vitality

Vitality – Scherben brin­gen Glück

Sie ist wack – egal, mit wem man sie vergleicht.

Es gab bereits genug Versuche von Vitality, auf sich aufmerksam zu machen. So nahm sie beispielsweise an der "Sachsen-WG"-Aktion der Telekom teil und veröffentlichte mehrere kostenlose Releases. Doch für das meiste Aufsehen dürfte ihre Teilnahme an Internetbattles gesorgt haben. Zurecht, bewies sie sich doch recht ordentlich gegen einige andere Rapper. Aber welche Töne schlägt sie auf ihrer neuesten EP an?

Leider bekommt man auf "Scherben bringen Glück" das genaue Gegenteil von Battlerap zu hören. Von Anfang an gibt es hauptsächlich langweiliges Gesäusel und viel Gesang statt straighten Rap und starke Texte. Beginnend mit einer klassischen Hymne an die Prokrastination, wie man sie schon endlose Male gehört hat, hüpft Vitality auf den gerade mal acht Songs von Klischee zu Klischee. Auf dem Titeltrack etwa verarbeitet sie eine Trennung, um dann festzustellen: "Die Zeit heilt einen Scheiß". Auf nachfolgenden Anspielstationen wird es kaum besser. Eine furchtbar kitschige Hook jagt die nächste, es werden weitere persönliche Themen wie die Liebe zum eigenen Kind verarbeitet – aber nie springt der Funke über. Da gehen "One Fact about me" und "Hater aus Prinzip" noch am besten ins Ohr, denn hier beweist Vitality, dass sie durchaus rappen kann. Zwar verliert sich dieser Eindruck erneut in längst gehörte Phrasen über "ich bleib' so, wie ich bin" und anonymen Hate im Netz, doch ihr Rapstil und die ausnahmsweise roughen Beats werten das Ganze enorm auf. Die restlichen Instrumentale sind hingegen eher poppig-belanglos. Drei Klaviertöne hier, vier Gitarrenakkorde da – wirklich hörenswert ist das nicht.

Am Ende fragt man sich als Hörer, ob diese EP überhaupt im Rap anzusiedeln ist. Radiohit-ähnliche Gesangshooks und oberflächlich behandelte Inhalte – für zukünftige Veröffentlichungen muss sie definitiv noch an ihren Texten und ihrem Stil arbeiten. Denn mit einem weiteren Release wie "Scherben bringen Glück" kann sie in der Rapszene wohl keinen großen Fanzuwachs erwarten.

(Lukas Päckert)