King Keil – Die Big Bong Theorie

'Smoke weed everyday' ist meine Lebensdevise.

Man stelle sich nur mal vor, die Nerds aus "The Big Bang Theory" würden, statt sich mit Physik zu beschäftigen, dem Weedkonsum frönen. Verkiffte Intelligenzbestien verpeilen zwischen Rauchschwaden den Alltag – Sitcomgelächter. Möglicherweise wäre diese Form der Serie unterhaltsamer als das Original. King Keil geht allerdings einen anderen Weg und hat für sein Album "Die Big Bong Theorie" nur Anleihen in Sachen Titel gemacht. Denn bei ihm steht das grüne Wunderkraut selbstverständlich im Vordergrund.

Es ist durchaus beeindruckend, mit welch ausschweifendem Vokabular der Rapper das Themenfeld des Kiffens umschreibt. Liebhaber der Materie werden sich in dieser Sprache wiederfinden können. Trotzdem will King Keils Konzept des "Weed Rap" nicht so ganz funktionieren. Abseits der schillernden Stoner-Fachbegriffe halten die Songs nämlich nur wenig Abwechslung bereit. Altbekannte Representer- und Battlelines lassen schnell eine repetitive Stimmung aufkommen. Diese Wiederholungserscheinungen werden auch durch Keils Rapstil unterstrichen. In immer gleicher Stimmlage und leierhaftem Flow trägt er seine Punchlines vor, die meistens einen Überraschungseffekt vermissen lassen. Die oftmals langen Reimketten haben inhaltlich selten einen Zusammenhang und wirken deshalb so, als seien sie am Reißbrett entstanden. Der Bongtheoretiker liefert lediglich Raptechnik um der Technik willen. Hinzu kommt der etwas holprige Flow, der dafür sorgt, dass der Rapper insgesamt nicht besonders sicher auf dem Beat wirkt. Dadurch erscheinen die meisten Songs der Platte leider wenig abgerundet.

Etwas mehr Feinschliff hätte also gutgetan. Denn die abwechslungsreiche Beatwahl lädt durchaus zu einem unterhaltsamen Album ein. Stattdessen kaut King Keil immerzu sein Selbstverständnis als Kiffer wieder, nutzt dabei aber selten das unterhaltsame Potenzial des Themenfelds. So ist "Die Big Bong Theorie" am Ende nicht mehr als ein mittelmäßiges Battletape mit einigen Gras-Anspielungen.

(Florian Peking)

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