Adventskalender: Türchen #19 Galv & Pierre Sonality

Wie­der neigt sich ein lan­ges und ereig­nis­rei­ches Jahr – auch für deut­schen Rap – dem Ende ent­ge­gen. Um die­ses gebüh­rend abzu­schlie­ßen, prä­sen­tie­ren wir Euch unse­ren MZEE​.com Jah­res­rück­blick in Form eines Advents­ka­len­ders. Zwi­schen dem 1. Dezem­ber und Hei­lig­abend war­ten somit 24 Tür­chen auf Euch, hin­ter denen sich ins­ge­samt knapp 50 Inter­views ver­ste­cken: Neben Rap­pern und Pro­du­zen­ten las­sen auch Jour­na­lis­ten und Ver­an­stal­ter bei uns das ver­gan­ge­ne Jahr Revue pas­sie­ren, indem sie auf fünf Fra­gen zum Jah­res­en­de Rede und Ant­wort ste­hen. Dar­aus ergibt sich ein bun­tes Mosa­ik, das Euch die High­lights aus 2016 noch ein­mal aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven erle­ben lässt. Wir wün­schen Euch viel Spaß beim Lesen, eine schö­ne Weih­nachts­zeit und ein fro­hes Fest mit Euren Liebs­ten!

Eure MZEE​.com Redak­ti­on

 

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Galv

MZEE​.com: Ob alte Hasen oder New­co­mer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Relea­ses? Des­halb wüss­ten wir zu Beginn ger­ne dei­ne per­sön­li­che Top 3 der 2016 erschie­ne­nen Deutschrap-​Platten.

Galv: Mei­ne Top 3: "R.I.F.F.A." von T9 auf dem ers­ten, BAFs "Gegen den Striack" auf dem zwei­ten und Azu­demSKs "Bis das Leben applau­diert" auf dem drit­ten Platz.

MZEE​.com: Wer­den wir ein wenig klein­tei­li­ger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat die­ses Jahr die bes­te Line in einem deut­schen Rap­song gebracht und wel­che war das?

Galv: "Nichts Neu­es in der Hood, Drive-​by und ver­früh­ter Kin­der­tod", von Dig­gy Mac Dirt auf BAFs "Schluck­auf". Der Satz ist so ran­dom und der Flow der­ma­ßen undeutsch fun­ky – da muss­te ich ein paar Mal zurückskip­pen, weil ich nicht sicher war, ob das wirk­lich pas­siert ist oder nur mei­ne Wunsch­vor­stel­lung war. (lacht) Ich lie­be es, wenn sich die Kie­ler Gs in Rage flowen.

MZEE​.com: Kom­men wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht abseh­bar war: Was hat dich in Bezug auf deut­schen Rap im ver­gan­ge­nen Jahr so rich­tig posi­tiv über­rascht?

Galv: Mein Bro­ther Mad­Lab – sei­nes Zei­chens Pro­du­cer, MC und B-​Boy – hat bei einem Kon­zert in Rott­weil Anfang des Jah­res als Sup­port zwei Typen mit­ge­bracht, für die er pro­du­ziert. Was die live abge­lie­fert haben, war für mich die größ­te Über­ra­schung der letz­ten Jah­re! Von Qerl & Tupam­a­ro wer­den in Zukunft noch vie­le hören …

MZEE​.com: Und im Gegen­teil: Was war in die­sem Deutschrap-​Jahr so rich­tig unnö­tig? War­um?

Galv: Oh Gott, da ist sicher 'ne Men­ge unnö­ti­ger Shit pas­siert … Noch unnö­ti­ger als unnö­ti­ge Din­ge fin­de ich es aber, sich unnö­tig dar­über auf­zu­re­gen – daher geht das immer alles an mir vor­bei. Fei­er Shit oder lass es!

MZEE​.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heim­lich, still und lei­se jeman­den aus­zeich­nen: Wel­che Per­sön­lich­keit der deut­schen Rap­sze­ne – ganz gleich, ob Rap­per, Pro­du­zent, Mana­ger oder Jour­na­list – hat in die­sem Jahr beson­ders durch eine Leis­tung geglänzt oder konn­te her­vor­ste­chen? Womit und war­um?

Galv: Mas­ter Nig­gels Gast­part beim T9-​Konzert in Ham­burg ist defi­ni­tiv mit den Attri­bu­ten "her­vor­ste­chend" und "glän­zend" zu bewer­ten. Der Bro­ther war höchst moti­viert und hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass sei­ne fünf Minu­ten Sta­ge Time in die Geschich­te ein­ge­hen.

 

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Pierre Sona­li­ty

MZEE​.com: Ob alte Hasen oder New­co­mer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Relea­ses? Des­halb wüss­ten wir zu Beginn ger­ne dei­ne per­sön­li­che Top 3 der 2016 erschie­ne­nen Deutschrap-​Platten.

Pierre Sona­li­ty: "Of the 3 Moonz" von Galv, "Sta­te of Fla­vour 2" von Sen­de­mast und Azu­demSKs "Bis das Leben applau­diert".

MZEE​.com: Wer­den wir ein wenig klein­tei­li­ger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat die­ses Jahr die bes­te Line in einem deut­schen Rap­song gebracht und wel­che war das?

Pierre Sona­li­ty: "Näch­te­lang Sprech­ge­sang, bis zum letz­ten Mann – bis Stef­fen sprang", von Azu­demSK auf "Mad Fla­vor Pt. II".

MZEE​.com: Kom­men wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht abseh­bar war: Was hat dich in Bezug auf deut­schen Rap im ver­gan­ge­nen Jahr so rich­tig posi­tiv über­rascht?

Pierre Sona­li­ty: Das Feed­back wäh­rend unse­rer "Muther Manu­fak­tour" – gera­de in Städ­ten, in denen wir vor­her noch nie gespielt haben. Öster­reich und die Schweiz haben auch eine Wahn­sinns­sze­ne! Kurz­um: die guten Erfah­run­gen.

MZEE​.com: Und im Gegen­teil: Was war in die­sem Deutschrap-​Jahr so rich­tig unnö­tig? War­um?

Pierre Sona­li­ty: Jedes Inter­view mit der Über­schrift: "XY redet über XY und den Beef mit XY". Lang­wei­li­ge Mainstreammedien-​Flut.

MZEE​.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heim­lich, still und lei­se jeman­den aus­zeich­nen: Wel­che Per­sön­lich­keit der deut­schen Rap­sze­ne – ganz gleich, ob Rap­per, Pro­du­zent, Mana­ger oder Jour­na­list – hat in die­sem Jahr beson­ders durch eine Leis­tung geglänzt oder konn­te her­vor­ste­chen? Womit und war­um?

Pierre Sona­li­ty: Bonez MC für sei­ne Hooks.

(Lukas Päck­ert)
(Fotos von San­dra Mül­ler Foto­gra­fie (Galv) und Jim Gramming (Pierre Sona­li­ty))
(Gra­fik von Dani­el Fersch)