Bosca

Redak­teure stel­len Fra­gen, Künst­ler ant­wor­ten: In der Regel ist die Rol­len­ver­tei­lung inner­halb ei­nes Inter­views rela­tiv klar gege­ben. Den­noch hat je­der der Inter­view­part­ner sei­ne ganz ei­gene Vor­stel­lung von inter­es­san­ten The­men, die man unbe­dingt mal wäh­rend des Gesprächs anschnei­den soll­te. Und so pas­siert es dann und wann, dass Fra­gen, die Rap­per X ger­ne mal beant­wor­ten wür­de, mit­un­ter nur bei­läu­fig im ver­rauch­ten Back­stage­be­reich ei­nes Fes­ti­vals von Musi­ker­kol­lege Y ge­stellt wer­den. Die­ser kommt nun aller­dings auch außer­halb besag­ter Back­stage­be­rei­che zu Wort: In unse­rem For­mat "5mal1" schlüp­fen eigent­lich fünf bedeu­tende Per­sön­lich­kei­ten der Deutschrap­szene ei­ne Fra­ge lang in die Jour­na­lis­ten­rolle. Als klei­nes Spe­cial tau­chen die­ses Mal sogar sie­ben Cha­rak­te­re eben­je­ner Sze­ne in die Rol­le des Fra­ge­stel­lers. Was woll­ten un­sere Sze­ne­ver­tre­ter si­ch wohl schon im­mer ein­mal gegen­sei­tig fra­gen?

 

Moses Pel­ham: War die "Fünf Jah­re FvN"-Show in der Jahr­hun­dert­hal­le vor 4 200 durch­ge­dreh­ten Fans der schöns­te Abend in dei­nem Leben? Und wie tut man danach so, als sei nix gewe­sen?

Bos­ca: Also, der ins­ge­samt schöns­te Abend mei­nes Lebens … Das ist schwer zu sagen, weil ich auch in ande­ren Lebens­be­rei­chen schon unfass­ba­re Aben­de hat­te. Es war auf jeden Fall der schöns­te Abend mei­ner musi­ka­li­schen Lauf­bahn und wur­de von depres­si­ven Stim­mun­gen ab dem Sonn­tag danach beglei­tet. (lächelt) Zurück ins nor­ma­le Leben zu fin­den, ist nach so einem Abend wirk­lich unglaub­lich schwer. Und so recht hab' ich es bis jetzt auch noch nicht geschafft …

Celo & Abdi: Was wür­dest du tun, wenn die SGE (Anm. d. Red.: Ein­tracht Frank­furt) deut­scher Meis­ter wer­den wür­de?

Bos­ca: Höchst­wahr­schein­lich mit einer guten Crew Alt-​Sachsenhausen leer trin­ken!

Mon­tez: Wie alt warst du, als du dei­nen ers­ten Song geschrie­ben hast? Und wie sehr freust du dich auf die Kool Savas-​Tour im Janu­ar?

Bos­ca: Mei­nen ers­ten Text habe ich tat­säch­lich schon mit drei­zehn geschrie­ben, aber es gab dann immer wie­der jah­re­lan­ge Pau­sen. Mei­ne Freu­de auf die Savas-​Tour ist schwer in Wor­te zu fas­sen, wobei es da das Wort "Stolz" schon trifft. Ich glau­be, das wird eine unglaub­li­che Zeit und ich wer­de ver­su­chen, sie so inten­siv wie mög­lich zu erle­ben.

Liquit Wal­ker: Wer oder was wäre das abge­fuck­tes­te Fea­ture, das du dir vor­stel­len könn­test – und was machst du, wenn du für den Schmod­der eine Mil­li­on ein­ste­cken könn­test? Wie kommst du aus der Schei­ße wie­der raus? Was machst du jetzt, Bos­ca, was!?

Bos­ca: Puh … Also, es gibt schon echt vie­le mie­se Fea­tures. Ich glaub', R. Kel­ly oder Sean Paul wäre das, womit du mich am wei­tes­ten jagen könn­test. Ob ich bei einer Mil­li­on schwach wer­den wür­de? Ver­mut­lich. (lacht) Zum Glück kommt man in die­se Situa­ti­on ja so schnell nicht als Bos­can­ti­cops.

Tat­waf­fe: Inwie­weit beein­flus­sen dich Bücher und Fil­me, wenn du Tex­te schreibst bezie­hungs­wei­se Musik machst? Wel­che Bücher und Fil­me haben dich auch cha­rak­ter­lich beein­flusst?

Bos­ca: Gene­rell bin ich der Mei­nung, dass mich Bücher und Fil­me genau­so beein­flus­sen, wie das ein Lebens­er­eig­nis oder auch ande­re Musik tut. Ich nut­ze ger­ne mal Zei­len mit Bezug auf Fil­me oder Cha­rak­te­re, weil das einen Text oft grif­fi­ger machen kann. Wie sich aber Inspi­ra­ti­on auf das Unter­be­wusst­sein aus­wirkt, ist für mich schwer zu sagen. Ich habe die­ses Jahr viel gele­sen und hat­te das Gefühl, dass sich mein Wort­schatz dadurch noch mal gestei­gert hat.

Twin: Da du ja auch von der Veganer-​Bewegung hirn­ge­wa­schen wur­dest, wür­de mich bren­nend inter­es­sie­ren, wie oft du am Tag an ein schö­nes Steak denkst und wie lang es dau­ern wür­de, dich im Steak­hou­se umzu­stim­men, wenn ich vor dir ein schö­nes Rin­der­fi­let schmat­ze?

Bos­ca: Ich wür­de eher sagen, dass ich auf den rech­ten Weg geführt wur­de. (grinst) In der Regel den­ke ich am Tag öfters an ein lecke­res Bier als an ein schö­nes Steak. Und wenn du im Steak­hou­se vor mir schmat­zen wür­dest, wür­de mir ver­mut­lich eher übel wer­den, was aber gene­rell mit dem Schmat­zen zu tun hat. (lacht)

(Kris­tina Scheu­ner)
(Fotos von Kat­ja Kuhn und 3p (Moses Pel­ham), Kev­lic Wine­hou­se (Mon­tez), Mir­ko Polo (Tat­waf­fe), Imun (Twin) und Ste­ven Sie­bert (Liquit Wal­ker))