­lisch spielt "Mele7" in einer ande­ren Liga als ein Groß­teil der in letz­ter Zeit ver­öf­fent­lich­ten Plat­ten. Und es ist davon aus­zu­ge­hen, dass man auch in den kom­men­den Mona­ten nicht durch die Groß­städ­te die­ses Lan­des zie­hen kann, ohne hier und da mit Zunas Musik in Berüh­rung zu kom­men.

(Moritz Grä­f­rath)