Takt32-Chimera-EP-Cover

Takt32 – Chimera

Null Prozent Musik bei Maximalprofit:
Statt das Level zu stei­gern, su­chen al­le nur nach Cheats.

"Chimera": Das Mischwesen der grie­chi­schen Mythologie – in der klas­si­schen Form be­stehend aus Löwe, Ziege und Schlange – lie­fert den Titel für die neue EP von Takt32. Nach "#Overkill" und "Gang" ist es das drit­te Release des Berliners. Doch kann ein Werk, des­sen Name Facettenreichtum qua­si im­pli­ziert, auch da­mit punk­ten? Oder ver­liert es si­ch mög­li­cher­wei­se ge­ra­de dar­in, so viel Verschiedenes sein zu wol­len?

Um es auf den Punkt zu brin­gen: Takt32 macht ei­nen ziem­li­ch gu­ten Job und weiß auf "Chimera" zu über­zeu­gen. Völlig un­ver­krampft wer­den ak­tu­el­le Trends – egal, ob ame­ri­ka­ni­scher oder fran­zö­si­scher Natur – ad­ap­tiert und durch in­di­vi­du­el­le Charakteristika vom Künstler ver­ziert und aus­ge­baut. So wirkt auch der leicht ge­nu­schel­te, ein­lei­ten­de Gesang in keins­ter Weise fehl am Platz, son­dern ab­so­lut pas­send. Stimmgewaltig und rou­ti­niert be­wegt si­ch der Berliner auf den sechs Anspielstationen über ei­nen trei­ben­den Trap-​Klangteppich, oh­ne si­ch da­bei in Monotonie oder Vorhersehbarkeit zu ver­lie­ren. Gerade der Song "Alles wird gut" bricht mit dem er­war­te­ten Representer-​Schema und über­zeugt vor al­lem durch sei­nen ge­sell­schafts­kri­ti­schen Tiefgang. Beispiel ge­fäl­lig? "Alles wird gut. Auch wenn wir Hautfarben tren­nen, nachts kaum no­ch pen­nen, kei­nem glau­ben, den wir ken­nen. Ja, al­les wird gut. Jeder kämpft für si­ch al­lein."

Die "Chimera" ist er­wacht. Kurz und bün­dig prä­sen­tiert si­ch Takt32 auf sei­nem neu­es­ten Werk und macht da­mit un­term Strich al­les rich­tig. Der Berliner lie­fert mit sei­nem neu­es­ten Streich ei­ne sehr stim­mi­ge EP ab, die vor al­lem ei­nes macht: Lust auf mehr.

(Lukas Maier)

Reinhören/​Downloaden:


(Amazon mp3)

iTu­nes: Takt32 – Chimera