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Alpa Gun – Zurück zur Straße

Damals gab es kein' Drake, 'Hotline Bling'.
Wenn meine Hotline blinkt, dann will er noch ein Ding!

Seit 2012 bringt Alpa Gun Jahr für Jahr ein neues Album raus. Und immer wieder lässt er sich etwas Neues einfallen, um vorab darauf aufmerksam zu machen. So dreht sich für ihn dieses Mal alles ausschließlich um eine Line gegen die 187 Strassenbande und die dazugehörigen Statements. Bei all dem Beef tritt die Frage, wie das neue Alpa Gun-Release "Zurück zur Straße" denn überhaupt klingt, beinahe in den Hintergrund ...

Gleich vorweg – die oben erwähnte Zeile ist nicht der einzige Front auf dem neuen Werk, obwohl es auf "Weiterlaufen 2" heißt: "Nein, ich habe keinen Hass mehr, das richtet nur mehr Schaden an". Statt sich einfach daran zu halten, schießt Alpa allerdings mehrmals gegen die 187er oder auch Haftbefehl, was jedes Mal wie stumpfe Stichelei wirkt. Aber mit über einer Stunde Spielzeit sollte das Album ja noch mehr zu bieten haben – denkt man zumindest. Doch bereits das "Intro" und auch die beiden Skits mit den nicht wirklich entertainenden, minutenlangen Unterhaltungen hemmen den Hörfluss wiederholt. Dafür geben sie dem Hörer aber Zeit, sich von den eigentlichen Tracks zu erholen. Denn allein schon die Beats sind – abgesehen von wenigen Ausnahmen – nicht gerade bahnbrechend. Drum Patterns kommen einem oft sehr ähnlich vor, die verwendeten Instrumental-Spuren wirken teils unangebracht oder zu einfallslos. Das bereits im Vorfeld umstrittene "Chaos" zum Beispiel wartet mit Dudelsack-Melodien auf; für einen obligatorischen, von "Schmerz" geprägten Track kommen melancholische Gitarren-Klänge zum Einsatz. Ersteres mag zwar noch innovativ wirken, passt aber einfach nicht zum Inhalt. Und die Texte von Alpa machen das Ganze nur noch schlimmer. Immer wieder springt er zwischen unglaubwürdigen Geschichten von der Straße, seiner Vergangenheit und dem Hinweis, dass er jetzt Geld mit Musik macht und Familie hat, hin und her.

Kurzum wirken die Inhalte viel zu widersprüchlich. Hätte sich Alpa Gun für nur eine Richtung entschieden, würde man ihm den Film, den er fährt, vielleicht sogar abkaufen. Stattdessen presst er zwanzig Tracks ohne klare Linie auf sein siebtes Release, wodurch man am Ende nicht einmal dessen Titel ernst nehmen kann.

(Lukas Päckert)

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