Adventskalender: Türchen #13 Waldo & Schote

Wieder neigt sich ein langes und ereignisreiches Jahr – auch für deutschen Rap – dem Ende entgegen. Um dieses gebührend abzuschließen, präsentieren wir Euch unseren MZEE.com Jahresrückblick in Form eines Adventskalenders. Zwischen dem 1. Dezember und Heiligabend warten somit 24 Türchen auf Euch, hinter denen sich insgesamt knapp 50 Interviews verstecken: Neben Rappern und Produzenten lassen auch Journalisten und Veranstalter bei uns das vergangene Jahr Revue passieren, indem sie auf fünf Fragen zum Jahresende Rede und Antwort stehen. Daraus ergibt sich ein buntes Mosaik, das Euch die Highlights aus 2016 noch einmal aus unterschiedlichen Perspektiven erleben lässt. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen, eine schöne Weihnachtszeit und ein frohes Fest mit Euren Liebsten!

Eure MZEE.com Redaktion

 

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Waldo

MZEE.com: Ob alte Hasen oder Newcomer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Releases? Deshalb wüssten wir zu Beginn gerne deine persönliche Top 3 der 2016 erschienenen Deutschrap-Platten.

Waldo: Auf dem dritten Platz Crack Ignaz & Wandl mit "Geld Leben", auf dem zweiten Maeckes mit "Tilt". Und Trettmann mit "KitschKrieg" auf Platz 1.

MZEE.com: Werden wir ein wenig kleinteiliger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat dieses Jahr die beste Line in einem deutschen Rapsong gebracht und welche war das?

Waldo: Wahrscheinlich Fatoni, hab' aber die Line vergessen.

MZEE.com: Kommen wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht absehbar war: Was hat dich in Bezug auf deutschen Rap im vergangenen Jahr so richtig positiv überrascht?

Waldo: Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass es gut gemachten Dancehall auf Deutsch gibt?

MZEE.com: Und im Gegenteil: Was war in diesem Deutschrap-Jahr so richtig unnötig? Warum?

Waldo: Medienmeldungen über Chartplatzierungen, Disstracks, Limited Deluxe Boxen mit Unboxing-Videos. Weil wir uns damit im Kreis drehen und es mich extrem langweilt.

MZEE.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heimlich, still und leise jemanden auszeichnen: Welche Persönlichkeit der deutschen Rapszene – ganz gleich, ob Rapper, Produzent, Manager oder Journalist – hat in diesem Jahr besonders durch eine Leistung geglänzt oder konnte hervorstechen? Womit und warum?

Waldo: Ich zeichne Money Boy aus. Für seinen steinigen Weg von der Rehab bis zu diesem nicen Pic in der Badewanne mit Sixpack. Was für ein Stuterich!

 

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Schote

MZEE.com: Ob alte Hasen oder Newcomer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Releases? Deshalb wüssten wir zu Beginn gerne deine persönliche Top 3 der 2016 erschienenen Deutschrap-Platten.

Schote: "Vollbluthustler" von Herzog, "Regenmacher" von Megaloh und "Dreams" von Shindy.

MZEE.com: Werden wir ein wenig kleinteiliger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat dieses Jahr die beste Line in einem deutschen Rapsong gebracht und welche war das?

Schote: "Kokaina, Koka-Kokaina!", von Miami Yacine.

MZEE.com: Kommen wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht absehbar war: Was hat dich in Bezug auf deutschen Rap im vergangenen Jahr so richtig positiv überrascht?

Schote: Rapmucke wird hier langsam gut vielfältig. Das ist jetzt bestimmt nicht innerhalb eines Jahres passiert ... Aber dass wir uns mal alle locker machen, was Autotune und solche Späße angeht, ist doch schon mal was.

MZEE.com: Und im Gegenteil: Was war in diesem Deutschrap-Jahr so richtig unnötig? Warum?

Schote: Was ich gerade noch als positive Entwicklung beschrieben habe, hat auch Negatives. Es reicht halt nicht, ein paar unausgecheckte Zeilen auf Autotune über 808s zu legen. Da ist viel Schmutz dabei.

MZEE.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heimlich, still und leise jemanden auszeichnen: Welche Persönlichkeit der deutschen Rapszene – ganz gleich, ob Rapper, Produzent, Manager oder Journalist – hat in diesem Jahr besonders durch eine Leistung geglänzt oder konnte hervorstechen? Womit und warum?

Schote: Ich finde, Manuellsen war dieses Jahr so interessant wie noch nie. Stabiler Typ mit stabilen Interviews und einem soliden Album. Das Jugendwort des Jahres sollte auch "Ja, häng' ich!" sein, aber die Jury für sowas kann sich eh verpissen. Danke, tschüss!

(Florence Bader)
(Foto von Stefan Schanzenbach (Waldo))
(Grafik von Daniel Fersch)